EINER TRAGE DES ANDEREN LAST

Zu Beginn der 1950er-Jahre werden ein Offizier der Volkspolizei und ein evangelischer Seelsorger durch eine Tuberkuloseerkrankung zwangsweise zu Zimmergenossen in einem Sanatorium. Im Spannungsfeld zwischen Stalin und Jesus und Parteiversammlung und Bibelstunde beginnt ein zarter Dialog zwischen zwei – auf den ersten Blick – unvereinbaren Weltanschauungen.
> Der überzeugte Marxist Josef Heiliger und der gläubige Christ Hubertus Koschenz beharren zunächst demonstrativ auf ihren jeweiligen Weltanschauungen. Doch mit der Zeit fördern die Debatten in ihrem Krankenzimmer überraschende Gemeinsamkeiten zu Tage – bis der schwere Krankheitsverlauf bei einem der Kontrahenten zur Frage nach Leben oder Tod wird. Lothar Warneke gestaltet den Dialog zwischen seinen beiden Protagonisten – in der DDR-Filmgeschichte bis dato ungewöhnlich – auf Augenhöhe und inszeniert seine Handlung mit pointiertem Witz und überzeugendem Schauspiel. Der Film war mit 1,2 Millionen Zuschauern Publikumsliebling des späten DDR-Kinos. Er lässt nicht nur das sich bereits anbahnende Tauwetter erahnen, sondern zeigt auch die Kraft von Dialog, Verständigung und Verständnis.
 

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