Veranstaltungen

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Grußwort des Oberbürgermeisters zu den Interkulturellen Wochen 2019 in Schwerin

 © Landeshauptstadt Schwerin/Timm Allrich

Liebe Schwerinerinnen und Schweriner, liebe Gäste!

„Zusammen leben, zusammen wachsen“ ist das Motto der Interkulturellen Wochen 2019, die in der Landeshauptstadt Schwerin am 8. September beginnen.

Zusammenarbeit ist Alltag in unserer Landeshauptstadt. Sie wird in den Familien gelebt, in den Nachbarschaften, in den Schulen, am Arbeitsplatz, in den Kirchen und Religionsgemeinschaften, in den vielen Vereinen und Initiativen, die das gesellschaftliche Leben gestalten. Überall begegnen sich Menschen verschiedener Herkunft, arbeiten an gemeinsamen Zielen und Zukunftsvorstellungen. Gute Zusammenarbeit macht neugierig, ist bereichernd und zeigt immer wieder neue Perspektiven auf. Sie hilft, die Angst vor dem Fremden und vor Veränderungen zu überwinden. Manchmal ist sie auch konfliktträchtig, anstrengend und bleibt damit eine Herausforderung für das Zusammenleben und eine friedliche Atmosphäre in unserer Stadt. Um ihr gerecht zu werden, hat der Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern e. V. das Bundesprogramm „Integration durch Sport“, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert, auch nach Schwerin gebracht. Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ist das Ziel dieses Projektes und spiegelt sich in den unterschiedlichsten Aktivitäten wie beispielsweise Gorodki, Schach oder dem Werner-Cross-Lauf wider. Auch in diesem Jahr wird wieder ein bunter Strauß von Veranstaltungen für alle Interessierten angeboten. Sie zeigen das große Engagement von Vereinen, Migrantenselbstorganisationen, ehrenamtlich Tätigen, Religionsgemeinschaften sowie Trägern und geben Raum, Neues auszuprobieren und Vielfalt im Alltag zu erfahren.

Ich lade Sie alle daher ganz herzlich ein, neue interessante Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Kulturen zu erleben. Bedanken möchte ich mich bei allen, die mit Herzblut und Enthusiasmus dieses Programm entworfen haben. Ich wünsche der Veranstaltungsreihe ein gutes Gelingen!

 

Ihr Rico Badenschier

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin

Begegnungsnachmittag der Religionen

 © ckoepcke

Jüdisches Leben vorgestellt

Über 30 Besucher aus allen Religionen Schwerins trafen sich zum Begegnungsnachmittag in der Evangelischen Petrusgemeinde

 

Am Sonntag, 14. Oktober, trafen sich über 30 Besucher unterschiedlicher Religionen zum Begegnungsnachmittag in der Evangelischen Petrusgemeinde, Ziolkowskistraße 17, zu dem der Interreligiöse Dialog der Landeshauptstadt Schwerin eingeladen hatte. „Aufeinander zu gehen, statt sich ängstlich auszuweichen. Versuchen, den anderen kennenzulernen, in seiner Art zu glauben und zu beten. Nach Gemeinsamkeiten suchen, statt sich an den Unterschieden aufzureiben. Dem andren freundlich, respektvoll und aufmerksam begegnen. Um all das zu tun, sind Sie heute hierher gekommen“, sagte Pastor Ina Diesel von der gastgebenden Petrus-Gemeinde in ihrem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung. Dimitri Avramenko von der Fachstelle Integration  überbrachte die Grüße der Landeshauptstadt Schwerin und des Oberbürgermeisters. Er betonte, dass der Begegnungsnachmittag der Religionen  ein fester Bestandteil der Interkulturellen Wochen bildet. Er wurde 2006 ins Leben gerufen und ist seitdem eine gute Tradition geworden. Gespräche seien heute wichtiger denn je.

Rabbiner Juriy Kadnykov von der jüdischen Gemeinde moderierte die Veranstaltung. Die Gäste sangen zusammen ein jüdisches Lied, das zum Ausdruck bringt, wie gut es ist, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Er berichtete danach ausführlich vom jüdischen Leben. Die Bezeichnung Jude kommt von Juda, einem der Söhne des Erzvaters Jakob und heißt so viel wie ich sage Gott Dank. Er wies auf die Bedeutung Abrahams hin, der eine wichtige Rolle spielt im Judentum als dem Stammvater, bei den Christen als geistlicher Vater und auch im Islam kommt ihm eine wichtige Rolle zu. Er erläuterte das jüdische Gesetz, das 365 Verbote und 248 Gebote beinhaltet. Der Rabbiner stellte die Geschichte des jüdischen Volkes dar von dem Auszug aus Ägypten und der Gesetzgebung auf dem Sinai im 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung bis zur Zerstreuung ab dem Jahr 70. Erste Spuren jüdischen Lebens in Mecklenburg sind um das Jahr 1 000 nachweisbar. Juriy Kadnykov schilderte auch die Situation der jüdischen Gemeinde in Schwerin. Vor fast 80 Jahren war sie gezwungen, ihre Synagoge abzutragen. Der Neuanfang nach 1945 gestaltete sich nicht einfach. 1989 lebten in Mecklenburg nur noch neun Menschen jüdischen Glaubens. Er verwies darauf, dass letzte Volkskammer der DDR den Weg bahnte für die Aufnahme jüdischer Kontingentflüchtlinge und es seit 1994 wieder eine jüdische Gemeinde in Schwerin gibt. Rabbiner Kadnykov erläuterte, dass wegen der derzeit schwierigen Arbeitsmarktsituation junge jüdische Menschen Schwerin verlassen, um woanders nach dem Studium einen Job zu finden.

Kleine Besucher hatten die Möglichkeit, in die Welt der Märchen aus 1000 und einer Nacht einzutauchen. Dafür sorgte Haiko Hasan Hoffmann.

Danach sangen die Besucher bei den Liedern mit, unter anderem bei dem Song „Er hält die ganze Welt in der Hand“.

Außerdem konnten sich die Besucher ihre Namen auf arabisch oder auf hebräisch von Haiko Hasan Hoffman schreiben lassen.

Auch für das leibliche Wohl der Besucher war bestens gesorgt. Frank Möller vom Verein New Social Way hatte sich mit weiteren Helfern darum gekümmert. Zum Interreligiösen Dialog in Schwerin gehören die jüdische Gemeinde, der Islamische Bund Schwerin e.V., das Islamische Zentrum Schwerin e.V., die katholische Propsteigemeinde St. Anna, die Evangelischen Kirchen und die russisch-orthodoxe Gemeinde.

Rainer Brunst

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