Geschichte des Archivs

Die Geschichte des Stadtarchivs

 © Landeshauptstadt Schwerin/Jörg Moll

Bedroht von Feuersbrünsten, Unordnung und Papiermühlen - aus der Geschichte des Schweriner Stadtarchivs

Als Heinrich der Löwe 1160 das Bistum und wenig später auch die Stadt Schwerin gründete, ließ er dies in schriftlicher Form für die Nachwelt festhalten. Hiermit beginnt auch die Geschichte des städtischen Archivs. Für den Rat bildeten diese ersten Urkunden äußerst wertvolle Beweismittel, mit denen Rechte, Einkünfte und Grundbesitz auch noch hunderte von Jahren nach ihrer Verleihung gegen andere Ansprüche verteidigt werden konnten. Auch die Bürger der Stadt nutzten diese Möglichkeit, um Hauskäufe oder Hypotheken durch die Eintragung ins Stadtbuch dauerhaft zu dokumentieren.

Entsprechend sorgfältig wurde das im Rathaus untergebrachte Archiv gehütet. Leider jedoch nicht sorgfältig genug, denn wie der Chronist Bernhard Hederich klagte, verbrannten schon beim ersten großen Stadtbrand im Jahr 1531 "mit dem Rath-Hause das Stadtbuch sambt Registern, Fundationen, Verträge, Uhrkunden". Ihm folgten noch zwei weitere Feuersbrünste, denen neben dem immer wieder aufgebauten Rathaus auch das Archiv zum Opfer fiel. Die verheerenden Großfeuer dieser Zeit erfaßten in Minutenschnelle ganze Straßenzüge der eng gedrängten strohgedeckten Fachwerkhäuser und ließen kaum Zeit, die wichigsten Dokumente zu retten. Nach dem letzten großen Brand von 1651 waren so die Bestände des Archivs sehr zusammengeschmolzen. Immerhin war es offensichtlich dreimal gelungen, das älteste Stadtbuch aus dem Jahr 1424 vor den Flammen zu bewahren.

Auch in den folgenden Jahrhunderten waren die nun wieder rasch anwachsenden Bestände mancherlei Gefahren ausgesetzt. Neben Kriegen, Belagerungen, Feuer und Schimmelpilz bedrohte nicht zuletzt die Neigung des geplagten Stadtkämmerers, nicht mehr benötigte Akten als Altpapier an Papiermühlen zu verkaufen, das vernachlässigte Ratsarchiv. Da war es schon überraschend, welche Mengen der 1949 mit der Gründung des Stadtarchivs beauftragte Hans Heinrich Leopoldi in den Kellern und Dachböden der städtischen Verwaltung noch vorfand.

So war das Archiv, dessen Bestände schnell auf fast 2000 laufende Meter Akten angestiegen waren, in den letzten fast 70 Jahren von ständigen Raumnöten geplagt und hat eigentlich erst seit dem Jahr 2000 mit dem Hauptgebäude in der Johannes-Stelling-Straße 2 und der zu diesem Zeitpunkt neu eröffneten Außenstelle in einer ehemaligen Kindertagesstätte in der Willi-Bredel-Straße 18 einigermaßen ausreichende Magazinflächen zur Verfügung.

Aber in dem Bewahren besteht nur eine Aufgabe des Archivs, denn 50 t der wichtigsten historischen Quellen sind, wenn sie auf einem Haufen liegen, zur Beantwortung historischer Fragestellungen ebenso nutzlos wie 50 t Altpapier. Die enorme Menge des Materials muß erschlossen und geordnet werden. Schon im 19. Jahrhundert erwies sich dies als Problem. 1860 notierte Senator Pohle verärgert: "die Unordnung der Rathsregistratur hat in der That den äußersten Grad erreicht". Alle folgenden Ordnungsversuche waren mit enormem Aufwand verbunden und nahmen regelmäßig den Charakter wahrer Sisyphosarbeiten an, wenn die Bearbeiter erleben mußten, daß die mühsam erreichte Ordnung durch eine planloser Umlagerung, zuletzt 1974 bei der Räumung des als Magazin genutzten Säulengebäudes am Markt, wieder zunichte gemacht wurde.

Immerhin ist es seitdem gelungen mehr als 90% der Bestände sachgemäß zu verzeichnen. Neben den bestehenden Findbüchern ermöglicht die Schlagwortsuche in der zentralen Datenbank des Archivs die schnelle und problemlose Ermittlung der zu einem Thema verzeichneten Akten. Inzwischen ist auch die Suche in der Onlinedatenbank ARIADNE für die Nutzer für einen großen Teil der verzeichneten Akten von zu Hause aus möglich sein.

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