Kultur & Natur

Leitthema Kultur & Natur

 © Silke Winkler

„Eine intakte Natur, viel Kultur, kurze Wege, Lebensqualität – das sind Schwerins Stärken, die unbedingt bewahrt werden müssen.“

Die Landeshauptstadt Schwerin besticht durch eine einmalige Verbindung von Kultur und Natur. Eine beeindruckende Baukultur zeigt sich im Stadtbild mit der historischen Stadtanlage um den Pfaffenteich, dem Staatstheater, den Museen, dem Dom und als Höhepunkt dem Schloss im Schweriner See mit angrenzendem Schlosspark. Das kulturelle Leben ist geprägt durch eine große Vielfalt. Dazu gehören die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Aufführungen des Mecklenburgischen Staatstheaters und der Staatskapelle sowie die Ausstellungen der Museen ebenso wie die Vielzahl von Kultur- und Kunstvereinen, Künstlern, Kunsthandwerkern und Musikschulen. Schwerin ist die Kulturstadt des Nordens.

Gleichzeitig ist die Stadt eingebettet in eine einzigartige Seenlandschaft, die an der Peripherie durch ausgedehnte Wälder, Moore, Äcker und Wiesen
ergänzt wird. Die Gewässer erstrecken sich mit abwechslungsreichen und teilweise naturnahen Uferzonen bis in das historische Zentrum hinein. Hier verbinden sich in Schwerin Natur und Kultur in einer ganz besonderen Weise. Diese Qualitäten sind ein Standortvorteil der Stadt, der in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll.

Leitziele

Kultur als Standortfaktor für Wirtschaft und Tourismus entwickeln

Ein vielfältiges und anspruchsvolles Kulturangebot ist ein bedeutsamer Standortfaktor für Wirtschaft und Tourismus. Es fördert die Ansiedlungsbereitschaft von Unternehmen, macht Umzugswillige auf Schwerin aufmerksam, schafft Identität und trägt so zu einer festeren
Bindung der Bürgerinnen und Bürger an ihre Stadt bei. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Veranstaltungen mit Ereignischarakter und einer beständigen kulturellen Infrastruktur hoher Qualität, die gleichzeitig die Individualität der Stadt zum Ausdruck bringen, ist dabei für den
touristischen Stellenwert von hoher Bedeutung.

Die Stadt am Wasser entwickeln

Die zahlreichen großen Seen im Stadtgebiet und die enge Verzahnung des Siedlungsbereichs mit diesen Gewässern verleihen dem Stadtbild eine einmalige, unverwechselbare Qualität. Hier begegnen sich (Bau-)Kultur und Natur besonders intensiv. In den innenstadtnahen Bereichen, insbesondere in der Werdervorstadt und am Ziegelinnensee (»Schwerin – Schritte ans Wasser«), soll diese Qualität durch eine stärkere Ausrichtung der Stadtentwicklung auf die seenahen Bereiche unterstrichen werden. Die landschaftlichen und ökologischen Gegebenheiten sowie die Bedeutung ufernaher Grünanlagen für die Naherholung werden dabei in die Planungen miteinbezogen. Ziel ist es, den öffentlichen Zugang zu den Gewässern und die Durchgängigkeit ausreichend breiter und ökologisch bedeutender Uferzonen zu erhalten bzw. zu verbessern.

Breite und Vielfalt für alle erhalten und fördern

Kultur leistet einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger Schwerins. In diesem Sinne ist es Ziel, den zentralen Bestand der kulturellen Leistungen, der Angebote und Einrichtungen als Investition in eine lebenswerte Stadt zu erhalten und zu fördern.
Dabei geht es um die Bewahrung des kulturellen Erbes ebenso wie um die Förderung der zeitgenössischen Kunst, um die Förderung künstlerischer Spitzenleistungen wie um die Entwicklung der Breitenkultur und der tradierten sowie populären Ausdrucksweisen. Zur Breite und Vielfalt der Schweriner Kulturlandschaft gehören auch der kulturelle Reichtum der Einwanderer und ein reger interkultureller Dialog. In der Kulturpolitik ist es Ziel der Stadt, Freiheit, Offenheit und Vielfalt der kulturellen und künstlerischen Aktivitäten zu gewährleisten.

Kulturelle Bildung ohne Schranken gewährleisten

Kulturelle Bildung ist Voraussetzung für einen chancengleichen Zugang zu Kunst und Kultur, für die Erlangung individueller Kompetenz, für Persönlichkeitsentwicklung,Wertevermittlung und Lebensfreude. Globalisierung, interkulturelle Begegnungen, demografischer Wandel sowie die dynamische Entwicklung und Verfügbarkeit digitaler Medien schaffen gesellschaftliche Veränderungen, die auch in neuen kulturellen Bildungsangeboten ihre Entsprechung finden müssen. Auf dieser Grundlage entwickeln die kulturellen und künstlerischen Bildungseinrichtungen, die Bibliotheken und Archive ihre Angebote fort. Ziel der Stadt ist es, durch entsprechende Rahmenbedingungen
Menschen unterschiedlicher sozialer Voraussetzungen die Teilhabe an kultureller und künstlerischer Bildung zu ermöglichen. Dabei sollen sich die Angebote nach dem Prinzip des lebenslangen Lernens an alle Alters- und Interessengruppen richten.

Die einzigartige Naturausstattung der Seenlandschaft schützen und entwickeln

Das Schweriner Stadtgebiet weist in vielen Bereichen natur- bzw. landschaftsraumtypische Lebensgemeinschaften mit zum Teil seltenen Pflanzen- und Tierarten auf. Ziel ist der Schutz dieser biologischen Vielfalt. Dazu gehören der Erhalt und die Pflege dieser Bereiche sowie
die Entwicklung neuer Lebensräume. Dabei handelt es sich in erster Linie um Wälder, Gewässer und deren Ufer, Feuchtgebiete, nährstoffarme Trockenstandorte und Brachen. Ein spezieller Schutz besteht in den Gebieten des europäischen Netzwerkes »Natura 2000« (Schweriner Innensee, Ziegelaußensee). Gleichzeitig haben diese Freiräume im Stadtgebiet besondere Qualitäten für das Landschaftserleben. Ziel ist es, die Eigenart dieser Räume mit ihren prägenden Naturraumstrukturen und Landschaftselementen vor Beeinträchtigungen und Überformungen zu schützen, die Erlebbarkeit durch eine Verbesserung der Zugänglichkeit zu erhöhen und Informationen darüber einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.

Leitprojekte

Weltkulturerbestatus für das Schlossensemble

Kurzbeschreibung
Das Schweriner Residenzensemble repräsentiert eine einzigartige, architektonische und städtebauliche Umsetzung von funktionalen und ideengeschichtlichen Residenzkonzeptionen des 19. Jahrhunderts. Dabei steht das Schloss zwar im Mittelpunkt, wird aber ergänzt durch die geschlossene und komplett erhaltene Gruppe von Residenzbauten am Alten Garten. Diese für das 19. Jahrhundert sehr charakteristische Situation ist im Stadtbild von Schwerin authentisch und beispielhaft erhalten. Darüber hinaus weist das Residenzensemble Schwerin durch seine Einbettung in die glazial geformte Landschaft eine einzigartige Verbindung von Architektur und Kulturlandschaft auf. Durch diese Einbindung der Architektur in die durch Parks und Seen geprägte Umgebung ergibt sich eine außergewöhnliche Vielfalt an Blickbezügen.
Auf dieser Grundlage bewirbt sich die Landeshauptstadt Schwerin in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern um die Aufnahme des Residenzensembles Schwerin in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Projekt »Schwerin - Schritte ans Wasser«

Teilprojekt Hafenkante Ziegelinnensee

Kurzbeschreibung

Das Projekt umfasst

  • die Aufwertung des Ostufers des Ziegelinnensees durch Herstellung einer Promenade im Bereich der Kaikante des ehemaligen Hafens sowie eine Fortführung des Uferweges bis zur Knaudtstraße

  • die Entwicklung von Wohnbauflächen auf den östlich angrenzenden ehemaligen Gewerbestandorten bis zur Speicherstraße

  • den Umbau der Gebäude der ehemaligen Brauerei für eine Wohn- und Dienstleistungsnutzung.


Die »Hafenkante Ziegelsee« ist einer der wesentlichen »Schritte ans Wasser« der Stadt Schwerin und eine bedeutendes Stadtumbauprojekt. Sie war Bestandteil des 2010 beschlossenen integrierten Stadtentwicklungskonzepts für die Innenstadt.
2015 wurde die durch die ehemalige Hafennutzung geprägte, überwiegend versiegelte ehemalige Hafenkante in eine Promenade mit Sitzgelegenheiten und Grünflächen mit Baumpflanzungen umgebaut. Gleichzeitig entstehen östlich angrenzend Stadtvillen mit gehobenem Wohnstandard.


Teilprojekt Wasserzugang Bornhövedstraße


Kurzbeschreibung

Die Landeshauptstadt Schwerin hat im Juli 2008 das Sanierungsgebiet “Werdervorstadt/ Wasserkante Bornhövedstraße“ beschlossen. Zu den wesentlichen Sanierungszielen gehört die städtebauliche Neuordnung der bisher überwiegend verbauten oder minder genutzten
Uferbereiche am Schweriner See und deren Herstellung als Grün- und Erholungsflächen für die Bewohner des Gebietes. Damit wird die Freiflächensituation verbessert und eine deutliche Wohnwertsteigerung erreicht. Einen Planungsschwerpunkt bildet der Bereich “Am Werder Ufer/ Bornhövedstraße“. Das hierfür 2009 erarbeitete gleichnamige Entwicklungskonzept soll mit dem im März 2010 aufgestellten Bebauungsplan Nr. 70.09 “Am Werder Ufer/ Bornhövedstraße“ umgesetzt werden. Zu den wichtigsten Zielen gehört die Schaffung eines öffentlichen Uferweges in Verbindung mit Spiel- und Freiflächen am Schweriner See. Neben ihrer quartiersbezogenen Bedeutung übernehmen diese Flächen auch die Funktion von Bausteinen innerhalb eines öffentlichen Wege- und Freiraumsystems entlang des innerstädtischen Westufers des Schweriner Sees vom Stadthafen “Am Beutel“ über die Waisengärten bis zum Stangengraben.


Entwicklung einer Schweriner Kulturmeile

Kurzbeschreibung

Das Leitprojekt beinhaltet die Entwicklung und stärkere Verbindung öffentlicher und privater kultureller Einrichtungen im Bereich Altstadt/Schelfstadt vom Schloss über die Schloßstraße, die Puschkinstraße bis zum soziokulturellen Zentrum »Der Speicher« zu einer Kulturmeile. Dazu gehört z.B. eine inhaltliche und organisatorische Abstimmung zu Veranstaltungen zwischen den verschiedenen Trägern der kulturellen Einrichtungen.


Umbau des Freilichtmuseums Mueß

Kurzbeschreibung

Mit dem Freilichtmuseum Mueß verfügt die Landeshauptstadt über eine etablierte Kultureinrichtung mit hohem Bildungs-, Freizeit-, Erholungs- und Erlebniswert.
Um diese Qualitäten des Freilichtmuseums auch zukünftig zu sichern, ist ein Umbau der Anlage
erforderlich. Das beinhaltet insbesondere:

  • die Optimierung der historischen Gebäudesubstanz und deren Nutzung zur Senkung der
    Betriebskosten und Betonung der regionalen Individualität,

  • eine vielfältigere Präsentation der historischen Kulturlandschaft,

  • Schaffung flexibler Kooperationsbedingungen ( z.B. Kulturscheune (Staatstheater, freie Veranstalter), Gastronomie (Fischereihof), Doppelbüdnerei (Museumsförderverein) – somit Erweiterung des Kulturangebotes der Landeshauptstadt Schwerin)

  • Unterhaltung eines ganzjährigen Veranstaltungs- und Museumsbetriebes,

  • Schaffung von infrastrukturellen Bedingungen für überregionale Wirkung des Museums

Konkret ist in diesem Zusammenhang geplant:

  • der Ausbau der Schulscheune (Alte Crivitzer Landstr. 13) als Eingangsbereich mit erweitertem Museumsshop und eingangsnahen Parkplätzen

  • der Ausbau der „Markschen Scheune“ (Zum alten Bauernhof 1) als ganzjährig nutzbarer Veranstaltungsbereich mit Gastronomie in Zusammenarbeit mit dem Fischereihof

  • der Ausbau eines zentrale Verwaltungsgebäudes (Zum Alten Bauernhof 9a) und Erschließung von originalen Museumsgebäuden, die derzeit als Verwaltung bzw. Magazin genutzt werden, für den öffentlichen Museumsbetrieb (Dorfschullehrerwohnung, Armenkaten, Altenteiler, Bauernhaus) mit der Option, dass diese Objekte ganzjährig
    besichtigt werden können)

  • Standortsanierung der Doppelbüdnerei (Lomonossowstr. 15)

  • Geländeausbau: Erweiterung des Museumsrundganges, Einzelgärten, Dorfplatz, Spielplatz, Erschließung und Ausbau der historischen Gehöftsstrukturen

  • Erschließung des Seegrundstücks mit Anbindung des Freilichtmuseums an den Schweriner See durch eine öffentliche Steganlage


Im Ergebnis sollen eine nachhaltige Attraktivitätssteigerung und eine Erhöhung der Besucherzahlen erreicht werden.

Denkmalgerechte Sanierung des Alten Friedhofs

Kurzbeschreibung

Die Grundlagen für die zukünftige Entwicklung und denkmalgerechte Rekonstruktion des Alten Friedhofes als Friedhof sowie wichtige innerstädtische Grünanlage im Stadtgebiet wurden in einem Entwicklungskonzept erarbeitet.

Bestandteil weiterer planerischer Arbeiten war die Erstellung eines Beschilderungskonzeptes für die Friedhöfe. Außerdem wurden Grundlagen für die Sanierung der Trauerhalle erarbeitet, die allerdings noch mit einem Sanierungskonzept zu untersetzen sind.

 

Erarbeitung und Umsetzung eines Managementplans für das EU-Vogelschutzgebiet »Schweriner Innensee und Ziegelaußensee«

Kurzbeschreibung

In Mecklenburg-Vorpommern wird das Instrument der Managementplanung zur Lösung der Anforderungen, die sich aus der Meldung bzw. Erklärung von Natura 2000-Gebieten (FFHund Vogelschutzgebiete) ergeben, genutzt. Ziele der Managementplanung sind im Vogelschutzgebiet Schweriner Seen:

1. die naturschutzfachlichen Erfordernisse aus der Meldung umzusetzen,

2. klare und plausible Regelungen zu schaffen,

3. konsensorientierte Lösungen mit den betroffenen Landnutzern zu erreichen,

4. Gemeinden und Vorhabensträgern Planungssicherheit zu ermöglichen und

5. Einzelfallprüfungen auf Verträglichkeit zu erleichtern.

Finanziert wird die Planung anteilig aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern.

 

Erhöhung der biologischen Vielfalt von Arten und Lebensräumen im Stadtgebiet

Die Erhöhung der biologischen Vielfalt von Arten und Lebensräumen im Stadtgebiet erfolgt u.a. durch

  • Renaturierung von Niedermoorflächen (z.B. Siebendörfer Moor)

  • Schutzprogramme für ausgewählte stadttypische Arten (z. B. Fledermäuse, Mehlschwalben)

  • Schutz, Sanierung und Neuanlage von Röhrichten, Hecken und Kleingewässern

  • Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit (Faltblätter, Ausstellungen, Internet, Führungen,Naturschutzstation Zippendorf)

Kurzbeschreibung

  1. Im Siebendörfer Moor, das aktuell durch Einsatz des Schöpfwerkes entwässert wird, soll auf 280 ha der Wasserstand dauerhaft so eingestellt werden, dass moortypische Pflanzen und Tiere wieder einen geeigneten Lebensraum finden. Diese Ausgleichsflächen für den B-Plan Göhrener Tannen (Industriepark Schwerin) leisten später auch einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz, weil weniger klimaschädliche Gase aus den Flächen entweichen werden. Sie sollen aus dem Einflussbereich des Schöpfwerkes entlassen werden.

  2. Durch die Neuanlage und Sanierung von Röhrichten, Hecken und Kleingewässern sollen neue Lebensräume für teilweise auch bedrohte Arten entwickelt werden.

  3. Eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit soll die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen erhöhen.

 

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Landeshauptstadt Schwerin - Fachgruppe Stadtentwicklung

Herr Holger Oertel
Technischer Sachbearbeiter
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