Tradition & Moderne

Leitthema Tradition & Moderne

 © Andreas Duerst, Studio 301

Schwerin verbindet in vielen Bereichen Tradition und Moderne.

In der Wirtschaft sind es zum einen die mittelständischen Betriebe aus den Bereichen des Maschinen- und Metallbaus, der Kunststofftechnik und des Handwerks mit einer langen Tradition. Sie haben sich heute mit innovativen Produkten für die Kunststoffindustrie, die Umwelttechnik, als Zulieferer für die Luftfahrt und die maritime Ausrüstung, vom Sondermaschinenbau bis hin zur Fertigung von Industrierobotertechnik einen international anerkannten Namen gemacht. Ergänzt wird dieser Bereich der Wirtschaft zum anderen durch ein modernes Technologie - und Gewerbezentrum. Hier ist Kompetenz und technisches Know-how bei Medizintechnik, IT/Software, Sensorik, Analytik, Wasserstofftechnik und Multimediatechnik konzentriert. In unmittelbarer Nähe dazu befinden sich Standorte weiterer, etablierter Technologiefirmen. Innovative Technik ist auch Grundlage für die Energieversorgung der Stadt. In zwei modernen Heizkraftwerken und einer Biogasanlage wird über Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme mit hohem Wirkungsgrad umweltfreundlich erzeugt und trägt damit zum Klimaschutz bei. Das Stadtbild ist vor allem geprägt durch den historischen Kern mit einem außergewöhnlichen, geschlossenen Altbaubestand aus dem 18. und 19. Jahrhundert, aus dem das Schloss und der Dom hervorragen. Im Rahmen der großräumigeren Stadterweiterungen des 19. und 20. Jahrhunderts (Paulsstadt, Weststadt, Lankow, Gr. Dreesch) kamen aber Siedlungsflächen mit für die jeweilige Zeit moderner Architektur dazu, und auch das historische Zentrum wurde nach der Wende durch moderne Gebäude ergänzt (Marienplatz, Graf-Schack-Allee). So ist in vielen Bereichen der Stadt der Wechsel von Historie und Moderne im Städtebau erlebbar. Das gilt seit der Bundesgartenschau auch für den Schlosspark, wo der barocke Schlossgarten mit seinen Landschaftsparkelementen entlang des Franzosenwegs und der Garten des 21. Jahrhunderts am Burgsee auf engem Raum beide Qualitäten widerspiegeln.

Diese Potentiale Schwerins sollen zukünftig weiter ausgebaut werden.

Leitziele

Die vorhandene Wirtschaftsstruktur stärken und entwickeln

Die derzeitige wirtschaftliche Struktur Schwerins zeichnet sich insbesondere durch die Leistungsfähigkeit der ansässigen, kleinen und mittelständischen Unternehmen aus. Kreative Ideen, Innovationsfreude und eine rasche Handlungsfähigkeit sind häufig ein entscheidendes Merkmal dieser Betriebe. Sie bilden die Basis für das Arbeits- und Ausbildungsangebot in der Zukunft. Die die Wirtschaftsstruktur prägenden Kompetenzfelder in den Branchen Gesundheitswirtschaft, Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Metallbau, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sowie Medizintechnik sollen in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Die Stadt unterstützt diesen Prozess durch eine kompetente Beratung der Unternehmen zum Wirtschaftsstandort und bei der individuellen Standortsuche, bei der Projektbegleitung sowie in den Genehmigungsverfahren.

Das historische Stadtbild bewahren und erneuern

Zu den besonderen Qualitäten Schwerins gehört der weitgehende Erhalt der historischen Stadtstruktur. Die gezielten Maßnahmen zur Stadterneuerung leisten dabei einen wesentlichen Beitrag zur Förderung dieser Qualität. Mit der Festsetzung von Denkmalbereichen wird die Sicherung dieser historischen Stadtteile unterstützt.

Innovationen zur CO2 - Minderung fördern

Der Einsatz innovativer Techniken zur Energieerzeugung und zur Energieeinsparung soll in Schwerin als Beitrag der Stadt zum Klimaschutz zukünftig verstärkt gefördert werden. Dabei soll an die bestehenden Potentiale angeknüpft werden. Schwerpunkte sind hier insbesondere der Ausbau des Fernwärmenetzes durch die Stadtwerke, die Wärmeisolierung des Gebäudebestandes, innovative Beleuchtungskonzepte sowie die Energiegewinnung auf der Grundlage von Fotovoltaik- und Biogasanlagen.

Zukunftsweisenden Wohnungsbau ausweiten

Die Chancen des Stadtumbaus und der Stadterweiterung sollen insbesondere zur Schaffung neuer, innovativer Wohngebiete genutzt werden. Auf der Basis der Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepte werden zum Beispiel in Neu Zippendorf und im Mueßer Holz Modellquartiere geplant oder sind schon realisiert (Projekt Tallinner Straße/ Vidiner Straße und Modellvorhaben „Innovationen für alten- und familiengerechte Stadtquartiere“ an der Wuppertaler Straße). Projekte mit modellhaften Lösungen soll es darüber hinaus auch in anderen Stadtteilen geben (Feldstadt, Werdervorstadt). In diesem Zusammenhang soll insbesondere auch klimagerechtes, solares Bauen gefördert werden.

Die einzigartige Naturausstattung der Seenlandschaft schützen und entwickeln

Das Schweriner Stadtgebiet weist in vielen Bereichen natur- bzw. landschaftsraumtypische Lebensgemeinschaften mit zum Teil seltenen Pflanzen- und Tierarten auf. Ziel ist der Schutz dieser biologischen Vielfalt. Dazu gehören der Erhalt und die Pflege dieser Bereiche sowie
die Entwicklung neuer Lebensräume. Dabei handelt es sich in erster Linie um Wälder, Gewässer und deren Ufer, Feuchtgebiete, nährstoffarme Trockenstandorte und Brachen. Ein spezieller Schutz besteht in den Gebieten des europäischen Netzwerkes »Natura 2000« (Schweriner Innensee, Ziegelaußensee). Gleichzeitig haben diese Freiräume im Stadtgebiet besondere Qualitäten für das Landschaftserleben. Ziel ist es, die Eigenart dieser Räume mit ihren prägenden Naturraumstrukturen und Landschaftselementen vor Beeinträchtigungen und Überformungen zu schützen, die Erlebbarkeit durch eine Verbesserung der Zugänglichkeit zu erhöhen und Informationen darüber einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.

Leitprojekte

Entwicklung »Industriepark Schwerin«

Kurzbeschreibung

Der Industriepark Schwerin verfügt über eine ca. 350 ha große zusammenhängende Industriefläche. Er bietet potentiellen Investoren optimale Standortbedingungen für die Ansiedlung einer Produktionsstätte. Die vorhandene Ludwig-Bölkow-Straße mit den anliegenden Medien erschließt eine ca. 100 ha große Industriefläche, die zu einem Teil vermarktet ist. Die erfolgreiche Nestlé- Ansiedlung im Jahr 2012, verbunden mit der Sicherung einer Optionsfläche von weiteren 70 ha, macht die Fortführung der inneren Erschließung im südlichen Bereich mit Anbindung an den westlichen Stich am Fährweg notwendig. Für die verkehrliche Anbindung sind sowohl ein Autobahnzubringer zur A14 als auch eine Gleisanbindung an die Hauptstrecke der Deutschen Bahn (Schwerin – Hamburg/Berlin) in der Diskussion. Zusätzlich werden im Rahmen einer Studie vorbereitende Untersuchungen zum Bau einer Industriekläranlage durchgeführt.
Aufbauend auf den Erfolg der Nestlé-Ansiedlung werden verstärkt Marketingaktivitäten initiiert, um den »Nestlé-Effekt« zu nutzen. So werden Branchenmessen besucht, eine Leitidee für den Industriepark entwickelt, um den Wiedererkennungseffekt in der Außendarstellung zu erhöhen, das Faltblatt aktualisiert und auf der Basis eines neuen Kommunikationskonzeptes weitere Werbemaßnahmen erarbeitet, die deutschlandweit zum Einsatz kommen sollen.

 

Modernes Wohnen am Wasser – Weiterbau der Werdervorstadt

Kurzbeschreibung

Mit der Entwicklung des ehemaligen Polizeigeländes an der Amtstraße sowie den östlich davon liegenden ehemaligen Waisengärten werden im Bereich der südlichen Werdervorstadt innovative Wohngebiete in Wassernähe geschaffen. Auf dem Areal der ehemaligen Waisengärten entstehen derzeit attraktiv gelegene Wohnbauflächen, die um verschieden nutzbare Freiräume und öffentliche Räume ergänzt werden und mit vielfältigen Gebäudetypen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ansprechen. Südlich angrenzend an die Wohnbauflächen entsteht eine öffentliche Grünfläche, die sich mit Ausnahme der Wassersportbereiche auf der Schwaneninsel vom ehemaligen Polizeigelände bis zur Strasse »Am Werder« erstrecken wird.

 

Neues Wohnen im Mueßer Holz – Wohngebiet am Consrader Wald mit innovativer Ver- und Entsorgung, modellhafter Infrastruktur und Öffnung nach Consrade

Kurzbeschreibung

Neben dem Bereich Mueßer Berg/Am Schaar im nördlichen Teil des Mueßer Holzes ist das geplante Wohngebiet im Süden des Stadtteils der zweite Bereich, in dem durch großflächigen Rückbau der Plattenbauten Raum für ein Wohngebiet mit innovativem Einfamilienhausbau geschaffen werden soll. Dies betrifft insbesondere die Umsetzung modellhafter Lösungen im Bereich der Ver- und Entsorgung sowie der Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig soll durch eine südliche Anbindung des neuen Wohngebietes eine Öffnung zur Ortschaft Consrade erreicht werden.

 

Ausbau des Fernwärmenetzes zur optimalen Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung

 

Kurzbeschreibung

Das Leitprojekt umfasst derzeit folgende Vorhaben:

  1. Ablösung des Heizhauses »Grüne Straße« durch Anbindung an das Fernwärmenetz der Stadtwerke

  2. Erhöhung des Anschlusspotenzials für die Fernwärme im Bereich der Verbindungsleitung speziell in den Stadtteilen Feldstadt und Altstadt/Schelfstadt

  3. Weiterführung des Fernwärmeausbauprogramm im Bereich Werdervorstadt

  4. Planung einer Fernwärmeversorgung im Bereich Alexandrinenstraße/ Arsenalstraße/ Lübecker Straße mit Weiterführung in Richtung Grüne Straße

  5. Niedertemperaturversorgung der Baugebiete in den Waisengärten

 

Ausbau der Biogasproduktion

Kurzbeschreibung

Der Ausbau der Biogasproduktion soll entsprechend dem Leitziel »Innovationen zur CO2-Minderung fördern« zur CO2-Reduktion führen und damit eine Beitrag auf dem Weg Schwerins zur CO2 neutralen bzw. klimagerechten Stadt bis 2050 leisten. Allerdings soll der Ausbau nur noch auf der Basis biogener Abfälle erfolgen.

 

 

Aufbau eines »Bürger – Solarparks« durch die Stadtwerke

Kurzbeschreibung

Mit der Gesellschaft für erneuerbare Energien Schwerin mbH (GES) als 100%ige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Schwerin GmbH (SWS) wurde eine Gesellschaft gegründet, in der die Errichtung und der Betrieb von regenerativen Energieanlagen gebündelt wird.
Mit vorerst vorrangiger Ausrichtung auf Photovoltaik-Anlagen sollen die Potentiale in Schwerin und Umgebung insbesondere in kommunaler Partnerschaft, soweit wirtschaftlich vertretbar, erschlossen werden.

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Landeshauptstadt Schwerin - Fachgruppe Stadtentwicklung

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