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Faires Design aus alten Kleidern Neues Innenstadt-Projekt widmet sich dem verantwortungsvollen Umgang mit Altkleidern und verwandelt Stoffreste in Spieltiere 28.01.2022

Was wäre, wenn Stoffreste eine zweite Chance bekämen? Wenn Menschen durch ihre Kleiderspende dazu beitragen könnten, nicht nur die Umwelt zu schonen, sondern auch schöne Dinge entstehen zu lassen? Was, wenn die Kleiderspende nicht nur Bedürftigen helfen, sondern auch einen Mehrwert für den Schweriner Einzelhandel haben würde?

Diese Fragen stellten sich Lena Sonnenberg, Formatentwicklerin und Gestalterin für visuelles Marketing im Modehaus Kressmann, Henning Penske-Chyhir, Projektmitarbeiter bei der Stadtmarketing GmbH Schwerin und Citymanager Stefan Purtz. Im Rahmen des Förderprogramms „Re-Start - Lebendige Innenstädte MV“ waren sie Ende 2021 auf der Suche nach einem Modellprojekt, um die Innenstadt Schwerins im Allgemeinen und den Einzelhandel im Besonderen nach der Corona-Pandemie zu revitalisieren und zu stärken. Seit Kurzem hat das Ergebnis ihrer Überlegungen einen Namen: „fairwertvoll Schwerin“. Das Projekt verbindet die innerstädtischen Herausforderungen mit der nachhaltigen Verwertung von Textilien.

Mitmachen lohnt sich
Die Idee dahinter: Schweriner und Menschen aus dem Umland bringen alte Kleidungsstücke und Stoffe, die sie nicht mehr brauchen, in teilnehmende Geschäfte in der Schweriner Innenstadt. Dort erhalten sie für ihre Spende einen Rabattcoupon, der im Geschäft eingelöst werden kann und auf diese Weise die Besucherfrequentierung erhöht und als Kundenbindung wirkt. Textilien, die in einem guten, tragbaren Zustand sind, werden an karitative Unternehmen und Kleiderkammern, wie die Kleidersammlung der Malteser, verteilt, die sie an Bedürftige ausgeben. Nicht mehr verwendbare natürliche Stoffe wie Baumwolle und Leinen werden im Rahmen des Projektes weiterverwendet. Daraus sollen in nächsten Schritten pädagogische Spieltiere für Kindergärten, sympathische Maskottchen und Souvenirs entstehen.

Den lokalen Einzelhandel stärken und gleichzeitig Müll reduzieren
Lena Sonnenberg ist seit 2018 Mitarbeiterin im Modehaus Kressmann. Die junge Frau interessiert sich für faire Mode und Slow Fashion und ist sich der Verantwortung der Gesellschaft gegenüber der Umwelt bewusst. Sie erläutert, was ihr an der Aktion so wichtig ist: „Wir wollten ein Projekt auf die Beine stellen, das nachhaltig ist und den Anforderungen unserer Zeit gerecht wird. Dazu gehört für uns, dass Kleidung und Stoffe wieder mehr wertgeschätzt werden und auch nach einer möglichst langen Tragezeit noch für einen guten Zweck „fairwertet“ werden.“

Henning Penske-Chyhir ist als Projektmitarbeiter bei der Stadtmarketing GmbH Schwerin für die Entwicklung von innerstädtischen Belebungsmaßnahmen zuständig, von denen „fairwertvoll“ eine ist. Er ergänzt: „Die Herausforderung liegt darin, diese zukunftsweisende Idee an die Bedürfnisse der Menschen und an die Strukturen der Stadt anzupassen. Fairwertvoll trägt dazu bei, Müll zu reduzieren, die Wirtschaft und den Handel zu begünstigen und bestehende regionale Infrastrukturen innovativ zu nutzen. Damit kann aus Altem Neues entstehen.“

Bislang neun teilnehmende Geschäfte
Heute, am 28. Januar 2022, wird das Projekt erstmal über Plakate an den Litfaßsäulen in Schwerin bekannt gemacht. Ab dem 7. Februar bis einschließlich 30. April 2022 können die Textilien dann in den beteiligten Geschäften abgegeben werden. Bisher beteiligen sich folgende Einzelhändler an der Aktion, die zunächst bis Ende April läuft: Modehaus Kressmann, La Mode, Trend – Dänische Mode, Spontan, No1 Mode, Lillekids, Boutique Emma Emmily, Boutique Arite, Schweriner Korkladen.

Aktuell wird noch an den Entwürfen für die Spieltiere gefeilt. Dafür konnten die Projektbeteiligten das Schweriner Unternehmen Red Rebane und die Gestalterin Katja Feist gewinnen. Die Prototypen der Tiere werden voraussichtlich Ende Februar fertig sein.

Unter www.schwerin.de/fairwertvoll finden Interessierte weitere Details über beteiligte Geschäfte und den Stand des Projektes.

Hintergrundinfos zum Förderprogramm
Für das Projekt „Sofortprogramm „Re-Start - Lebendige Innenstädte MV“ wurden Gelder aus dem MV-Schutzfonds durch das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung MV bereitgestellt. Wesentliches Ziel des Programms ist es, den Einzelhandel im ortsnahen Umfeld zu stabilisieren. Das Projekt „fairwertvoll“ ist eines der Vorhaben, die über das Sofortprogramm dabei unterstützt werden, durch konkrete Besuchsanreize mehr Publikum in die City zu locken. Antragsteller für das Projekt ist die Stadt Schwerin. Im Rahmen der Förderung werden zusätzlich zum „fairwertvoll“ Projekt weitere Maßnahmen für Schwerin entwickelt und umgesetzt. Citymanager Stefan Purtz erklärt: „Wir planen, durch diverse Veranstaltungen, digitale Anbindungen und virtuelle Welten, sowie Innenstadtmöblierungen in der Schweriner Innenstadt positive Effekte zu schaffen.“

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