Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale

Rosa Luxemburg Stiftung © Rosa Luxemburg Stiftung

 

30 Jahre politische Wende in der DDR, die Grenzöffnung und die deutsche Vereinigung rufen in diesem Jahr viele Erinnerungen wach. Ein Kapitel beschäftigt die Mehrzahl der Ostdeutschen nach wie vor besonders stark: das Agieren der Treuhandanstalt. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung MV lädt zusammen mit den Schleswig-Holstein-Haus und der Volkshochschule ‚Ehm Welk‘ vom 6.12. bis 10.1. ein, sich anhand der in den beiden Häusern gezeigten Ausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» mit einem der umstrittensten Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte auseinander zu setzen.

 

Während die Modrow-Regierung mit der Schaffung einer Treuhandanstalt das Volkeigentum im Interesse der Bürger*innen der DDR bewahren wollte, entwickelte sich die Anstalt nach der Wiedervereinigung zur reinen Privatisierungsbehörde: Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Millionen Menschen wurden quasi über Nacht arbeitslos und hatten plötzlich Existenzangst.

 

Viele haben das Agieren der Treuhand wie einen Schicksalsschlag empfunden, haben ihre Arbeitslosigkeit hingenommen. Wer sich gegen das vermeintliche Schicksal zur Wehr gesetzt, gegen die Betriebsschließung und für seinen Arbeitsplatz gekämpft hatte, musste oft eine schmerzhafte Niederlage einstecken. Nach jahrelangem Schweigen der Betroffenen wächst zunehmend das Bedürfnis, sich zu den Nachwende-Erfahrungen mit der Treuhandpolitik auszutauschen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat dieses Bedürfnis aufgegriffen. In der von Rohnstock-Biografien kuratierten Ausstellung werden die Berichte der Betroffenen gerahmt durch die Geschichte volkseigener Betriebe und Kombinate, deren Schicksal unter dem Regime der Treuhandanstalt nachgezeichnet wird. Auch sie stehen exemplarisch dafür, wie die Treuhandanstalt mit dem volkseigenen Vermögen der DDR-Bürger*innen umging. Dabei zeigt sich: Die hier geschilderten Erlebnisse und Empfindungen stehen beispielhaft für die Lebensgeschichten von Millionen Ostdeutscher, die durch Privatisierungen, Betriebsschließungen und Massenentlassungen – zeitweilig oder dauerhaft – an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Besonders bitter für die Betroffenen war, dass die Treuhandanstalt auf individuelle Lebensleistungen, berufliche Qualifikationen und Kenntnisse aus 40 Jahren DDR ebenso wenig Rücksicht nahm, wie auf Emanzipationserfahrungen der Jahre 1989/90.

 

Das Buch «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» mit den Erzählungen der Zeitzeug*innen erscheint parallel zur Ausstellung und ist dort kostenlos erhältlich.

 

Eröffnung mit Podiumsgespräch am 6. Dezember, 18 Uhr

 

mit Angelika Gramkow (Oberbürgermeisterin von Schwerin a. D.), Prof. Dr. Christa Luft (Ökonomin und Wirtschaftsministerin in der Modrow-Regierung), Jörg Böhm (stellv. Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern), Katharina Schlaack (Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern) und Zeitzeug*innen

 

Gespräch und Diskussion am 18. Dezember, 19 Uhr: «Vom Herbst `89 zum Widerstand gegen die Treuhand»

 

mit Bernd Gehrke (Historiker, linker Oppositioneller in der DDR, lebt in Berlin)  und Heiko Lietz (Bürgerrechtler in der DDR, Mitbegründer des Neuen Forums und Vertreter am Zentralen Runden Tisch, lebt in Schwerin)


Wann findet die Veranstaltung statt?

am 10.12.2019um 11:00 Uhr
am 11.12.2019um 11:00 Uhr
am 12.12.2019um 11:00 Uhr
am 13.12.2019um 11:00 Uhr
am 14.12.2019um 11:00 Uhr
am 15.12.2019um 11:00 Uhr
am 17.12.2019um 11:00 Uhr
am 18.12.2019um 11:00 Uhr
am 19.12.2019um 11:00 Uhr
am 20.12.2019um 11:00 Uhr
am 21.12.2019um 11:00 Uhr
am 22.12.2019um 11:00 Uhr
am 24.12.2019um 11:00 Uhr
am 25.12.2019um 11:00 Uhr
am 26.12.2019um 11:00 Uhr
am 27.12.2019um 11:00 Uhr
am 28.12.2019um 11:00 Uhr
am 29.12.2019um 11:00 Uhr
am 31.12.2019um 11:00 Uhr
am 01.01.2020um 11:00 Uhr
am 02.01.2020um 11:00 Uhr
am 03.01.2020um 11:00 Uhr
am 04.01.2020um 11:00 Uhr
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