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Ein Fass Wein, ein alter Brauch und drei Tage Mittelalter: Martensmarkt vom 6. bis 8. November 2026 in Schwerin – mit Gauklern, Märchenspielen, Feuershows und einem besonderen Gast aus Lübeck 16.10.2026

 © Uwe Nölke

Ein Bote aus Lübeck, ein Fass Rotwein und eine Freundschaft, die Jahrhunderte überdauert hat: Wenn der Martensmann nach Schwerin kommt, wird eine mehr als 700 Jahre alte Tradition wieder lebendig. Vom 6. bis 8. November 2026 lädt die Landeshauptstadt zum Martensmarkt ein. Drei Tage lang wird der historische Marktplatz zur Bühne für mittelalterliches Markttreiben, Musik, Gaukelei und märchenhafte Geschichten. Höhepunkt ist die Ankunft des Lübecker Martensmannes am Sonntagnachmittag.

Zwischen historischen Marktständen, Handwerkskunst und Tavernen entfaltet sich ein Wochenende, das große und kleine Gäste auf eine Zeitreise mitnimmt. Märchenspiele erzählen vom Fischer und seiner Frau, von Hasen und Igeln und des Kaisers neuen Kleidern. Die Panikkompanie verbindet Artistik mit Clownerie, während Varius Coloribus Experience mit Musik der alten Welt für mittelalterliche Klänge sorgt. Wenn die Dunkelheit hereinbricht, tauchen leuchtende Gestalten den Marktplatz in ein besonderes Licht. Die Feuershow „Araga Mysteria“ beschließt am Freitag- und Samstagabend das Programm.

Bereits am Freitag beginnt das Wochenende mit einer lieb gewonnenen Tradition: dem größten Laternenumzug durch die Schweriner Altstadt. Zuvor eröffnet Oberbürgermeister Sebastian Ehlers um 17:40 Uhr den Martensmarkt, gefolgt von einem musikalischen Programm der Kinder des Horts „Paulsstädter Fritzen“. Um 18 Uhr setzt sich der Laternenzug in Bewegung. Die Eröffnung und der Umzug finden in diesem Jahr in Kooperation mit der Kita gGmbH Schwerin anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums statt. Alle Familien und Kinder sind herzlich eingeladen, dabei zu sein. Zurück auf dem Marktplatz können die kleinen Gäste am Lagerfeuer Stockbrot backen.

Am Sonntag, dem 8. November, richtet sich der Blick schließlich auf den Ehrengast aus Lübeck. Um 15 Uhr wird der Martensmann mit seiner Kutsche und einem Fass Lübecker Rotspon auf dem Marktplatz erwartet. Der Wein ist weit mehr als ein Mitbringsel: Seit über 700 Jahren steht er für die historischen Verbindungen zwischen Lübeck und Schwerin. Mit der feierlichen Begrüßung und dem anschließenden Weinausschank findet der Martensmarkt seinen traditionellen Höhepunkt.

Das vollständige Programm und weitere Informationen gibt es unter www.schwerin.de/martensmarkt

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Hintergrund: Die Geschichte des Martensmannes

Die Geschichte des Martensmannes reicht mehr als 700 Jahre zurück. Schon im Mittelalter brachte ein Bote aus Lübeck dem Herzog zu Mecklenburg in Schwerin ein Fass Wein als Zeichen der Freundschaft zwischen beiden Städten. Der sogenannte Lübecker Rotspon stammt ursprünglich aus Frankreich und wurde von Lübecker Kaufleuten importiert und in ihren Kellern gelagert. Seinen Namen verdankt er dem niederdeutschen Wort „Spon“ für Holzspan – eine Anspielung auf die Holzfässer, in denen der Rotwein reifte.

1817 kam der Brauch zum Erliegen. Erst 1991 wurde er auf Initiative des damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm wiederbelebt. Seitdem wird die Ankunft des Martensmannes in Schwerin alljährlich mit einem Mittelaltermarkt gefeiert. Im Jahr 2020 wurde der Martensmann-Brauch in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Weitere Informationen zur Geschichte des Martensmannes unter:
www.schwerin.de/kultur-tourismus/Information/stadtportrait/martensmann

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