Am 13. Oktober kam im Zoo Schwerin ein weibliches Giraffenkalb zur Welt. Mutter „Kahlua“ kümmert sich vorbildlich um ihren Nachwuchs. Schon bald könnte die kleine Giraffe auf der Außenanlage zu sehen sein.
Der Zoo Schwerin freut sich über Nachwuchs bei den Nubischen Giraffen: Am Dienstag, dem 13. Oktober 2026, um 14 Uhr wurde ein weibliches Giraffenkalb geboren. Mutter Kahlua und ihrem Jungtier geht es gut. Für sie war es die zweite Geburt. Das Kalb ist bereits erstaunlich mobil und zeigt sich selbstbewusst. Die 7-jährige Kahlua kümmert sich fürsorglich um ihren Nachwuchs und lässt das Jungtier problemlos trinken.
Überraschender Start ins Leben
Auch wenn die Geburt bereits durch das Team erwartet wurde, startete sie eher überraschend: Da sich der genaue Geburtstermin bei Giraffen aufgrund der schwankenden Tragzeit nicht zuverlässig vorhersagen lässt, entscheiden die Tierpflegerinnen und Tierpfleger täglich anhand der Beobachtungen, ob sie die Tiere auf die Außenanlage lassen. Noch am Vormittag hatte es bei Kahlua keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Geburt gegeben. Typische Anzeichen sind Unruhe oder die Verweigerung von Futter.
Dr. Tim Schikora, Zoodirektor: „Eine Geburt im Stall ist für das Team und für die Tiere grundsätzlich günstiger. Dort ist es ruhiger und Mutter und Kalb können sich an die neue Situation gewöhnen. Das Team war auf eine mögliche Geburt vorbereitet, der konkrete Zeitpunkt kam jedoch überraschend. Die Mitarbeitenden konnten Kahlua aber zügig in einen rückwärtigen Bereich bringen, als die Geburt einsetzte.“
In einem abgetrennten, direkt an den Stall angrenzenden Teil der Anlage kam das Kalb dann zur Welt. Kurze Zeit später konnten Mutter und Kalb gemeinsam mit der Gruppe im Stall untergebracht werden. „Das Jungtier zeigt sich bisher sehr agil und aufgeweckt. Sie trinkt gut und die Mutter zeigt sich fürsorglich. Das freut das gesamte Team“, so Schikora.
Kahlua hat bereits Erfahrung mit der Aufzucht: Das neugeborene Kalb ist ihr zweites Jungtier. Wie schon bei ihrem ersten Nachwuchs „Mojo“, der im Jahr 2025 zur Welt kam, zeigt sie sich als sehr gute Mutter und kümmert sich vorbildlich um das Kleine.
Wie es weitergeht
Vorerst bleibt die kleine Familie von den übrigen Giraffen getrennt, damit Mutter und Kalb ausreichend Ruhe haben. Es gilt, Stress zu vermeiden und die beiden behutsam mit der Gruppe zusammenzuführen. Auch die Witterung spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, wann das Kalb auch auf die große Anlage darf. „Bis wir zuverlässig beurteilen können, ob sich das Kalb gesund entwickelt, werden noch einige Wochen vergehen. Mutter und Kalb werden bis dahin engmaschig betreut“, so Schikora.
Für die Gruppe wird es in den kommenden Monaten eine weitere Veränderung geben: Kahluas erstes Jungtier „Mojo“ soll bald in einen anderen Zoo umziehen. Ein genauer Zeitpunkt steht dafür noch nicht fest. Bis es soweit ist, leben mit dem Kalb, seiner Mutter Kahlua, ihrer Schwester „Daisy“ sowie den Bullen „Madiba“ und „Mojo“ nun insgesamt fünf Giraffen im Schweriner Zoo.
Nur noch 7000 Nördliche Giraffen in der Natur
Die Geburt ist nicht nur für den Zoo Schwerin ein erfreuliches Ereignis, sondern auch ein wichtiger Beitrag für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EAZA Ex-situ Programme / EEP) für die Nördlichen Giraffen, zu denen auch die Unterart der im Zoo lebenden Nubischen Giraffen zählt. Die Nördlichen Giraffen zählen zu den am stärksten bedrohten Großsäugern der Welt. In der Natur leben nur noch knapp 7.000 Tiere.
Die koordinierte Erhaltungszucht in zoologischen Einrichtungen ist ein wichtiger Baustein zum Schutz der Giraffen. Das EEP für Giraffen umfasst alle Giraffenarten und -unterarten. Insgesamt werden darin rund 776 Tiere in 305 Einrichtungen geführt; etwa 440 davon sind Nubische Giraffen. Ziel ist es, eine gesunde Reservepopulation aufzubauen und langfristig zu erhalten.
