OSKAR MANIGK. HIER + DA. Underground, Revolte + Post-Wende

Oskar Manigk, o.T., übermaltes Zeitungsfoto, 27 x 22 cm, 1982 © ©VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Uwe Nölken

Der 1934 in Berlin geborene und in Ückeritz auf Usedom aufgewachsene Oskar Manigk, der heute zwischen beiden Orten pendelt, zählt zu den bedeutendsten Vertretern ostdeutscher Kunst mit überregionaler Strahlkraft. Im Jahr seines 85. Geburtstages – und 30 Jahre nach dem Mauerfall – betont die Ausstellung "Hier + Da. Underground, Revolte + Post-Wende" mit Arbeiten aus 40 Jahren die Vielseitigkeit seines Schaffens seit der Vorwendezeit bis heute.

Ausgehend von den noch stärker subversiv ausgerichteten Arbeiten aus den 1970er und 1980er-Jahren, in denen Oskar Manigk größtenteils im Stillen schuf, über die Phase des politischen Umbruchs bis hin zu seinen aktuellen großformatigen Leinwänden, werden die von den jeweiligen gesellschafts-politischen Bedingungen beeinflussten Inhalte anhand exemplarisch ausgewählter Arbeiten nachvollziehbar. In seinen experimentellen Super 8-Filmen, Zeichnungen, Collagen und den bekannten Übermalungen von Zeitschriftenseiten, wie etwa aus dem DDR-Modemagazin „Sibylle“, greift er auf seine unmittelbare Lebenswelt in der DDR thematisch zu und äußerst sich zu Liebe und Umweltverschmutzung ebenso, wie zu den Einschränkungen der Kunst- und Reisefreiheit.

Formal verknüpft Oskar Manigk, in seiner Herangehensweise und teils auch im einzelnen Werk, Figuratives – in einer ungestümen, expressiv-abstrahierten und lässigen Bildsprache – mit gegenstandslosen Komponenten und Textelementen. Eine besondere Bedeutung kommt dem Text auch auf seinen künstlerischen Postkarten zu, für die er Zeichnungen epigrammatisch mit humorvoll-kritischen Bemerkungen kombiniert. Seit 1970 beteiligte sich Oskar Manigk an der sogenannten „Mail Art“, die von internationaler Bedeutung war. Insbesondere aber für Künstler aus den Diktaturen Lateinamerikas und den sozialistischen Ländern Osteuropas war diese Form der mit einfachen Mitteln zu realisierenden Underground-Kunst ein politisches Medium des Widerspruchs und Mittel zur grenzübergreifenden Vernetzung.

Seine persönlich erfahrene Involviertheit in die Lebensbedingungen von Nachkriegszeit, Sozialismus und Post-Wende schildert Oskar Manigk in visuellen Narrationen mit bühnenartigen Szenen und Kulissen auf Leinwand oder in der intermedialen Kombination von Bild und Text. Fast immer in einer besonnenen Mischung aus Ernsthaftigkeit, distanzierter Ironie und Absurdem. Basis seiner Erzählungen ist die genaue Beobachtung von Umfeld und Alltag. Oskar Manigk fügt die Bruchstücke der eigenen persönlichen Erinnerung zu Geschichten zusammen, die rückblickend eine, aus der Nahsicht geschaute, historische Dimension erhalten – als Teil subjektiv erlebter Geschichte, gesellschaftlicher Konstellationen, Stimmungen und politischer Veränderungsprozesse.


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