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Bestandteile des Residenzensembles

Bestandteile des Residenzensembles

Das Residenzensemble Schwerin setzt sich im Wesentlichen aus Bauten des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts zusammen und weist eine große stilistische Bandbreite aus barocken, klassizistischen, historistischen und frühmodernen Prägungen auf. Besonders die im 19. Jahrhundert entstandenen historistischen Neobarocken und Neorenaissance-Bauten bestimmen wesentlich den Gesamtcharakter des Residenzensembles Schwerin. Das Residenzschloss sowie einige weitere Bauten des Ensembles zeigen dabei auch eine spezifisch regionale Variante der Neorenaissance, die sich auf den sogenannten Johann-Albrecht-Stil bezieht, einer im 16. Jahrhundert unter Herzog Johann Albrecht I. in Mecklenburg entstandenen Sonderform der Renaissance, die durch die Verwendung von Terrakotten sowohl für Bauglieder als auch für plastische Schmuckelemente geprägt ist. Im 19. Jahrhundert wurde der Johann-Albrecht-Stil wiederentdeckt und programmatisch als regionale Ausprägung der Neorenaissance adaptiert. Das Residenzensemble Schwerin ist durch wenige Baumeister, Herzöge und Großherzöge in seiner heutigen Gestalt
geprägt, und die Bestandteile des Residenzensembles Schwerin blieben nahezu vollständig erhalten.


Die Ensemblebestandteile sind im Weiteren nach ihren Funktionen gruppiert beschrieben. Die Kategorien lauten wie folgt: Schloss und Palais, Infrastruktur und Beamtenwohnhäuser, Kultur- und Sakralbauten, Verwaltung, sowie Militär.

Schloss und Palais

Residenzschloss
Residenzschloss © Timm Allrich

Das Schloss ist das zentrale Element des Residenzensembles Schwerin. Es liegt auf einer ufernahen Insel im Schweriner See. Die Grundform geht auf eine slawische Wallanlage zurück, die 941/942 dort errichtet wurde.
Das Schloss war kontinuierlich Sitz der Regierung des Herzogtums bzw. Großherzogtums; heute residiert der Landtag des Landes Mecklenburg-Vorpommern in einem Teil des Gebäudes. Die heutige Erscheinung der Schlossanlage ist im Wesentlichen durch den umfassenden Um- und Neubau unter Großherzog Friedrich Franz II. 1843–1857 geprägt, wobei große Teile des Vorgängerbaus mit einbezogen wurden. Der altangestammte Ort und die Darstellung seiner Geschichtlichkeit wurden als Mittel zur dynastischen Legitimation neu interpretiert. Die ehemals zu Zwecken der Verteidigung gewählte Insellage wurde nun genutzt, um den Schlossbau auf der Insel malerisch zu inszenieren.

Burggarten
Orangerie © Landesamt für Kultur & Denkmalpflege/Achim Bötefür

Als Burggarten wird der Teil der Gartenanlage auf der Schlossinsel bezeichnet. Er ist im Zuge des Umbaus des Schlosses ab 1850 nach Entwurf von Peter Joseph Lenné und der weiterentwickelten Ausführungsplanung durch den Schweriner Hofgärtner Theodor Klett gestaltet worden. Umfassende Anschüttungen vergrößerten die Insel und schufen ein bewegtes Landschaftsrelief. Trotz seiner geringen Größe wurde der Burggarten als eigenständig innerhalb der ausgedehnten Parklandschaft behandelt und mit Pflanzensammlungen und Fabriques und Follies-Elementen ausgestattet. Im Bereich der Außenbauten des Schlosses gehen Architektur und Garten ineinander über und machen die Schlossinsel zu einem Gesamtkunstwerk.

Schlossgarten
Kreuzkanal in zentraler Achse des Schlossgartens © Erlebnis-MV/Volker Koehn

Der Schlossgarten erstreckt sich vom Schloss aus in Richtung Südwesten, entlang des Ufers des historischen Kanal- und Entwässerungssystems, welches 1708 angelegt wurde. In südlicher Richtung wird der Schlossgarten von der Johannes-Stelling- Straße begrenzt. In südöstlicher Richtung umfasst der Schlossgarten den Bereich des Hippodroms bis zum westlichen Ufer des Faulen Sees und führt über einen Bewässerungskanal vorbei an der Schleifmühle entlang der Lennéstraße zum Schweriner See. Geprägt wird die Anlage durch eine zentrale Hauptachse, die vom Gartenportal des Schlosses ausgehend über die Drehbrücke mit gusseisernem Geländer in den Schlossgarten hinein verläuft. Auf dieser Hauptachse folgt ein dem Schloss zugewendetes bronzenes Reiterstandbild von Großherzog Friedrich Franz II., das der Bildhauer Ludwig Brunow 1893 schuf. Im nächsten Abschnitt verlaufen zu beiden Seiten von Hofgartenbaudirektor Theodor Klett im Jahr 1862 errichtete Laubengänge mit einem Bewuchs aus Weißbuchen. Den Hauptabschnitt bildet der barocke Kreuzkanal, der
1748–56 von Jean Legeay angelegt wurde. Die Wasseranlage beschreibt in ihrer Grundform ein doppeltes
Kreuz, beiderseits erstrecken sich Rasenflächen und streng gerasterte Bosketten. Auf Grundlage einer zwischen 2006 und 2009 erfolgten archäologischen Bodensondierung konnte mit der Rekonstruktion der ursprünglichen Baumpflanzungen begonnen werden. Rasenterrassen setzen die Hauptachse am Hang fort bis zum Offizierscasino auf der Anhöhe, das als point de vue die Achse abschließt. Beiderseits des Kanals und der Mittelachse am Hang reihen sich 14 Gartenplastiken von Balthasar Permoser aus dem 18. Jahrhundert. Aufgestellt sind Kopien aus den Jahren 1960/63, um die Originale vor Vandalismus und Abwitterung zu schützen.

Altes Palais
Ansicht des Alten Palais von der Schloßstraße © Welterbe-Förderverein

Das Alte Palais liegt am Alten Garten, an der Ecke zur Schloßstraße, und orientiert sich mit der Ostfassade in Richtung des Schlosses. Das Alte Palais, auch Alexandrinen-Palais oder Erbprinzenpalais genannt, stellt auf Grund seiner ehemals höfischen Nutzung seit 1801 einen wichtigen Bestandteil des Residenzensembles Schwerin dar.

Neustätisches Palais
Neustädtisches Palais im Süden der Schelfstadt im Stil französischer Renaissance und Barockbauten © Landesamt für Kultur und Denkmalpflege

Das Neustädtische Palais wurde als Übergangswohnsitz des Großherzogs während der Umbauarbeiten im Schloss genutzt und für diese Zwecke vorab umgebaut. Das Gebäude liegt in der Puschkinstraße im Süden der Schelfstadt unweit des Ministerpalais inmitten historischer bürgerlicher Bausubstanz.

Das Neustädtische Palais wurde als zweigeschossiger verputzter Massivbau mit geschiefertem Mansarddach
errichtet. In seiner heutigen Erscheinung, welche das Neustädtische Palais durch den mecklenburgischen Baubeamten Hermann Willebrand im Jahr 1878/79 erhielt, erinnert das Palais an Bauten der französischen Renaissance und des Barocks. Die Fassade des Erdgeschosses weist eine Rustizierung auf und ist über ein Gurtgesims von den oberen Geschossen abgegrenzt. Ein zweites umlaufendes Gesims fasst die Balustrade der beiden großen Fensteröffnungen der Seitenflügel sowie den gesprengten Giebel des Eingangsportals in der Mittelachse des Baus. Dort findet sich auch das Wappen Mecklenburg-Vorpommerns. Das große viergeteilte Wappen aus Greif, Adler und den beiden Ochsen weist auf die Nutzung des Gebäudes durch eine der obersten Landesbehörden hin. Die beiden kurzen Seitenflügel und der dreigeschossige Mittelrisalit rahmen einen kleinen Ehrenhof. Die Seitenflügel sind mit Pilastern gegliedert, wobei der südliche der beiden Seitenflügel zur Straßenseite verjüngt ist, um eine symmetrische Erscheinung wahren zu können.

Greenhouse
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Sakral- und Kulturbauten

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Kontakt

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Stabsstelle Weltkulturerbe

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Am Packhof 2-6
19053 Schwerin

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