Fairtrade-Kampagne in der Landeshauptstadt gewinnt an Fahrt Kunden können mit Postkarten faire Produkte einfordern 19.04.2013

„Lieber Geschäftsführer, liebe Geschäftsführerin, ich hätte gern einen fair gehandelten Kaffee, Tee, Kakao oder Wein bei Ihnen getrunken“ – mit dieser Bitte auf einem kleinen Kärtchen können sich Schwerinerinnen und Schweriner künftig in ihrem Lieblingslokal ganz einfach und unkompliziert Gehör beim Chef oder bei der Chefin verschaffen und um Unterstützung für fair gehandelt Produkte bitten.  „Die Umstellung zum Beispiel auf fairen Kaffee kostet im Einkauf pro Tasse nur durchschnittlich zwei Cent. Ich glaube, dass viele Menschen bereit sind, diesen geringen Aufpreis zu bezahlen, wenn dafür garantiert wird, dass die Produkte unter  menschenwürdigen Bedingungen produziert und fair gehandelt werden“, argumentiert  Ralf Göttlicher, der die Kampagne für die Fairtrade-Stadt Schwerin koordiniert.

Lebensmittel wie Kaffee und Schokolade, Sportartikel wie Fuß- und Handbälle, Kleidung, Schuhe, Blumen – all das gibt es bereits aus Fairem Handel. „Mit der Postkarten-Aktion wollen wir auch den Schweriner Einzelhandel sensibilisieren, ihren Kundinnen und Kunden mehr fair gehandelte Produkte anzubieten. Gleichermaßen braucht der Handel ein Feedback, ob diese Produkte vom Verbraucher auch gewünscht sind“, sagt Sabine Steinbart, die als Citymanagerin in engem Kontakt zu den Händlern steht. „Wir wollen selbst gern fair behandelt werden, deshalb möchte ich im Schlossgartenpavillon künftig auch fair gehandelte Kaffee-, Kakao- und Teespezialitäten anbieten, zumal mich schon Gäste konkret danach gefragt haben“, beschreibt Gastronomin Manuela Blohm von Ars Vivendi ihre Motivation, sich der Fairtrade-Kampagne anzuschließen.Behilflich bei der Suche nach fair gehandelten Produkten ist die Aktionsgruppe Eine Welt e.V. Schwerin um Ralf Göttlicher (www.fairtrade-schwerin.de). Von dieser Aktionsgruppe ging auch die Idee für die Bewerbung der Landeshauptstadt um den Titel „Fairtrade-Stadt“ aus. Die Fairtrade-Aktivisten, die seit mehr als 20 Jahren in Schwerin den „Weltladen“ ehrenamtlich betreiben, sind optimistisch, dass die Landeshauptstadt  die fünf Kriterien erfüllen kann, um den Titel „Fairtrade-Stadt“ noch in diesem Jahr zu erringen.„Schwerin hat sich nach einem einstimmigen Beschluss der Stadtvertretung im November 2012 auf den Weg zu Fairtrade-Stadt gemacht“, sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Seit Februar bekommen Gäste im OB-Büro zum Beispiel regelmäßig fair gehandelten Kaffee und Gebäck angeboten. „Ich habe dazu extra eine Verkostung  im Schweriner Weltladen mitgemacht“, erzählt die Oberbürgermeisterin.

Eine Kaffee-Verkostung  will die Verwaltung auch für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren, denn die sind schließlich auch Kundinnen und Kunden. „Bildung und Aufklärung sind  wichtige Aspekte unserer Kampagne“, sagt Ralf Göttlicher. „Schön ist es, wenn das möglichst schon im Kindesalter beginnt. Denn Kinder haben ein großes Gerechtigkeitsgefühl. Wenn sie lernen, dass ihr fair gehandelter Fußball einen Beitrag zur Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern leistet, dann prägt das sicher dauerhaft ihre Einstellungen“, so Ralf Göttlicher. Schulklassen und Jugendgruppen, Kirchgemeinden oder Interessensverbände können sich im Rahmen der Kampagne sachkundige Aktive einladen, die ihnen mehr über die Hintergründe des Fairen Handels nahe bringen.
Die blauen Aktionskarten mit dem Motto „fairtrade ist schwerin“ wurden in einer Auflage von 8000 Exemplaren gedruckt und werden in Geschäften und Gaststätten, Kirchen, Bussen und Bahnen des Nahverkehrs, im BürgerBüro des Stadthauses, im KIZ , den Stadtteiltreffs und weitren öffentlichen Orten verteilt.

Hintergrund: Fairer Handel

Was ist die Fairtrade-Stadt-Kampagne?
In 24 Ländern gibt es bereits Fairtrade-Städte. Über 1.000 davon sind es weltweit, darunter zum Beispiel London, Brüssel, Rom, San Francisco und Kopenhagen. Seit Januar 2009 können sich Kommunen in Deutschland bei der Siegelorganisation Fairtrade Deutschland um diesen Titel bewerben. Mehr als 140 Fairtrade-Städte gibt es in Deutschland. Darunter auch Schwerins Partnerstadt Wuppertal sowie Rostock, Hamburg, Leipzig und Nordhausen. Ständig bewerben sich neue Kommunen.

Was unterscheidet den fairen vom konventionellen Handel?
Der Faire Handel setzt sich für mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel ein. Im Mittelpunkt stehen Produzentinnen und Produzenten in Asien, Afrika und Lateinamerika. Durch partnerschaftliche Handelsprinzipien können sie eigenverantwortlich ihre Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern:

•    Fairer Preis zur Sicherung eines ausreichenden Einkommens und
      zum Schutz vor Schwankungen auf dem Weltmarkt

•    Fairtrade-Aufschlag für Investition in Bildungs- und      Gesundheitsprojekte oder in die Verbesserung der Infrastruktur

•     Langfristige Verträge und Vorfinanzierung schafft       Planungssicherheit für Produzentinnen und Produzenten

•    Möglichst direkte Handelsbeziehungen zum Ausschluss
      ausbeuterischer Zwischenhändler

•    Sicherung der Rechte von Kindern und die Gleichberechtigung von
      Frauen

•    Förderung der Umstellung auf ökologischen Anbau

Unterschiedliche Überprüfungsmechanismen stellen sicher, dass die Fair-Handels-Kriterien eingehalten werden.

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