Endlagersuche

© Landeshauptstadt Schwerin / Daniel Meyer-Kohlstock

Endlager für hochradioaktive Abfälle

Seit dem Beschluss des Atomausstiegs in 2011 steht die Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke in 2022 fest. Um den verbleibenden hochradioaktiven Abfall dauerhaft und sicher zu verwahren, wurde 2017 mit einem bundesweiten Endlager-Suchprozess begonnen, welcher sich in die folgenden drei Phasen gliedert. Über den Standort des Endlagers soll 2031 abschließend der Bundestag per Gesetz entscheiden.

Phasen der Endlagersuche

1. Ermittlung von Teilgebieten und Standortregionen

Im Rahmen der ersten Suchphase hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Ende September 2020 den Zwischenbericht Teilgebiete veröffentlicht. Darin wurden auf 54% der Fläche Deutschlands insgesamt 90 Teilgebiete identifiziert, welche nach dem damaligen Wissensstand geologisch grundsätzlich für ein Endlager geeignet wären. Weil die Teilgebiete auf verschiedenen geologischen Formationen beruhen, können sich diese flächenmäßig auch überlagern. Die Landeshauptstadt Schwerin liegt in zwei Tongestein-Teilgebieten, namentlich 004 (Tertiär) und 006 (Unterjura).

Um die Ergebnisse des Zwischenberichts und weitere Aspekte der Endlagersuche kritisch zu diskutieren, fanden drei Beratungstermine der Fachkonferenz Teilgebiete im Februar, Juni und August 2021 statt, welche umfangreich dokumentiert wurden. An den jeweils zwei- bis dreitägigen Beratungen konnten Bürgerinnen und Bürger, sowie Vertreter von Gebietskörperschaften, gesellschaftlichen Organisationen und der Wissenschaft teilnehmen. Zum einen sollte damit frühzeitig das notwendige Wissen für den langfristigen und komplexen Prozess der Endlagersuche in der Gesellschaft verbreitet werden. Zum anderen stellte die Konferenz sicher, dass der Zwischenbericht und die umfassende Kritik daran nicht unbeachtet blieben. Neben der Fachkonferenz stand von Oktober 2020 bis August 2021 eine Online-Kommentierungsplattform zum Zwischenbericht zur Verfügung. Über diese war auch die Einreichung von weiteren Gutachten und Stellungnahmen möglich, um die Datengrundlage für die weitere Eingrenzung der Teilgebiete auf die späteren Standortregionen zu verbessern.

Vier Wochen nach Abschluss der Beratungen übermittelte die Fachkonferenz Teilgebiete ihre Ergebnisse an die BGE, die diese wiederum bei ihrer weiteren Arbeit zu berücksichtigen hat. Im Frühjahr 2022 hat die BGE den Stand der Methodenentwicklung vorgestellt, welcher für die Eingrenzung der Teilgebiete auf die konkreten Standortregionen (potentielle Standorte für das Endlager) ausschlaggebend ist. Im Mai 2022 wurde der aktuelle Stand der Methodenentwicklung auf dem Forum Endlagersuche diskutiert. Des Weiteren ging es auch um den Umgang mit Ungewissheiten, um zeitliche Perspektiven sowie um Fragen der Öffentlichkeitsbeteiligung. Bis zum Beginn der Regionalkonferenzen werden durch das Planungsteam Forum Endlagersuche voraussichtlich noch mehrere öffentliche Veranstaltungen durchgeführt werden.

Sobald das BGE nach Anwendung der entwickelten Methoden einen Vorschlag für die übertägig zu erkundenden Standortregionen gefasst hat, sendet es diesen an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Dieses prüft den Vorschlag und richtet in jeder der vorgeschlagenen Regionen eine Regionalkonferenz ein. Diese sind die wichtigsten Gremien zur Beteiligung der Öffentlichkeit vor Ort und können beispielsweise Stellungnahmen abgeben, Nachprüfaufträge anfordern oder wissenschaftliche Expertise einholen. Nach Abschluss der Regionalkonferenzen übermittelt das BASE den Vorschlag über die Standortregionen an die Bundesregierung. Welche Gebiete in der nächsten Phase weiter erkundet werden sollen, entscheidet der Bundestag per Gesetz.

2. Übertägige Erkundung

Startet erst nach Abschluss der vorherigen 1. Phase. Weitere Informationen stellt das BASE zur Verfügung.

3. Untertägige Erkundung

Startet erst nach Abschluss der vorherigen 2. Phase. Weitere Informationen stellt das BASE zur Verfügung.

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