„Ich bin ein König, denn ich kann sterben, wann ich will.“
Thyestes in Thyestes
A Family Story, gründend auf dem Sündenfall des Urahnen Tantalus, dem daraus folgenden Tantaliden- bzw. Atridenfluch und dessen Auswirkungen auf die Enkelgeneration: Aus Angst, er könne in der Thronfolge aufrücken, ermorden Thyestes und Atreus ihren Halbbruder Chrysippos. Dann fliehen sie – vom gemeinsamen Vater verstoßen – nach Mykene. Der dortige König nimmt die beiden auf, überträgt ihnen das Regierungsgeschäft, als er in den Krieg zieht, und stirbt auf dem Schlachtfeld. Worauf hin zwischen den Brüdern ein erbitterter Machtkampf entbrennt, der mit Atreus Alleinherrschaft und Thyestes Verbannung endet. Doch noch hat der Atridenfluch nicht zur Genüge gewütet: Jahre später lockt Atreus den Vertriebenen unter dem Vorwand brüderlicher Versöhnung zurück und was dann passiert, erschüttert die kosmische Ordnung. Die Sonne wendet sich ab, der Tag mündet in Finsternis und die Zukunft krankt schon an der Fortsetzung des Grauens. „So war es. Und es wird nicht anders sein.“, klagen jene, die friedfertig sind. „Nutzlos dreht sich das gewaltige Rad durch die Zeit, denkt an die Familien, die sich gegenseitig zerreißen, an niedergebrannte Paläste, Königreiche, die verschwinden wie der Tau, an die ständig schweigenden, stets fliehenden Götter.“
Joanna Lewicka, Schwerins neue Schauspieldirektorin, arbeitete u. a. in Deutschland, Polen und Kambodscha. Ihre Inszenierung des Sommernachtstraums wurde von der Gazeta Wyborcza zum Kulturereignis des Jahres 2012 gekürt, sie erhielt u. a. den polnischen Stanisław-Hebanowski-Preis Klasyka Żywa IV, war 2020 für die Beste Musiktheaterregie Polens nominiert, Stipendiatin des Berliner Senats, des polnischen Ministeriums für Kultur, erhielt ein Recherchestipendium des Fonds Darstellende Künste, war 2022 und 2024 in der polnischen Tanzplattform vertreten und wurde 2024 für ihre Antigone am Theater Plauen-Zwickau mit dem Deutschen Theaterpreises DER FAUST ausgezeichnet.
Die Spielzeit 2026/2027 eröffnet sie mit Hugo Claus’ Thyestes nach Lucius Annaeus Seneca, dessen Tragödie in der Antike die Ächtung solcher Grausamkeiten wie Menschenopfer, Kannibalismus und innerfamiliäres Blutvergießen anstrebte und – immer noch gegenwärtig – von den verheerenden Folgen der Schrecken erzählt.
| Wann findet die Veranstaltung statt? | ||
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| am 25.09.2026 | um 19:00 Uhr | In Kalender eintragen |
| am 27.09.2026 | um 17:00 Uhr | In Kalender eintragen |
| am 29.09.2026 | um 19:00 Uhr | In Kalender eintragen |
