Ausstellung Schweriner Künstler in Tallinn

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Mecklenburg-Vorpommern ist Partner des "Deutschen Frühlings in Estland" 2019

 © pixabay - Tallinn (Estland)

Schweriner Künstler sind mit einer Ausstellung dabei

Seit 2010 koordinieren die Deutsche Botschaft Tallinn und das Goethe-Institut den „Deutschen Frühling in Estland“ mit dem Ziel, Deutschland als interessantes, kreatives, modernes und vielseitiges Land vorzustellen. Die Veranstaltungen richten sich vornehmlich an ein junges Zielpublikum und reichen von Kultur über Sprache bis hin zu Wirtschaft und Wissenschaft.

Alle in Estland tätigen deutschen Organisationen und ihre estnischen Partner bringen sich mit Programmen ein und spiegeln so die Vielfalt der deutsch-estnischen Beziehungen wider. Der „Deutsche Frühling“ bietet einmal im Jahr die Gelegenheit, Deutschland am Beispiel eines Bundeslands in seiner Vielfalt zu präsentieren, bestehende Kooperationen zu zeigen und zu pflegen, aber auch gezielt neue Kontakte zu knüpfen. Er ist die zentrale deutsch-estnische Veranstaltung des Jahres. In diesem Jahr präsentiert sich Mecklenburg-Vorpommern.

Die Schweriner Künstler Tino Bittner, Udo Dettmann und Thomas Sander - Betreiber der Produzentengalerie DEZERNAT5 in der Franz-Mehring-Straße 11 in Schwerin - zeigen im Rahmen des "Deutschen Frühlings in Estland" ihre Ausstellung FINGERZEIG - NÄPUNÄIDE in Tallinn, der Partnerstadt der Landeshauptstadt Schwerin. 

Die Ausstellung wurde am 21.03.2019 im KUMU Kunstmuseum eröffnet. Neben den Künstlern war auch eine Delegation der Landeshauptstadt Schwerin zugegen - der Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier und der Leiter des Kulturbüros Dirk Kretzschmar. Die Ausstellung endet am 12.04.2019.

Das KUMU Kunstmuseum in Tallinn ist selbst ein Meisterwerk moderner Architektur und zählt zu den größten Einrichtungen in Nordeuropa. Seine Ausstellungsfläche beträgt 5000 m², der Gesamtkomplex 20 Hektar. Das siebenstöckige Museum zeigt neben Wechselausstellungen eine ständige Ausstellung über estnische Kunst ab dem 18. Jahrhundert. Ein eigener Bereich wird dem Sozialistischen Realismus gewidmet. Im Jahr 2008 wurde das KUMU Kunstmuseum zum europäischen Museum des Jahres gewählt.

Eine Expertenmeinung über die Ausstellung:

Die Geste des Fingerzeigs wurde durch die Künsrler des Dezernat5 im Prinzip in drei verschiedenen Varianten durchdekliniert: als Objekt aufgeblättert mittels eines Glasscheibendaumenkinos, als Gemälde im klassischen 2-D-Sinne jedoch mit der Spezialbrille 3-D erfahrbar und schließlich als filmische bewegte Animation.

Nimmt man nun wahr, wie man als Besucher die einzelnen Werke „begreift“, fällt Folgendes auf. Bei Tino Bittners Glasarbeit, muss der Betrachter sich bewegen, um die Abfolge der Bilder quasi in Schwung zu bringen. Erst mit dem Abschreiten erschließt sich ihm die Veränderung. Ähnlich verhält es sich bei Udo Dettmanns Gemälde. Erst durch die Interaktion des Besuchers, in dem er die Brille aufsetzt, verändert sich das Bild und gibt seine Dreidimensionalität preis. Thomas Sanders Film nutzt die technischen Möglichkeiten, um die Bewegung des Fingerzeigs sichtbar zu machen. Hier muss der Betrachter lediglich vor dem Monitor stehenbleiben und (ab)warten, bis die Bewegung einmal schwarz auf weiß und umgekehrt vollzogen wurde. Er verharrt somit passiv. Die Frage ist also, was machen Bilder mit uns, welchen Aktionsradius geben sie uns.

Antje Schunke, Kunsthistorikerin, Leiterin des Kulturforums Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin
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Ausstellung FINGERZEIG - NÄPUNÄIDE

Dezernat5 - Galerie für aktuelle Kunst

Informationen über die Ausstellung

Goethe-Institut Estland