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REBOOT - Peter Klitta (Malerei), Siegfried Pietrusky (Skulptur), Rainer Gerson (Malerei)

Michel-Houellebecq © Peter Klitta, Repro: Christian Schmidkte

 

In der Ausstellung REBOOT wagt der Verein Kunst-Wasser-Werk e.V. tatsächlich den Neustart nach den Corona-bedingten Ausfällen der Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2020.

Gezeigt werden mit dem Berliner Rainer Gerson und dem Schweriner Peter Klitta die Bilder zweier zeitgenössischer Maler, die beide in ihrem Schaffen das Wechselspiel zwischen Realität und Abstraktion verbindet. Ihnen zur Seite gestellt sind die minimalistischen Rauminstallationen und Skulpturen des Berliner Bildhauers Siegfried Pietrusky. Seine großformatigen Arbeiten aus Holz, Gips und Fahrradschläuchen treffen hier auf die unterschiedlichen Motive der beiden Maler. Landschaften aus Stofffalten und surreale Endzeitarchitektur, gemalte Folienstrukturen und Porträts unterschiedlicher Persönlichkeiten ergeben eine thematisch vielfältige und spannende Gegenüberstellung.

Peter Klitta (geb. 1963 in Ludwigslust) studierte Bildende Kunst an der Hochschule in Dresden. Ausgezeichnet mit zahlreichen Stipendien, Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, lebt und arbeitet er in Schwerin.

Klitta misst den Motiven seiner Bilder keine übermäßige Bedeutung zu, wichtig ist ihm die Umsetzung der Malerei. Dabei sind seine vielfältigen Themen nicht beliebig und schon gar nicht belanglos. Dargestellte Personen begeben sich in Extremsituationen, Gebäude bilden morbide und geheimnisvolle Orte. Die Schattenseiten und das Hässliche faszinieren. Die Kompositionen Klittas fordern den Betrachter heraus und irritieren durch Details, die thematisch nicht zueinander oder zum Thema zu passen scheinen: Panzer kreuzen in phantastischen Landschaften auf, Porträtaufnahmen bekommen in der malerischen Umsetzung sperrige Gegenstände addiert, reale Architekturen werden mit abstrakten Bildpartien durchbrochen. Der Künstler stellt gewohnte Sichtweisen in Frage und erreicht in seinen großformatigen Ölbildern durch solche Bildstörungen eine Dynamik, der sich der Betrachter nicht entziehen kann.

Rainer Gerson (geb. 1959 in Wolfen), studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung - Burg Giebichenstein, lebt und arbeitet in Berlin.

Gerson findet seine Motive im alltäglichen, direkten Umfeld. Den profanen Gegenständen, Materialien und Oberflächen verleiht er mit einem besonderen Interesse an Detail und Ausschnitt sowie am Spiel mit Licht und Schatten ganz neue Eigenschaften und eine eigene Dramatik: die Falten der Bettdecke bilden eine abenteuerliche Landschaft ab. Eine Projektionsfläche für Fern-Reise-Fantasien? Die Plastikverpackung eines Winterreifens wird zu einem alles-verschlingenden schwarzen Loch. Bedrohlich oder schön? Gerson interessiert wie schon bei seinen vorangegangenen Bildzyklen die Austauschbarkeit der Größenverhältnisse, wenn Abstraktion auf menschliche Vorstellungskraft trifft. Wenngleich der Künstler einen engen persönlichen Bezug zu den Motiven zugrunde legt, erzeugen seine Bilder beim Betrachter ganz eigene, ambivalente Gefühle zwischen verstörend und romantisch. Seine Malerei bleibt realistisch aber reduziert, der Schaffensprozess wird so sichtbar und erzeugt eine Spannung zu den wirklichkeitsnahen Mikrowelten.

Siegfried Pietrusky (geb. 1952 in Jaderberg) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und war dort Meisterschüler bei Professor Emil Cimiotti. lebt und arbeitet in Berlin.

Pietruskys künstlerische Arbeiten sind gekennzeichnet vom Einfachen und Reduzierten. Seine figürlichen Skulpturen entstehen aus Werkstoffen wie Gips, Holz, Stahl, die zusammengefügt und kontrastiert werden mit Asphalt, Schnüren, Fahrrad- und Feuerwehrschläuchen. So schafft er formal minimalistische Kompositionen: "Im Netz" aus Fahrradschläuchen ein blendend weißer eingefangener Gipskörper, aufgehängt, gleichzeitig schwer und schwerelos, über dem Boden schwebend. Auch im öffentlichen Raum sind seine reduzierten, oft monumentalen Skulpturen zu finden. Die Titel geben dem Betrachter keine Bedeutungsebene vor - Gerüst mit drei Gnubbeln, Netzwerk, Zwischen den Säulen o.ä. Wie die Installationen in Innenräumen erzeugen sie beim Betrachter Intensität und Spannung mit ihren Proportionen und einer eingefrorenen Dynamik, die durch das Zusammenfügen, Einschnüren oder Verweben der Materialien und Formen entsteht.


REBOOT
Peter Klitta (Malerei), Siegfried Pietrusky (Skulptur), Rainer Gerson (Malerei)

Ausstellungseröffnung: am Samstag, den 15.08.20 um 17 Uhr

Einführung: Ulrich Kavka, Kunstwissenschaftler

Musikalische Begleitung: Christian Reder

Die Ausstellung ist bis einschließlich 27. September 2020 in der Ausstellungshalle im ehemaligen Pumpenhaus und in den Galerieräumen im Alten Haupthaus des Kunstwasserwerkes zu sehen, geöffnet immer freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Der Eintritt ist frei.

Bitte beachten Sie auch die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln bei unseren Veranstaltungen. Die Vernissage am 15.08.20 findet im Freien statt. In den Räumlichkeiten des KWW ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, im Freien wird sie empfohlen.

Wann findet die Veranstaltung statt?

am 25.09.2020um 14:00 Uhr
am 26.09.2020um 14:00 Uhr
am 27.09.2020um 14:00 Uhr
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Ort der Veranstaltung

Kunst-Wasser-Werk e. V. - Altes Wasserwerk Schwerin-Neumühle

Neumühler Straße 80
19057 Schwerin
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Kontakt / Veranstalter

Kunst-Wasser-Werk e. V.

Neumühler Straße 80
19057 Schwerin

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