Anlässlich des Weltsuizidpräventionstages am 10. September lädt die Initiativgruppe Suizidprävention Schwerin um 18 Uhr zu einem besonderen Gottesdienst in die Paulskirche ein. Unter dem Titel „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ soll der Gottesdienst ein Zeichen der Hoffnung setzen und dazu ermutigen, über Suizid, Suizidgedanken und seelische Krisen offen zu sprechen. In der Initiativgruppe beschäftigen sich verschiedene Akteure der Stadt wie beispielsweise die Evangelische und Katholische Kirche, die Vielfalter GmbH, die Helios-Kliniken und der städtische Fachdienst Gesundheit mit der Prävention von Suiziden.
Suizid betrifft viele Menschen – unmittelbar oder mittelbar. Zurück bleiben Angehörige, Freunde, Kolleginnen und Kollegen, die mit Trauer, Fragen und oft auch mit Sprachlosigkeit leben müssen. Gleichzeitig gibt es Menschen, die selbst in einer schweren Krise keinen Ausweg mehr sehen. Der Gottesdienst möchte beiden Seiten Raum geben: der Trauer um einen geliebten Menschen ebenso wie der Hoffnung darauf, dass eine Geschichte weitergehen kann.
„Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ ist dabei eine Botschaft an Menschen in Krisen: Du bist nicht allein. Auch wenn das Leben gerade unerträglich erscheint, kann es Wege geben, die sich im Moment noch nicht erkennen lassen. Hilfe anzunehmen und mit anderen über die eigene Situation zu sprechen, kann ein wichtiger erster Schritt sein.
Der Gottesdienst möchte einen geschützten Raum schaffen, in dem Erinnern, Trauern, Nachdenken und Hoffen möglich sind. Zugleich soll er dazu beitragen, das Thema Suizid aus der Tabuzone zu holen. Denn offene Gespräche und ein aufmerksames Miteinander können helfen, Menschen in Krisen wahrzunehmen und ihnen Unterstützung anzubieten.
Die Initiativgruppe Suizidprävention Schwerin lädt alle Interessierten herzlich ein, gemeinsam innezuhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen und ein Zeichen für Hoffnung und Verbundenheit zu setzen.
Der Gottesdienst findet am 10. September um 18.00 Uhr in der Paulskirche in Schwerin statt.
Suizide fallen als Todesursache deutschlandweit stärker ins Gewicht als Verkehrs- und Drogentote sowie Todesopfer infolge von Gewaltverbrechen (Mord und Totschlag) zusammengenommen. In Schwerin ist die Zahl der Menschen, die durch Suizid verstorben sind, von jährlich 12 Fällen (2024) auf 28 (2025) gestiegen. Die Suizide in MV liegen derzeit im Vergleich bei 17 Fällen je 100.000 Einwohner, deutschlandweit bei 13.
