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Standortvergleich für künftiges Stadtgeschichtsmuseum Schwerin: Stadt favorisiert denkmalgeschütztes Bürgerhaus am Schlachtermarkt 27.08.2020

Oberbürgermeister Rico Badenschier (Mitte), der Leiter des Kulturbüros Dirk Kretzschmar (r.) und Dr. Jakob Schwichtenberg von der Stadtgeschichtlichen Sammlung vor dem Bürgerhaus am Schlachtermarkt.   © Steffen Holz / Maxpress

Seit der Schließung des Stadtgeschichtsmuseums am Großen Moor vor 15 Jahren ist der Wunsch einer Reaktivierung des Museums nicht nur bei den Schwerinerinnen und Schwerinern groß, sondern auch bei den Gästen. Mit mehr als 50.000 Exponaten verfügt die stadtgeschichtliche Sammlung über zahlreiche interessante Ausstellungsobjekte.

Nun liegt den Mitgliedern des Hauptausschusses der Stadtvertretung ein Bericht der Verwaltung zur Standortbetrachtung für ein neues Stadtgeschichtsmuseum vor. Sieben Standorte im Innenstadtbereich wurden darin unter den Kriterien „Lage“, „Ausstellungsfläche“, „Eigentum“ und „Infrastruktur“ betrachtet. Mitglieder der Stadtvertretung, des Historischen Vereins Schwerin, des Stadtgeschichts- und Museumsvereins verständigten sich mit der Stadtverwaltung im Vorfeld über die Bewertungskriterien und die zu betrachtenden Gebäude und Grundstücke. Auch die voraussichtlichen Instandsetzungskosten wurden ermittelt.

„Im Ergebnis dieses Variantenvergleichs schlägt die Verwaltung der Stadtvertretung das denkmalgeschützte Bürgerhaus in der Landesrabbiner-Holdheim-Straße 7 als neuen Standort für das Stadtgeschichtsmuseum vor“, erklärt Oberbürgermeister Rico Badenschier. Das im Eigentum der Landeshauptstadt befindliche Gebäude steht seit dem Auszug des letzten Mieters wieder für eine neue Nutzung zur Verfügung. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, hat eine bewegte Geschichte und verfügt mit mehr als 700 m² auch über genügend Platz für ein künftiges Stadtgeschichtsmuseum. Die zentrale Lage des Gebäudes am frisch sanierten Schlachtermarkt ist ein klarer Pluspunkt. Der Museumsstandort könnte dort auch von den bereits vorhandenen gastronomischen Angeboten profitieren. So kann auf die Planung einer gastronomischen Einrichtung innerhalb des neuen Stadtmuseums verzichtet werden. „Zur Wahrheit gehört auch, dass das Museum nicht nur eingerichtet, sondern auch betrieben werden muss, was dauerhafte Betriebs- und Personalkosten verursacht. Unser Standortvergleich dient der Vorbereitung einer Grundsatzentscheidung, die von der Stadtvertretung getroffen werden muss. Danach können die Planungskosten frühestens in den Doppelhaushalt 2023/2024 eingestellt werden“, beschreibt Oberbürgermeister den Zeithorizont für die Umsetzung des Vorhabens.

Wiedereinrichtung des Museums würde 2,4 Mio. Euro kosten

Die vom Zentralen Gebäudemanagement ermittelten Instandsetzungskosten für das   Bürgerhaus in der Landesrabbiner-Holdheim-Straße 7 betragen ca. 1,9 Mio. Euro. Die Einrichtung einer Dauerausstellung würde etwa 475.000 Euro kosten. Somit wären für die Wiederetablierung der Stadtgeschichtlichen Ausstellung an diesem Standort knapp 2,4 Mio Euro Gesamtkosten zu erwarten. „Die älteste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns hat kein Stadtgeschichtsmuseum mehr – das empfinden viele Schwerinerinnen und Schweriner als Fehlstelle und schmerzlichen Verlust. Wir sollten diese Lücke in unserer touristischen und kulturellen Infrastruktur in den kommenden Jahren wieder schließen. Auch als wichtiger außerschulischer Lernort wird das Museum gebraucht“, argumentiert Oberbürgermeister Rico Badenschier.  „Mein Wunsch wäre es, dass wir an diesen Ort unterschiedliche Alters-, Sozial- und Interessengruppen erreichen und zum Nachdenken über Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt Schwerin anregen“, fügt Kulturdezernent Andreas Ruhl hinzu. „Das Bürgerhaus in der Landesrabbiner-Holdheim-Straße 7 ist aus meiner Sicht hierfür prädestiniert. Es war in den vergangenen zwei Jahrhunderten nicht nur Zeuge unterschiedlichster Nutzungen, sondern auch Spiegelbild der unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen. Damit ist es selbst ein Stück Stadtgeschichte.“

Historisches Museum in Schwerin wurde 1970 eingerichtet

1963 begann die Geschichte des Historischen Museums mit der Einrichtung der „Abteilung Geschichte der neuesten Zeit und Zeitgeschichte“ im Staatlichen Museum, die gemeinsam mit der volkskundlichen Abteilung das Bezirksheimatmuseum im Bezirk Schwerin bildete.

Aus dieser Abteilung ging 1970 das Historische Museum Schwerin als kommunales Museum hervor. Gleichzeitig eröffnete das heutige Freilichtmuseum für Volkskunde in Schwerin-Mueß.

1985 bezog das Historische Museum ein Bürgerhaus am Großen Moor. Aus der vom Stadtarchiv seit 1960 gebildeten Sammlung war 1976 die Ausstellung „Schwerin – gestern, heute, morgen“ im Säulengebäude am Markt hervorgegangen. Mit der Einrichtung eines Stadtgeschichtsmuseums 1990 fielen diesem das Säulengebäude, die Ausstellung und das Personal zu. Die seit ihrer Rekonstruktion 1985 als Schauanlage betriebene Schleifmühle blieb, wie auch das Säulengebäude, bis 1995 Außenstelle des Stadtgeschichtsmuseums.

1995 gab man die besucherstarken Außenstellen Schleifmühle und Säulengebäude auf. Diese Einrichtungen vereinten ca. 80 Prozent aller Besuche. Im Jahre 2005 erfolgte die Schließung des Standorts Großer Moor 38 und damit der Ausstellung zur Schweriner Geschichte.

 

 

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