KinderKulturKarawane 2018 - M.U.K.A. - Workshop

M U K A   aus Südafrika © KinderKulturKarawane

KinderKulturKarawane 2018

M.U.K.A. – Project | Südafrika
1994 – das Ende der Apartheid – war für die Menschen in Südafrika eine Zeit voller Umbrüche. Viele Jugendliche zog es von den Townships in die Zentren der Städte, wo sie sich häufig auf der Straße wieder fanden. Hier nahm M.U.K.A.-Project 1995 seinen Anfang. In einem „Shelter“ der Evangelischen Friedenskirche Johannesburg, trafen sich Jugendliche, die ursprünglich aus Soweto stammten, und begannen gemeinsam Theaterstücke zu entwickeln. Sie nannten sich „Most United Knowledgeable Artists“ – kurz M.U.K.A. – und verarbeiteten in ihren Inszenierungen ihre Erfahrungen als Straßenkinder. Für ihre Auftritte machten sie Straßen, Gemeindezentren und Kirchen zu ihrer Bühne.

M.U.K.A. als Zufluchtsort
Heute ist das Projekt eine feste Institution in Hillbrow, einem sozialen Brennpunkt im Zentrum Johannesburgs. Bei M.U.K.A Project kommen Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsgruppen des Ghettos zusammen. Seit Jahren zeichnet sich eine Entwicklung ab, die der instabilen Lage in Hillbrow geschuldet ist. Die Zahl der Jugendlich hat sich inzwischen halbiert, während die Zahl der jungen Erwachsenen um ein Drittel gestiegen ist. Sobald die Jugendlichen die Schule oder Universität abgeschlossen haben, suchen sie nach Jobs und Wohnungen außerhalb von Hillbrow – einerseits wegen der hohen Kriminalitätsrate in Hillbrow, andererseits, weil in anderen Stadtteil einfach ein modernerer Lebensstil möglich ist. Zurzeit erarbeiten knapp 80 junge Menschen in alterspezifischen Gruppen Theaterstücke und traditionelle Tänze. Außerdem machen sie dazu die Musik und organisieren Workshops. Aus der Handvoll Straßenkinder von einst sind professionelle Theater- und Projektmanager geworden.

Der Alltag in Hillbrow
Hillbrow ist extrem dicht besiedelt und hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. In Scharen sind Menschen aller Gesellschaftsschichten in den einstmals friedlichen und florierenden Stadtteil gezogen, um mehr Grün in ihrem Lebensumfeld zu haben, wie in anderen Stadtteilen von Johannesburg. Weil es aber immer schwerer wird, in Hillbrow Jobs zu finden, platzen viele Träume und immer mehr Menschen leben auf der Straße.

So wird Hillbrow ein härteres Pflaster: Gewalt und Straßenkriminalität, Drogen (ins besondere die neue Droge NYAOPE) und Prostitution, Vergewaltigung und Verwahrlosung, HIV/Aids und Armut sind bestimmende Themen im Alltag der Kinder und Jugendlichen – wie auch in den Theaterstücken und Workshops der jungen M.U.K.A. – SchauspielerInnen. Mit der Theaterarbeit lernen sie, ihre Sorgen und Hoffnungen kreativ auszudrücken. Und sie zeigen anderen jungen Menschen, die auf der Straße leben, Alternativen zur Gewalt ihres Alltags auf.

Soziales Engagement
Künstlerische Arbeit und soziales Engagement sind eng verknüpft: M.U.K.A. Project ist Mitglied in der Johannesburger Allianz für Straßenkinder (JASC), arbeitet in verschiedenen Suppenküchen für Bedürftige, unterstützt arbeitslose Jugendliche mit Stipendien und ist in Frauenhäusern aktiv. Das Projekt arbeitet mit daran, den Stadtteil lebenswert zu machen und ist in vielen Schulen in Johannesburg engagiert. Ein wichtiger Teil der Arbeit sind Workshops zur gewaltfreien Konfliktlösung und Prävention von Gewalt, vor allem in Schulen. Regelmäßig werden Nachbarn und Eltern der Jugendlichen zu kostenlosen Aufführungen, Community-Workshops und Gesprächen eingeladen.

Erfolgreiche Tourneen
M.U.K.A. Project kommt gut an: Mit ihren Produktionen touren die Mitglieder häufig durch verschiedene Städte und Regionen in Südafrika und den Nachbarländern. Die Johannesburger Theaterinitiative wurde vielfach ausgezeichnet und war auch schon neun Mal auf Einladung der KinderKulturKarawane in Europa.

Wann findet die Veranstaltung statt?

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