BERND SCHLOTHAUER - Malerei, Zeichnung . REINHARDT GRIMM - Kinetische Objekte

ernd Schlothauer: „Ulrike schläft“, 22x29 cm Mischtechnik auf Pappe, 2016 © Bernd Schlothauer


BERND SCHLOTHAUER - Malerei, Zeichnung

REINHARDT GRIMM - Kinetische Objekte


Ausstellungseröffnung am Samstag, 15. Juni 2019 um 17 Uhr

Ausstellungsdauer: 15.06. - 21.07.2019


In der kommenden Ausstellung im Kunstwasserwerk treffen die vielschichtigen, farbintensiven Malereien des in Berlin lebenden Künstlers Bernd Schlothauer auf die kinetischen Objekte von Reinhardt Grimm. Während Schlothauer seine hier gezeigten aktuellen Werke schlicht als notwendiges Ergebnis des derzeitigen Abschnittes eines wechselvollen künstlerischen Werdegangs erklärt, verfolgt Grimm seit nunmehr fast 30 Jahren in seinen minimalistischen, schematischen und in Bewegung gesetzten Objekten, seine Idee vom Zusammenspiel von Material, Form, Bewegung und Raum.

Der 1952 in Thüringen geborene Bernd Schlothauer studierte Malerei und Grafik an der Burg Giebichstein in Halle und arbeitete zunächst freischaffend als Grafiker in Weimar. Nach der Ausreise aus der DDR im Mai 1989 gab er die Grafik auf und widmete sich fortan der Malerei. In der Folge gründete er die Hamburger Aktivisten mit, beteiligte sich an Aktionen und Manifesten ("Ästhetischer Terrorismus") und realisierte bis 2005 u. a. in Münster, Osnabrück, Erfurt und Leipzig Multimediaskulpturen und Projekte als Kunst im öffentlichen Raum. Nach einer längeren Schaffenspause intensivierte er 2016 mit dem Umzug von Leipzig nach Berlin wieder seine Arbeit als Maler und Zeichner. So stammen auch die ausgestellten Werke im Kunstwasserwerk Schwerin vorrangig aus der jetzigen Schaffensphase. Schlothauers Themen lauten u. a. Nur im Schlaf, Autismus, Afghanistan, Wege und Orte.

Einer nähergehenden Interpretation seiner Arbeit als Künstler verweigert er sich: "Der sehr schlichte Grund dafür ist, dass es keine bestimmbare Arbeitsweise in meinem bisherigen Werk gibt und die Dinge sich nur dadurch erklären, dass sie da sind." Die verschiedenen Entwicklungsstufen seines nun gut 40 Jahre währenden Künstler-Daseins sollen für sich sprechen: "Da ich keine Kunst im eigentlichen Sinn beherrsche, dies auch nicht anstrebe, mich weder vervollkommnen will, noch die Abrufbarkeit der Mittel anstrebe, bleibt alles der selbstaufzehrende Versuch, die Unausweichlichkeit der Kunst in meinem Leben unter Nachweis durch mein Werk zu stellen. Ähnlich einem Gärtner, der vehement gegen eine Wildnis in seinem Garten angeht, obwohl er weiß, das die Wildnis der Ursprung seiner Kultivierungsversuche ist."

 

Reinhardt Grimm, geboren1956 in Berlin, studierte in der 1980er Jahren Malerei an der Kunsthochschule Berlin. Seitdem ist er als freiberuflicher Künstler tätig und hat als seinen ganz persönlichen Schwerpunkt die experimentelle, kinetische Kunst entdeckt, der er sich fast ausschließlich widmet. Seine Wurzeln liegen auch in seiner weiteren erfolgreichen Arbeit als Bühnenbildner: 1991 beteiligt er sich an einem Erik-Satie-Projekt der Volksbühne Berlin, für das er erstmals kinetische Skulpturen entwickelt. Seitdem realisiert er kinetische Rauminstallationen und Bühnenbilder für Theater in ganz Deutschland. Dazu kommen zahlreiche Ausstellungen der Malerei und der kinetischen Skulptur im In- und Ausland, u. a. in Dänemark, Frankreich und mehrmals in der Schweiz und in den Niederlanden.

Grimm strebt in seinen Arbeiten im Sinne des Minimalismus nach Objektivität und nach schematischer und formaler Klarheit, Logik und Entpersönlichung. Dabei ist die Reduzierung auf einfache, meist geometrische Grundstrukturen typisch, analog der industriellen Produktion von Massengütern ebenso wie einfachster Strukturen aus der Natur. Kontrastierend zur formalen Einheit wird das Objekt, oder einzelne Elemente des Objektes in Bewegung versetzt. So findet man bei Grimms Werken anthropomorphe, zoomorphe, florale neben Formen aus der Technik. Strukturen aus der Erscheinung eines Waldes, einer Assel, neben denen einer Kurbelwelle oder gar aus der Elektronik. Das Zusammenspiel von Material, Form, Bewegung und Raum wird zu einer organischen Einheit. "Das Bestreben ist, eine Skulptur wie von selbst gewachsen sein zu lassen und ihr so etwas wie eine eigene Natur zu verleihen. Und so selbst die aus der Betrachtung technischer oder industrieller "Dinge" gewonnene Ästhetik natürlich erscheinen zu lassen." Gleichzeitig entsteht durch die Bewegung auch eine Irritation oder eine Störung der ästhetischen Einheit. Denn der Bewegung wird ein formal-plastischer und erfassbarer Hintergrund gegeben, der neben der Dreidimensionalität der Form aktiv durch Veränderung der Gestalt, den Raum einbezieht. "Meine Kunst lebt vom Antagonismus, dem Aufbau einer strengen formalen Logik und ihrer Infragestellung. So entsteht Skurriles, Tragisches, Humoristisch-Witziges."


Die Ausstellung zweier spannender Künstlerpersönlichkeiten im Dialog wird im Alten Wasserwerk in Schwerin-Neumühle am Samstag, den 15. Juni 2019 um 17 Uhr eröffnet. Der Kunstwissenschaftler Ulrich Kavka gibt eine Einführung in die Ausstellung und das Werk der Künstler. Christian Reder wird die Vernissage mit der Gitarre musikalisch begleiten.

Geöffnet ist die Schau bis einschließlich Sonntag, den 21. Juli immer von Freitag bis Sonntag jeweils 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. 

Wann findet die Veranstaltung statt?

am 21.06.2019um 14:00 Uhr
am 22.06.2019um 14:00 Uhr
am 23.06.2019um 14:00 Uhr
am 28.06.2019um 14:00 Uhr
am 29.06.2019um 14:00 Uhr
am 30.06.2019um 14:00 Uhr
am 05.07.2019um 14:00 Uhr
am 06.07.2019um 14:00 Uhr
am 07.07.2019um 14:00 Uhr
am 12.07.2019um 14:00 Uhr
am 13.07.2019um 14:00 Uhr
am 14.07.2019um 14:00 Uhr
am 19.07.2019um 14:00 Uhr
am 20.07.2019um 14:00 Uhr
am 21.07.2019um 14:00 Uhr
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Ort der Veranstaltung

Kunst-Wasser-Werk e. V.

Neumühlerstraße 80
19057 Schwerin
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