Schwerin hat Chancen als Wissenschaftsstandort - Bis zu 2000 zusätzliche Studierende in der Landeshauptstadt möglich 03.03.2020

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Ein Potenzial von bis zu 2000 zusätzlichen Studierenden in der Landeshauptstadt hält das von der Stadt gemeinsam mit der IHK und einem 30-köpfigen Beirat erarbeitete Konzept zur Weiterentwicklung des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Schwerin/Westmecklenburg für möglich. „Ziel muss es sein, ein Studienangebot mit überregionaler Strahlkraft in Schwerin aufzubauen, um zusätzliche Studierende nach MV zu ziehen. Wir wollen keine Verlagerung von Studierenden aus anderen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns nach Schwerin erreichen. Neue Studienformate für die Landeshauptstadt sollen möglichst praxisorientiert, international, interdisziplinär sowie in Kooperation mit bestehenden Hochschulen entwickelt werden“, umreißt Oberbürgermeister Rico Badenschier die Herangehensweise der Stadt.

Dieses Konzept wurde auf Beschluss der Stadtvertretung erarbeitet und wird gegenwärtig in den Gremien der Stadtvertretung vorgestellt und diskutiert. Es wird in den kommenden Jahren die mit der regionalen Wirtschaft und den bestehenden Hochschulen abgestimmte Handlungsgrundlage für weitere Maßnahmen zur Entwicklung neuer Studieninhalte und -formate am Standort Schwerin bilden. Daneben zeigt das Hochschulkonzept auch die aussichtsreiche Entwicklung für den Studiengang Humanmedizin der Medical School Hamburg in Kooperation mit den Helios-Kliniken Schwerin auf: Hier werden schon ab 2021 angehende Ärzte und Ärztinnen ihren klinischen Studienabschnitt in Schwerin absolvieren. Es wird mit mehr als 300 Studierenden gerechnet.

Als Partner für einen Aufbau staatlicher Hochschulstrukturen in Schwerin favorisiert die Landeshauptstadt die Hochschule Wismar. „Im nächsten Schritt werden Landeshauptstadt und Hochschule mögliche gemeinsame Kooperationsräume ausloten“, kündigt Badenschier an.  Die Wirtschaft in Westmecklenburg sieht in den neuen Studienangeboten Chancen, um das inzwischen weitgehend aufgebrauchte Angebot an qualifizierten Fachkräften zu verbessern und ist zu eigenen Anstrengungen bereit. „Entscheidender Faktor für weitere Investitionsentscheidungen im Bereich der Produktion aber auch in Forschung und Entwicklung sind verfügbare Fachkräfte. Schwerin und die Region verfügen über Kompetenzen und bisher nicht genutzte Potenziale, die man als Teil einer übergreifenden Landesstrategie stärker nutzbar machen kann und muss“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach.

Als Kompetenzträger in Bereichen wie Kunststoffverarbeitung, Entwicklung von Brennstoff- und Elektrolysezellen sowie Informationstechnik liefert Schwerin konkrete Ansatzpunkte, um sich zu einem Technologiestandort mit modernem Profil zu entwickeln.

Als besonders aussichtsreich werden fünf Entwicklungsfelder herausgestellt:

1. ein Entwicklungszentrum für Prozesssteuerung und Automatisierung:

Westmecklenburger Unternehmen den Aufbau eines wirtschaftsgetriebenen, interdisziplinär und technologieorientiert ausgerichteten Entwicklungszentrums mit dem Schwerpunkt Industrie 4.0 und künstliche Intelligenz (KI) als notwendig an, um gemeinsam die Themenbereichen Prozesssteuerung und Automatisierung voranzutreiben, und Schwerin als innovativen Wirtschaftsstandort sichtbarer zu machen. Gleichzeitig sind Fachkräfte mit IT-relevanten Qualifikationen ein Schlüsselfaktor für Wachstum im digitalen Wande

2. eine Landesakademie für Nachhaltigkeitsforschung und Entwicklung:

Auch der beträchtliche Erfahrungsschatz der Region zum Thema ländliche Räume kann wissenschaftlich genutzt werden. Richtungweisende Lösungen zu Fragen von Klimawandel und Energieversorgung, Teilhabe, Mobilität sowie Lebensmittelsicherheit sind regional wie global gefragt. Mit dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit kann eine Landesakademie für Nachhaltigkeitsforschung und Entwicklung die wissenschaftliche Basisarbeit für bestehende und weitere Forschungstätigkeit an Hochschulen und Instituten leisten, angewandte Forschung sowie Politikberatung anbieten

3. eine Hochschule für Wirtschaft, Sport und Gesundheit:

Schwerin hat zudem eine lange Tradition als Sportstadt und sich in den 1990er Jahren bereits als Außenstandort der DhfKSporthochschule erprobt. Die Landeshauptstadt sollte sich daher aktiv bemühen, mit ihren Standortqualitäten bei bestehenden Sporthochschulen für einen Standort Schwerin zu werben

4. Biobasierte Kunststoffentwicklung und –recycling:

Der immense Innovationsbedarf der Kunststoffbranche bei der Entwicklung biobasierter Kunststoffe lässt sich ebenfalls in praxisorientierte Forschung und Lehre ummünzen. Hier kann Schwerin Teil einer landesweiten Lösung sein. In Kooperation mit der Hochschule Wismar sowie dem Institut für Polymertechnologie und in Zusammenarbeit mit der seit 50 Jahren gewachsenen Kunststoffwirtschaft in Schwerin können im Schweriner Ausbildungszentrum Studiengänge in den Bereichen Verfahrensentwicklung Kunststofftechnologien, Kunststoffentwicklung oder Kunststoffrecycling angesiedelt werden

5. der Ausbau des Wasserstoffkompetenzzentrums:

Die norddeutschen Regierungen haben das wirtschaftspolitische Ziel vorgegeben, in Norddeutschland eine Wissensführerschaft im Bereich Wasserstoff aufzubauen. Schwerin muss sich proaktiv zeigen, um politische Unterstützung auf Landesebene für ein anwendungsorientiertes Kompetenzzentrum für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Schwerin zu generieren.

„Mit im Vergleich relativ günstig verfügbarem Wohnraum und guter verkehrlicher Anbindung an die Metropolen Hamburg und Berlin kann Schwerin mit den richtigen Studienformaten junge Menschen zusätzlich nach Mecklenburg-Vorpommern ziehen“, ist Oberbürgermeister Rico Badenschier überzeugt. Schwerin kann dabei seine bestehende Infrastruktur besser nutzen. Mit Einrichtungen wie der beruflichen Schule in Lankow, dem Schweriner Ausbildungszentrum und dem geplanten technologischen Entwicklungszentrum Schwerin bietet die Landeshauptstadt bereits Möglichkeiten zu hochwertigen beruflichen technischen Ausbildungen. Dieses Portfolio kann durch akademische Abschlüsse im technischen Bereich in Kooperation mit bestehenden Hochschulen zu geringen Kosten auf eine neue Qualität gehoben werden.

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