Biologische Vielfalt

Nicht nur Tagschmetterlinge werden in Deutschland und Europa immer seltener...

 © Dr. Wolfgang Scheller

Die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde, die biologische Vielfalt (oder kurz: Biodiversität), ist die Variabilität lebender Organismen und der ökologischen Komplexe zu denen sie gehören. Sie umfasst die folgenden drei Ebenen:

  • die Vielfalt an Ökosystemen bzw. Lebensgemeinschaften, Lebensräumen und Landschaften
  • die Artenvielfalt
  • die genetische Vielfalt innerhalb der verschiedenen Arten

Der alarmierende Rückgang der biologischen Vielfalt ist weltweit zu beobachten: Durch den Verlust an Lebensräumen, Arten und Genen verarmt die Natur und letztendlich ist dadurch auch die Lebensgrundlage der Menschheit bedroht.

Das zentrale weltweite Abkommen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt ist das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, die Biodiversitätskonvention (englisch: Convention on Biological Diversity, CBD).

Deutschland hat im November 2007 eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt im Rahmen der CBD verabschiedet.Ziele für die biologische Vielfalt in der EU wurden für die Jahre 2020 und 2050 festgelegt.

Im Unterschied zum bisherigen Ziel für 2010 berücksichtigt die neue EU-interne Zielsetzung neben dem Schutz der biologischen Vielfalt auch explizit die Bedeutung der Ökosystemdienstleistungen (im Sinne des Erhalts des natürlichen Kapitals) und den Aspekt der Wiederherstellung.

Vielfalt an den Seen
 © Landeshauptstadt Schwerin/Harald Fuchs

Die Schweriner Seen haben für den Arten und Biotopschutz eine mittlere bis teilweise sehr hohe Bedeutung (Landschaftsplan Schwerin 1998). See- und Fischadler zählen z. B. zu den Brutvögeln des Gebietes und sind regelmäßig zu beobachten. Der Fischotter konnte an vielen Gewässerufern bis in das Stadtgebiet Schwerin hinein nachgewiesen werden. Das gesamte Untersuchungsgebiet ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die bestehenden fünf Naturschutzgebiete im Bereich der Schweriner Seen sollen durch ein weiteres (Wickendorfer Moor) zukünftig ergänzt werden.

BildzoomDie Schutzwürdigkeit des Lebensraumpotentials der Landschaft für rastende und überwinternde Wat- und Wasservögel ist teilweise als mittel bis sehr hoch einzuschätzen. Der Schweriner See gehört zu den wichtigsten Brut- und Rastvogelgebieten Mecklenburg-Vorpommerns. Das Schweriner, Dambecker und Neukloster-Wariner Seengebiet erfüllt nach Darstellung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft MV (2002) die fachlichen Kriterien zur Ausweisung einer "Important Bird Area" (IBA). Die Ufer des Schweriner See haben eine herausragender Bedeutung für die landschaftsgebundene Erholung. (Gutachterlicher regionaler Landschaftsrahmenplan für Westmecklenburg (LUNG MV, 1998).

Das allgemeine Naturschutzziel für viele vergleichbare Gebiete in Deutschland gilt auch für die Schweriner Seen: Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt im Rahmen einer nachhaltigen Erholungsnutzung

Diese umfassende Zielsetzung findet sich in ähnlicher Form auch im Gutachterlichen regionalen Landschaftsrahmenplan für Westmecklenburg (LUNG MV, 1998) wieder: Der Schweriner See ist als Bereich mit besonderer Bedeutung für den Naturhaushalt
bei gleichrangiger Funktion für die landschaftsgebundene Erholung zu erhalten bzw. entwickeln

Bei der Entwicklung eines europäischen "Natura 2000" - Schutzgebietsystems haben insbesondere die östlichen Teilflächen des Schweriner See eine landesweite Bedeutung. Hier existieren bereits heute mehrere Naturschutzgebiete und gemeldete Gebiete nach der FFH-Richtlinie.

Uferregion in der Nähe der Reppiner Burg

Auf der Basis noch zu vertiefender naturkundlicher Kenntnisse über die "Schweriner Seenlandschaft", weiterer Kenntnisse der wesentlichen Konfliktfelder und einer intensiven Informationsvermittlung zu den hier relevanten Themenfeldern müssen zukünftig die Entwicklungsziele der Schweriner Seen konkretisiert werden, um daraus dann spezifische Maßnahmen ableiten zu können. Diese Arbeit könnte im Rahmen eines Agenda 21 - Prozesses über die Formulierung eines Leitbildes für die Entwicklung der Schweriner Seenlandschaft beginnen (vergl. Leitbilder für den Bodensee in Baden-Württemberg und das Steinhuder Meer in Niedersachsen).

Diese Seiten sollen einen Einblick in die besonderen Qualitäten der Natur des Schweriner See vermitteln und über schutzbedürftige Arten und Biotope informieren. Neue Bestandsdaten werden hier zukünftig veröffentlicht.

Wesentliche landschaftsökologische Daten stammen aus Voruntersuchungen zu einem Naturschutz-Modellvorhaben (Naturschutz und Erholung an und auf den Gewässern der Schweriner Seen; E+E/F+E) des Bundesamtes für Naturschutz (BfN, 1995-2002), das teilweise von der Landeshauptstadt Schwerin und vom Umweltministerium MV mitfinanziert wurde.

In Auswertung der Kartierergebnisse dieses Projektes (1997) wurden die Seenufer der Stadt Schwerin grob bewertet. In den Sammelkategorien Fauna, Flora, und Landschaftserleben wurden anhand einer 5-stufigen Skala erste gutachterliche Einschätzungen des jeweiligen "Naturschutzwertes" für fast alle Seenufer im Stadtgebiet Schwerins vorgenommen.

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