Schweriner Rathaus wird zum weltweiten Aktionstag in grünes Licht getaucht 21.11.2013

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow: „Landeshauptstadt setzt Protestzeichen gegen die Todesstrafe“
Am 30. November 2013 findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio wieder der internationale Aktionstag unter dem Motto: „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ statt.
Im Jahr 2005 hatte die Stadtvertretung der Landeshauptstadt Schwerin mit großer Mehrheit beschlossen, dass sich die Stadt der Initiative anschließt. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow: „Mit Hilfe unseres kommunalen Eigenbetriebes Zentrales Gebäude-Management werden wir das Altstädtische Rathaus am Samstag, dem 30. November wieder symbolisch mit grünem Licht anstrahlen. Denn die Farbe Grün steht für das Leben“, sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. „Außerdem können sich die Schwerinerinnen und Schweriner vom2. bis zum 7. Dezember 2013 im Foyer des Stadthauses, Am Packhof 2-6, mit ihrer Unterschrift gegen die Todesstrafe aussprechen“, fügt die Verwaltungschefin hinzu.
Hintergrund
Mittlerweile ist die Zahl der beteiligten Städte auf fast 1.630 in 89 Ländern gestiegen. Auch 71 Hauptstädte haben sich der Aktion angeschlossen. In vielen größeren und kleineren Städten wird an diesem Tag ein charakteristisches Gebäude besonders angestrahlt: in Rom das Kolosseum, in Brüssel das Atomium, in Berlin der Rathausturm, in Würzburg die Festung oder in Nürnberg die Straße der Menschenrechte. Damit soll der Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe zum Ausdruck gebracht werden. In Deutschland ist die Zahl der beteiligten Städte in diesem Jahr auf 155 angestiegen (z. B. Berlin, Hamburg, Stuttgart, Mönchengladbach, Schwerin, Bremen, Weimar, Bielefeld, Konstanz und zahlreiche kleinere Städte wie Winnenden, das vor einigen Jahren beim Amoklauf in der Schule eine schreckliche Tragödie erlebte).
Im Dezember 2007 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum ersten Mal in der Geschichte mit großer Mehrheit eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet. Im Dezember 2012 wurde an gleicher Stelle mit 110 Ja-Stimmen eine solche Resolution mit dem Ziel einer vollkommenen Abschaffung der Todesstrafe verabschiedet.Die Kampagne konnte in diesem Jahr weitere Fortschritte verzeichnen: In den Vereinigten Staaten ist festzustellen, dass mit Illinois im Jahr 2011, mit Connecticut im April 2012 und Maryland im Jahr 2013 mittlerweile 18 Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben. In den vergangenen fünf Jahren haben somit sechs Staaten der USA diese Strafe abgeschafft. In Asien hat das Parlament der Mongolei am 5. Januar 2012 das Zweite Fakultativprotokoll zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnet, und ist somit für das Land vor den Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft die Verpflichtung eingegangen, die Todesstrafe nicht mehr anzuwenden. Dasselbe hat in Afrika Benin im Juli 2012 getan. Im Oktober 2013 hat der Jemen die Hinrichtung von Minderjährigen ausgesetzt.Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie de facto nicht mehr an, nur eine Minderheit von 51 Staaten übt diese Praxis noch aus. In den vergangenen 15 Jahren, seit die Gemeinschaft Sant’Egidio eine besondere Kampagne mit einem Appell für ein weltweites Moratorium durchführt, hat sich das Zahlenverhältnis zwischen den Ländern mit und ohne Todesstrafe umgekehrt. Auf globaler Ebene erscheint die Tendenz zur Abschaffung der Todesstrafe mittlerweile unumkehrbar. Trotzdem gibt es noch besorgniserregende Tendenzen, wie z. B. die Wiederaufnahme von Hinrichtungen in Japan, Indien und Pakistan nach einem mehrjährigen Moratorium. Daher sind Engagement und Aufmerksamkeit gegenüber diesem Thema weiterhin weltweit gefordert und auch diese aktuelle Kampagne von großer Bedeutung, um die öffentliche Meinung für dieses Thema zu sensibilisieren.
Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 60.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben“ gegründet. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Für die 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe hat die Gemeinschaft Sant’Egidio bisher ca. 5,5 Millionen Unterschriften gesammelt. Am 2. November 2007 wurde ein erster Teil der Unterschriften dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung, Srgiam Kerim, übergeben. Außerdem pflegen Mitglieder von Sant’Egidio weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützen viele im persönlichen Einsatz.Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://nodeathpenalty.santegidio.org/en.aspx
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