Icon von Eye-Able - Strichmännchen mit einladender Haltung
langimg

Ein Erinnerungswerk zu Ehren von Landesrabbiner William Wolff

© Uli Holz/Britzka Film

SPENDENAUFRUF

 © Uli Holz/Britzka Film

Im Jahr 2027 jährt sich der 100. Geburtstag des früheren Landesrabbiners William Wolff (1927-2020). Er war ein außergewöhnlicher Mensch, der für die jüdische Gemeinde und für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern eine bedeutende Rolle spielte. William Wolff war Ehrenbürger Schwerins und ein unvergleichlicher Botschafter des jüdischen Glaubens. Sein unerschöpflicher Optimismus, seine Lebensfreude und sein unverkennbarer Humor berührten unzählige Menschen.

Zum Andenken an diesen herausragenden Mann soll ein Erinnerungswerk auf dem Schweriner Schlachtermarkt, in der Nähe der Synagoge, errichtet werden. Dieses Werk soll nicht nur an sein Wirken erinnern, sondern auch ein sichtbares Zeichen für ein friedliches Miteinander und ein weltoffenes Schwerin sein.

Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung!

Ziel ist es, bis 2026 die Summe von ca. 50.000,00 Euro zu sammeln. Diese Spenden ermöglichen es, nach der Auslobung eines künstlerischen Wettbewerbs ein würdiges Erinnerungswerk entstehen zu lassen. Jeder Beitrag, ob klein oder groß, bringt uns diesem Ziel ein Stück näher und ist ein Zeichen der Wertschätzung für das Erbe von William Wolff.

Herzlichen Dank!

A U S L O B U N G - ZWEIPHASIGER WETTBEWERB Kunst im öffentlichen Raum

Termine des Wettbewerbsverfahrens

04.08.2025 Veröffentlichung des Auslobungsverfahrens                                                               

12.09.2025 Frist für Rückfragen der Teilnehmer (schriftlich und mündlich)                                            

26.09.2025 Frist bis zur Beantwortung der Rückfragen durch die Ausloberin (schriftlich)                              

19.10.2025 Bewerbungsfrist zur Vorlage der Unterlagen für Phase I                                              

10.11.2025 Bekanntgabe der Teilnehmer im Auswahlverfahren für Phase II                                   

11.01.2026 Frist zur Vorlage der Unterlagen für Phase II                                                              

Ende 01/26 Präsentation der Wettbewerbsbeiträge durch die ausgewählten Teilnehmer                   

17.03.2026 Bekanntgabe der Preisvergabe und des Wettbewerbssiegers                                        

12.02.2027 Realisierungsfrist (Fertigstellung und Abnahme)   

Die Entscheidung: Preisträgerinnen und Wettbewerbssiegerin

Die Künstlerin Anna Martha Napp erhält den Auftrag für die William Wolff-Skulptur

Die Siegerin des Realisierungswettbewerbs für ein Kunstwerk in Erinnerung an den ehemaligen Ehrenbürger und Landesrabbiner William Wolff steht fest: Zum Abschluss eines mehrstufigen Auswahlverfahrens hat eine zwölfköpfige Jury am 16. März 2026 aus zehn eingereichten Beiträgen den Entwurf der Bildhauerin Anna Martha Napp aus Lübow mit dem ersten Preis ausgezeichnet. 

Die Wettbewerbsaufgabe sah ein dauerhaft präsentes, dreidimensionales, kreatives und modernes Bildhauerwerk vor, das den Landesrabbiner lebensgroß, authentisch und in seiner unverwechselbaren Erscheinung und Originalität zeigen soll. Diese Aufgabe hat Anna Martha Napp nach Auffassung der Jury mit ihrem Ideenentwurf am besten umgesetzt. 

1. Platz: Anna Martha Napp
 © Anna Martha Napp / Ideenentwurf (Modell)

Die Künstlerin Anna Martha Napp möchte ihren Wettbewerbsbeitrag gern als lebensgroße Bronzeplastik auf dem Schweriner Schlachtermarkt verwirklichen. Bereits wenn man diesen durch den Torbogen des Rathauses betritt, soll man am anderen Ende die Plastik des ehemaligen Landesrabbiners William Wolff im verlorenen Profil wahrnehmen. Diese Ansicht macht neugierig auf mehr und lockt den Betrachtenden näher, um ihn sich auch von vorne anzusehen. Durch ihre Bewegungs- und Blickrichtung macht sie auch auf die Landesrabbiner-Holdheim-Straße und die Synagoge in unmittelbarer Nähe aufmerksam und wird so zum Wegweiser und verbindenden Element zwischen Marktplatz, Schlachtermarkt und Synagoge.

Verschmitzt, voll Lebensweisheit und Güte soll die Plastik des Landesrabbiners William Wolff den PassantInnen des Schlachtermarktes auf Augenhöhe begegnen – seine außergewöhnliche Kleidung, die ihn als Rabbiner bei der Predigt an hohen Festtagen ausweist und damit als Repräsentant der jüdischen Kultur, macht neugierig auf Informationen zu diesem besonderen Menschen. Seine linke Hand mit dem vorgestreckten Finger ist angehalten in der Geste einem etwas zu zeigen, einen auf eine Kleinigkeit, eine Besonderheit aufmerksam zu machen, auf eine tiefere Bedeutung hinter den Dingen zu sensibilisieren, einem das Staunen über die Welt zu vermitteln.

Durch Details und Inschriften auf der Plinthe und einem Buch in seiner Jackentasche erfährt man mehr. Sein Amt/Beruf und Name in lateinischen und hebräischen Buchstaben, seine Lebensdaten in arabischen Zahlen und das Zitat: „Wir brauchen unsere Mitmenschen wie das Brot auf den Tisch.“, verweisen bewusst auf das Miteinander der Kulturen und die unabdingbare Solidarität mit unseren Mitmenschen ohne die Gemeinschaft und Gesellschaft nicht funktioniert. Die Handabdrücke sind ein Symbol für einen Gelehrten und stellen die segnenden Hände eines Rabbiners dar. In seiner Jackentasche trägt er als Referenz auf Samuel Holdheim ein Buch von diesem.

Anna Martha Napp

2. Platz: Julia Kausch
 © Julia Kausch / Ideenentwurf (Modell)

William Wolff war weit mehr als Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern – er war ein Mensch mit großem Herzen und Verstand. Intellektuell, bescheiden und humorvoll war er ein Vorbild für Toleranz und Menschlichkeit.

Das Erinnerungswerk hebt den bescheidenen William Wolff bewusst nicht auf einen Sockel. Stattdessen wird sein Portrait als lebensnahes, zugängliches Werk mitten im öffentlichen Raum platziert. Die Skulptur zeigt Wolff leichten Schrittes, in der rechten Hand seinen Hut, in der linken ein Buch mit dem Namen »Samuel Holdheim« als Titel. Auf der oberen Kante des Buches sitzt ein Meisen Vogel.

William Wolff war ständig in Bewegung. Er reiste fortwährend quer durch Europa, zeichnete sich aber auch durch seine geistige Wendigkeit aus. Um dieser Beweglichkeit gerecht zu werden, wird er leichten Schrittes dargestellt.
Der geknautschte Hut – für Hutträger ein Fauxpas – beschreibt seine sympathische Nonchalance mit weltlichen Dingen.
Das Buch verweist auf Wolffs Liebe zur Literatur (Zitat William Wolff: »Zuhause ist, wo die Bücher sind«) und steht sinnbildlich für das liberale Judentum: Vernunft, Bildung, Offenheit. Samuel Holdheim, einer der Vordenker des liberalen Judentums im 19. Jahrhundert, macht die geistige Verbindung zwischen Wolff und Holdheim sichtbar.
Die Meise symbolisiert Lebensfreude, Freiheit, Neugier und Gemeinschaft – ein Spiegelbild von William Wolffs gesamtem Habitus. Sie schafft einen Moment der Begegnung, der den flinken Schritt des Rabbiners verlangsamt und seine bekannte Lebensfreude zum Vorschein bringt.

Durch Standort und schreitende Darstellung entsteht der Eindruck, William Wolff würde gerade den Markt überqueren. Die leicht gedrehte Figur mit zur Seite gewendetem Kopf ermöglicht es Betrachtenden, aus verschiedenen Blickachsen die symbolhaften Attribute und den offenen Ausdruck wahrzunehmen.

Julia Kausch

3. Platz: Daniela Melzig
 © Daniela Melzig / Ideenentwurf (Modell)

Ein Reisender, ein Lebensfroher, ein Gläubiger und ein Gelehrter kehrte nach 65 Jahren zurück, um das Zerstörte wieder aufzubauen.

Im jüdischen Glauben steht der Mensch im Vordergrund. Im Gedenken steht die figürliche Darstellung William Wolffs auf dem Schlachtermarkt. Es ist keine Abstraktion. Es ist das konkrete Gesicht eines liebevollen gütigen Menschen, das Beispielhaft dort steht für all die verlorenen MitbürgerInnen. Denn das Erinnerungswerk steht auf dem Platz auf dem Rabbi Wolff für die Opfer der Reichspogromnacht Gedenkstunden hielt: 

„Ein Ereignis das Heute Unvorstellbar ist in Deutschland und das uns das wertvolle Gefühl von Sicherheit gibt.“ (Zitat Rabbi Wolff)

Zu seinen Füßen der Davidstern. Lichter in Dreiecksform, eingelassen und verschmolzen mit der Stadt. Ein Teil von ihr, wie es die Stolpersteine wurden. Sie strahlen nach oben in den Himmel. Im sanften Licht, so dass die Silhouetten von Rabbi Wolff tanzen im Sonnen – und Mondlicht. Immer wieder anders, Tag und Nacht. Sonne wie Mond. Verklärt oder Klar. Das macht das Kunstwerk lebendig. Denn nichts bleibt, wie es ist. Leben heißt Verändern.                                            

Im Hintergrund die Synagoge und an der Seite das stadtgeschichtliche Museum.

Ein Platz in Würde für immer UNTER UNS.

Daniela MELZIG

Zurück Seite drucken

Spendenkonto:

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin

IBAN: DE73 1405 2000 0370 0199 97

BIC:    NOLADE21LWL

Verwendungszweck:

Spende Kunstwerk William Wolff

Kontoinhaber: Landeshauptstadt Schwerin

Kontakt:

Landeshauptstadt Schwerin - Kulturbüro

Herr Dirk Kretzschmar

Puschkinstraße 13
19055 Schwerin