Pestizidfreie Kommune

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Pestizide?

Als Pestizide werden alle Substanzen bezeichnet, welche unerwünschte Organismen beseitigen. Pestizide werden unter anderem nach ihren "Ziel-Organismen" unterteilt. So gibt es zum Beispiel Herbizide (gegen Pflanzen), Fungizide (gegen Pilze) und Insektizide (gegen Insekten).

Problematisch an Pestiziden ist dabei nicht nur, dass mitunter auch Nicht-Ziel-Organismen vergiftet werden, sondern dass sich Pestizidrückstände teils in Lebensmitteln und im Trinkwasser wiederfinden. Daneben führt insbesondere der Einsatz von Herbiziden zu einem Rückgang von Nahrungsgrundlagen und Schutzräumen für zahlreiche Tiere, beispielsweise für Bienen und andere Bestäuber.

Es gibt also genügend Gründe, den Einsatz von Pestiziden auf ein Minimum zu reduzieren, beziehungsweise wo immer möglich, vollständig darauf zu verzichten.

Der Weg zur pestizidfreien Kommune

Umsetzung in 2019

Landwirtschaftliche Pachtflächen

Der Abstimmungsprozess zu freiwilligen Vereinbarungen mit den landwirtschaftlichen und anderen Pächtern soll 2019 abgeschlossen werden. Darüber hinaus werden bestehende Verträge mit Pächtern, welche noch chemisch-synthetische Pestizide einsetzen, durch das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) der Landeshauptstadt bis Ende 2019 zum jeweiligen Vertragsende gekündigt. In den neuen Pachtverträgen wird durch das ZGM ausnahmslos eine pestizidfreie Bewirtschaftung, mindestens nach EG-Öko-Verordnung, festgeschrieben.

Kleingartenvereine

Der Generalpächter "Kreisverband der Gartenfreunde e.V." wird durch das ZGM über die Beschlüsse zur Glyphosat- bzw. pestizidfreien Kommune informiert. Da der Generalpachtvertrag nur in gesetzlich vorgegebenen Fällen einseitig gekündigt werden kann, ist hier eine freiwillige Vereinbarung mit dem Generalpächter, der seinerseits entsprechende Verträge mit den einzelnen Sparten schließen müsste, notwendig. Bei der großen Anzahl einzelner Flächenbewirtschafter und angesichts der Tatsache, dass nicht alle Gartenanlagen auf städtischem Pachtland liegen, ist für 2019 zusätzlich eine Informationskampagne geplant. Dabei können sich interessierte Kleingärtner kostenlos vor Ort von Experten im pestizidfreien und bienenfördernden Gärtnern beraten lassen.

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Umsetzung in 2018

Präsentation in der Öffentlichkeit

Seit den Beschlüssen der Stadtvertretung ist die Landeshauptstadt Schwerin als eine von vier pestizidfreien Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern (ca. 250 in ganz Deutschland) auf den Seiten des BUND gelistet. Daneben wird auf www.schwerin.de/pestizidfrei (diese Seite) über die Hintergründe und die Fortschritte auf dem Weg zur pestizidfreien Kommune informiert.

Öffentliche Plätze, Parks und Friedhöfe

Auf den von den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS) bewirtschafteten Flächen, darunter fallen öffentliche Plätze, Parks, Friedhöfe, etc., werden seit etlichen Jahren keine Pestizide mehr eingesetzt. Ebenso werden im PEFC-zertifizierten Stadtwald weder Glyphosate noch andere Pestizide verwendet.

Landwirtschaftliche Pachtflächen

Der Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden auf landwirtschaftlichen Pachtflächen der Landeshauptstadt kann aufgrund bestehender Pachtverträge nicht sofort umgesetzt werden. Im Rahmen der laufenden Verträge und über teils freiwillige Vereinbarungen soll der Pestizideinsatz, auf noch nicht ökologisch bewirtschafteten Flächen, stufenweise reduziert werden. Erste Gespräche dazu wurden bereits mit den größten Pächtern geführt.

Straßenbahntrassen der NVS

Der Einsatz von Pestiziden zur Unterhaltung von Straßenbahntrassen kann nicht sofort eingestellt werden. Zum einen bedarf die Umstellung auf alternative Lösungen, z.B. thermische Behandlung oder Umwandlung in Rasenflur, einer gewissen Vorlaufzeit, um die notwendigen Investitionen zu tätigen. Die Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS) arbeitet jedoch bereits an alternativen Lösungen, welche ab 2019 den teilweisen oder gar vollständigen Verzicht auf Pestizide erlauben soll.

Bereits bestehendes Pestizidverbot für Flächen außerhalb von Landwirtschaft und Gärten

Der Pestizideinsatz auf nicht-landwirtschaftlichen bzw. nicht-gärtnerischen Flächen war schon vor den Beschlüssen der Stadtverteretung und ist auch weiterhin generell verboten. Hier spielt auch die Art des Mittels keine Rolle. Bei jedem ungenehmigten Einsatz drohen Bußgelder. Nur das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) - Dezernat Regionaldienst Schwerin, welches auch für die Ahndung von ungenehmigten Einsätzen im Stadtgebiet zuständig ist, kann hier Ausnahmen erteilen. Generell werden Ausnahmen jedoch nur erteilt, wenn Sicherheitsaspekte, wie z.B. bei Umspannwerken oder in Seuchenfällen eine Rolle spielen. Daneben wurde jedoch auch der NVS für die Pflege ihrer Schottergleisbette der Pestizideinsatz genehmigt, da hier lange Zeit keine Alternativen zur Verfügung standen. Ausgenommen von der Regulierung durch das LALLF ist die Deutsche Bahn, welche eigenständig über den Pestizideinsatz auf ihren Gleisbetten entscheiden darf.

Beschlüsse der Stadtvertretung

Am 12.03.2018 wurden einstimmig gleich drei Beschlüsse gefasst, welche den Einsatz von Pestiziden in der Landeshauptstadt maßgeblich beschränken. Die ersten zwei Beschlüsse 01328/2018 und 01329/2018 betreffen dabei nur das Ende glyphosathaltiger Pestizide auf städtischen Flächen. Der dritte Beschluss 1331/2018 "Pestizidfreie Kommune" bezieht sich dagegen auch auf weitere Pestizide. Es wurde beschlossen:

  1. Die Landeshauptstadt Schwerin ändert ihre Vorschriften bis zum Ende 2018 in der Weise, dass auf städtischen Flächen der Einsatz von chemisch-synthetischen Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden ausgeschlossen ist.
  2. Die Landeshauptstadt Schwerin präsentiert sich in der Öffentlichkeit über geeignete Maßnahmen als „Pestizidfreie Kommune“ und folgt damit dem Beispiel von mehr als 100 Kommunen in Deutschland.
  3. Die Landeshauptstadt Schwerin informiert die Bürgerinnen und Bürger der Stadt in verstärktem Maße über die Bedeutung von Biodiversität in der Stadt und zeigt gleichzeitig Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern wie Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern und bei der Pflege von unversiegelten und versiegelten Flächen auf.

Weiterführende Informationen

Allgemeines zu Pestiziden

Für einen ersten Einstieg in das Thema bieten die folgenden externen Seiten einige Informationen:

Alternativen zu Pestiziden

In vielen Bereichen ist es möglich pestizidfrei zu wirtschaften. Wie das geht, zeigen beispielhaft die folgenden Seiten:

Bestäuberfreundliches Gärtnern

Der Verzicht auf Pestizide ist ein wichtiger Schritt in Richtung bienenfreundliches Gärtnern. Hinweise zu den weiteren Schritten geben unter anderen die folgenden Seiten:

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Kontakt

Landeshauptstadt Schwerin -
Fachgruppe Immissionsschutz & Umweltplanung

Herr Marcus Schreier
Techn. Sachbearbeiter
Raum: 2.047

Am Packhof 2-6
19053 Schwerin
+49 385 545-2426
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