Säulengebäude soll wieder Markthalle werden: Stadt entscheidet sich für neues Nutzungskonzept 24.01.2020

 © Landeshauptstadt Schwerin / Ulrike Auge

Für das historische Säulengebäude am Markt gibt es nach der Neuausschreibung durch die Stadt ein neues Nutzungskonzept, das eine Wiederbelebung als Markthalle vorsieht. Das Konzept wurde von Martin Neuhaus und Thomas Jezerkowski eingereicht und soll mit Unterstützung der Stadt umgesetzt werden. Darüber informierte Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum am Donnerstagabend die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses der Stadtvertretung. „Nach zahlreichen gastronomischen Fehlversuchen und Neuanfängen sieht der Plan einen vielversprechenden Rückgriff auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Markthalle und städtischen Treffpunkt vor. Geplant ist eine Mischnutzung als öffentlicher Kultur- und Erlebnisraum mit regional und touristischen ausgerichtetem Kleinst- und Einzelhandel sowie gastronomische Angebote“, erklärte Nottebaum.

Für eine rein gastronomische Nutzung des markanten klassizistischen Gebäudes sehen Neuhaus und Jezerkowski nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte keine wirtschaftliche Perspektive. „Wir haben aber an diesem Platz großes Interesse, dass es ein attraktives und dauerhaftes  Angebot für die Gäste der Stadt und die Schweriner gibt“, sagt Nottebaum. Die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudes und hat ihr Zentrales Gebäudemanagement parallel zur Ausschreibung mit der Prüfung von Umbauten beauftragt, um den barrierefreien Zugang von außen und ins Obergeschoss des denkmalgeschützten Hauses herzustellen.

Die Verhandlungen über den Mietvertrag werden kurzfristig aufgenommen, sodass eine Teileröffnung bereits zum Frühjahr 2020 erfolgen kann. Die Dreescher Werkstätten, die sich mit der Idee eines Inklusionsunternehmens oder Werkstattbetriebs in Form eines Restaurants für das Säulengebäude beworben hatten, sollen von der Stadt bei der Suche  nach einem geeigneten Alternativstandort unterstützt werden. Die erforderlichen Bauarbeiten zur Herstellung der Barrierefreiheit sollen nach jetzigen Planungen während des laufenden Betriebs im Säulengebäude durchgeführt werden.

Vorgesehen ist die Bewirtschaftung des Gebäudes durch eine Betriebsgesellschaft. Im Erdgeschoss sollen bis zu sechs kleine Einzelhandelsflächen mit Zugang zum Markt eigerichtet werden. Hier könnten inhabergeführte Geschäfte innovative Ideen verwirklichen oder lukrative Nischen besetzen. Feinkostladen, ein Souvenirshop, Fotograf – die bunte Mischung soll unterschiedliche Altersgruppen ansprechen.

Auch kurzfristige Nutzungen durch so genannte Pop-up-stores, die gern auch mit Veranstaltungen auf dem Markt korrespondieren dürfen, sind denkbar. Zwischen den Säulen darf und soll wieder flaniert werden. Café und Bistro sollen mit regionalen Angeboten und einem Mittagstisch Einheimische und Touristen gleichermaßen ansprechen, so die neuen Betreiber.

Für das Obergeschoss stellen sie sich eine öffentliche Nutzung vor  -  Welterbehaus, Sonderausstellungen, die Lust auf Stadtgeschichte machen, Ausstellungen des Kunstvereins oder kleine Veranstaltungsformate wie Konzerte, Diskussionsrunden, Empfänge, Talkshows. Auch der legendäre Keller unter dem Säulengebäude, in dem zu DDR-Zeiten viele Feiern stattfanden, soll wieder für Feste aller Art vermietet werden. Denn in Schwerin gibt es einen Mangel an Lokalitäten, die ohne Vorbedingung zur Verfügung stehen. Im  Dachgeschoss könnten die Gesellschafter der neuen Betriebsgesellschaft ihre Büros einrichten.

Hintergrund:

Das  Säulengebäude wurde vom Ludwigslus­ter Hofbaudirektor Busch  als Markthalle im klassizistischen Stil errichtet und 1785 fertig gestellt. Fortan nannten die Schweri­ner die Halle auch Krambudenhaus oder wegen seiner 14 dorischen Säulen das Säulengebäude. Ab 1805 wurde es erstmals gastronomisch genutzt: Im Untergeschoss entstand ein Weinkeller, der erst 1938 geschlossen wurde. 1975 verwendete man den Keller wieder als Gaststätte – für Feiern und andere geschlossene Veranstaltungen.

 

 

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