Flora

© Landeshauptstadt Schwerin / Hauke Behr

Besondere Pflanzenarten und - gesellschaften

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Hier erhalten Sie einen Eindruck von der räumlichen Verteilung der typischen Pflanzengesellschaften der Uferzonen des Schweriner Seengebietes und den in den letzten Jahren dort kartierten Pflanzenarten.

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Besonders interessiert sind wir alten Fotos, die die Ausdehnung von Röhrichten zur damaligen Zeit beschreiben. Noch gibt es leider nur sehr wenig Daten, um die Entwicklung des Röhrichtbestandes an den Schweriner Seen genauer beschreiben zu können.

Die meisten vegetationskundlichen Daten auf den folgenden Seiten stammen aus Untersuchungen, die das Bundesamt für Naturschutz in den Jahren 1996 und 2001 finanziert hat.

Ufervegetation Schweriner Stadtgebiet
 © Landeshauptstadt Schwerin/Harald Fuchs

Die Uferpflanzen der Schweriner Seen leben in der Zone der Unterwasserpflanzen, in der Schwimmblatt- und die Röhrichtzone sowie Uferwald. Die Ufervegetation beeinflusst die Wasserqualität und bildet den Lebensraum für viele Tierarten.

An die Uferlinie der Seen im Schweriner Stadtgebiet wird landseitig zu insgesamt 56% von Wald- und Gehölzflächen begleitet.  Als Grünland- oder Ackerfläche werden weitere 8% der Ufer genutzt. Die übrigen Uferzonen sind durch verschiedene Typen des städtischen Siedlungsraumes geprägt.

Für zwei Biotoptypen wurden im Rahmen einer selektiven Biotopkartierung unter den höheren Pflanzen auf Teilflächen von insgesamt 22 ha folgende Artenzahlen ermittelt:

  Artenzahl Anzahl Rote Liste Arten MV
Weitgehend naturnahe Seeufer 263 11
Ausgedehnte Röhrichte / Seggenrieder 151 19

Gesamtes Stadtgebiet Schwerin(Basis:Stadtbiotopklartierung 92-94

745 103

Die kartierten insgesamt 15 Röhricht- und Riedgesellschaften an den Schweriner Seen sind relativ artenarm. Beispielhaft seien hier die typischen Schilfbestände herausgehoben. Die vorwiegend aufgelandeten Schilfröhrichte bestehen hier aus 7 bis 18 Arten. Deutlich artenärmer sind die vorwiegend im Wasser stehenden Schilfröhrichte mit 1 bis 6 Arten.

Bestandsbildend kommen an den Schweriner Seen folgende Arten vor:

Schilfrohr - schmalblättriger Rohrkolben - brietblättriger Rohrkolben - gemeine Teichsimse - Kalmus - Schwanenblume - ästiger Igelkolben - gemeine Schwertlilie - gemeiner Wasserschwaden.

Die Ufervegetation aller Schweriner Seen wurde 1996 umfangreich kartiert, dokumentiert und bewertet. Von den 110 km langen See-Uferabschnitten wurden von den Fachgutachtern aus vegationskundlicher Sicht 54% der Seenufer als hoch oder sogar sehr hoch bedeutend eingestuft. Eine geringe bis sehr geringe vegetationskundliche Bedeutung wurde für 25% der kartierten Uferabschnitte festgestellt.

Hervorzuheben ist die Tatsache, dass an einer Strecke von knapp 20km, entsprechend 18% der kartierten Uferlinie, noch Uferabschnitte mit einem geschlossenen und vollständigen naturnahem Ufersaum (Röhirchte von Bruchwald) existieren.

Verteilung der im Rahmen der speziellen Röhrichtkartierung erfaßten Bestände auf die Schweriner Seen und die relative Flächengröße bezogen auf die jeweilige Uferlinie:

See
Röhrichtfläche
Uferlinie
Röhrichtfläche je
Meter Uferlinie
(m²/m UL)
absolut (m²)
rel. Anteil Projektgebiet (%)
absolut (m²)
rel. Anteil Projektgebiet (%)
Schweriner Innensee 259267 35,3 39356 31,2 6,6
Ostorfer See 101537 13,7 14263 11,3 7,1
Ziegelaußensee 100271 13,7 16093 12,7 6,2
Medeweger See 84805 11,6 6385 5,1 13,3
Kaninchen-, Ziegelwerder 72801 9,9 7309 5,8 10,0
Schweriner Außensee 41613 5,7 3680 2,9 11,3
Neumühler See 33669 4,6 18489 14,6 1,8
Lankower See 14592 2,0 6743 5,3 2,2
Heidensee 12651 1,7 4289 3,4 2,9
Fauler See 7706 1,1 4111 3,3 1,9
Ziegelinnensee 5234 0,7 3872 3,1 1,4
Pfaffenteich 0 0,0 1639 1,3 0,0
gesamt 743146 100,0 126229 100,0 5,8

 

Quelle:
Landeshauptstadt Schwerin / Bundesamt für Naturschutz (1997):
Voruntersuchungen zur Entwicklung und Erprobung eines Gewässerufer - Nutzungskonzeptes unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte "Naturschutz" und "Naherholung" in Schwerin;
Teil B - Flora und Vegetation (Mordhorst, Dücker, Schmidt, Sluschny, Schlüter, Krepel)

Ufervegetation am Schweriner Innensee
 © Landeshauptstadt Schwerin/Harald Fuchs
Die Tabelle zeigt, daß am Schweriner Innensee insgesamt 35,3% aller im Projektgebiet kartierten Röhrichtbestände liegen. Hauptbestandsbildner sind hier am Schweriner Innensee die Schilfröhrichte (Schoenoplecto- Phragmitetum australis) mit einem Anteil von insgesamt 78,7% (=33,9% aller im Projektgebiet kartierten Schilfröhrichte). Sie sind bezeichnend für naturnahe und ungestörte Uferabschnitte, beispielsweise entlang des Westufers (Schelfwerder).

Ergebnisse der speziellen Ufer- und Röhrichtkartierung am Schweriner Innensee 1996

a) Vegetationstypen der Röhrichte und Rieder Code Fläche absolut (m²) rel. Flächenanteil (%) Anzahl Flächen + Punkte Anzahl Punkte Fläche Gesamtprojekt (m²) Anteil Gesamtprojekt (%)
Schilfröhrichte P 204123 78,7 163 14 602033  33,9
Röhrichte des Schmalblättrigen Rohrkolbens T 29241 11,3 78 7 52951 55,2
Sumpfseggen-Ried C 12143 4,7 50 9 25924 46,8
Epilobium hirsutum -Staudensäume und -Röhrdichte E 3590 1,4 37 8 12098 29,7
Brennessel-Fluren U 2422 0,9 7 0 3361 72,1
Wasserschwaden-Röhrichte G 2225 0,9 13 2 8969 24,8
Röhrichte des Breitblättrigen Rohrkolbens L 1608 0,6 12 0 4433 36,3
Teichsimsen-Staudensäume S 1127 0,4 13 1 9728 11,6
Sumpfziest-Staudensäume Z 969 0,4 8 1 1432 67,7
Schwanenblumen-Röhrichte B 510

0,2

12 7 732 69,7
Wasserdost-Staudensäume D 367 0,1 6 1 1694 21,7
Bidens frondosa-Bestände F 387 0,1 6 3 787 36,5
Röhrichte des Aufrechten Igelkolbens A 260 0,1 10 3 2300 11,3
Zaunwinden-Säume W 183 0,1 3 0 638 28,7
Kalmus-Röhrichte K 97 0,1 12 9 6147 1,6
Rohrglanzgras-Röhrichte R 75 0,0 1 0 287 26,1
Sonstige Vegetationsbestände X 40 0,0 2 0 346 11,6
Schwertlilien-Röhrichte J 0 0,0 3 3 138 0
gesamt   259267 100,0 436 68 734146

35,3

 

b) Vegetationstyp Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzengesellschaften Code Fläche absolut (m²) Anzahl Punkte Fläche Gesamtprojekt (m²) Anteil Gesamtprojekt (%)
Gesellschaft des Gemeinen Hornblattes (Ceratophyllum demersum) Ce 804 2 1748 46,0
Teichrosen-Gesellschaft, Fazies von Nymphaea alba Na 3666 12 23332 15,7
Teichrosen-Gesellschaft, Fazies von Nuphar lutea NL 11305 9 61531 18,4
Gesellschaft des Kamm-Laichkrautes (Potamogeton pectinatus) Pp 562 5 8317 6,8

 

Auffällig ist der relativ hohe Flächenanteil von Vegetationsbeständen des Schmalblättrigen Rohrkolbens (Schoenoplecto- Phragmitetum australis, Fazies von Typha angustifolia), der am Schweriner Innensee mit 11,3% die zweithäufigste Röhrichtgesellschaft darstellt.

Mit einem Flächenanteil von 55,2% der innerhalb des Projektgebietes kartierten Bestände des Schmalblättrigen Rohrkolbens tritt diese Röhrichtgesellschaft am Schweriner Innensee am häufigsten auf. Bestandsbildend ist der Schmalblättrige Rohrkolben beispielsweise am Nordwestufer des Schweriner Innensees (Wickendorfer Moor) und nördlich von Muess zu beobachten. Häufig sind diese Rohrkolbenbestände den Schilfröhrichten seeseitig in mehr oder minder breiten Säumen vorgelagert oder sie treten ohne Schilfröhrichte oder mit diesen vergesellschaftet auf.

Insbesondere in naturnahen Bereichen ungestörter Verlandungsbereiche schließen den Schilfröhrichten landseitig im Übergang zu Bruchwäldern Bestände der Sumpfsegge (Caricetum acutiformis) an, die mit einem Flächenanteil von 4,7% am Schweriner Innensee kartiert wurden. Mit einem Flächenanteil von 46,8% aller innerhalb des Projektgebietes kartierten Sumpfseggen-Bestände tritt diese Seggengesellschaft am Schweriner Innensee am häufigsten auf.

In siedlungs-/stadtnahen Uferabschnitten, die mannigfaltigen Störungen und Formen des Uferverbaus und der -befestigung unterliegen, sind vermehrt Bestände des Behaarten Weidenröschens (Epilobium hirsutum) zu beobachten, dieses ist beispielsweise entlang der Ufer des Burgsees und der Marstallinsel der Fall. Derartige Bestände nehmen am Schweriner Innensee einen Flächenanteil von 1,4% ein. Alle übrigen Vegetationsbestände (s. Tabelle) sind am Schweriner Innensee von untergeordneter Bedeutung.

 

Am Südrand des Schelfwerder-Waldes wurde 2007 erstmalig am Schweriner See ein künstlicher Wellenschutz für das hier ehemals ausgedehntere Wasserschilf errichtet.

Ufervegetation im Bereich der Inseln Ziegelwerder und Insel Kaninchenwerder
 © Landeshauptstadt Schwerin/Harald Fuchs
Die Tabelle zeigt, daß in den Uferbereichen Kaninchen- und Ziegelwerders Schilfröhrichte (Schoenoplecto-Phragmitetum australis) mit einem Anteil von insgesamt 81,5% (=9,9% aller im Projektgebiet kartierten Schilfröhrichte) den Aspekt bestimmen. Sie sind bezeichnend für weniger wind- und wellenexponierte Uferbereiche der beiden Inseln, außerdem handelt es sich vorwiegend um See-Schilfröhrichte (ganzjährig im Seewasser, unterhalb der Mittelwasserlinie wurzelnde Röhrichte; s. Karten der Röhrichtkartierung).

Ergebnisse der speziellen Ufer- und Röhrichtkartierung auf Kaninchen- und Ziegelwerder 1996

a) Vegetationstypen Röhrichte und Rieder Code Fläche absolut (m²) rel. Fläcehnanteil (%) Anzahl Flächen + Punkte Anzahl Punkte Flächen Gesamtprojekt (m²) Anteil Gesamtprojekt (m²)
Schilfröhrichte P 59351 81,5 43 0 602033 9,9
Teichsimsen-Röhrichte S 6645 9,1 13 0 9728 68,3
Röhrichte des Schmalblättrigen Rohrkolbens T 5363 7,4 20 0 52951 10,1
Kalmus-Röhrichte K 798 1,1 22 7 6147 13,0
Sumpfsegen-Ried C 412 0,6 2 0 25924 1,6
Schwanenblumen-Röhrichte B 136 0,2 5 3 732 18,6
Wassserdost-Staudensäume D 66 0,1 1 0 1694 3,9
Röhrichte des Aufrechten Igelkolbens A 15 0,0 1 0 2300 0,7
Röhrichte des Breitblättrigen Rohrkolbens L 15 0,0 3 2 4433 0,3
Schwertlilien-Röhrichte J 0 0,0 1 1 138 0
gesamt   72801 100,0 111 13 734146 9,9

 

b) Vegetationstyp Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzengesellschaften Code Fläche absolut (m²) Anzahl Punkte Fläche Gesamtprojekt (m²) Anteil Gesamtprojekt (%)

Gesellschaft des Gemeinen Hornblattes (Ceratophyllum demersum)

Ce 944 1 1748 54,0
Gesellschaft des Ähren-Tausendblattes (Myriophyllum spicatum) My 1628 2 19572 8,3
Gesellschaft des Kamm-Laichkrautes (Potamogeton pectinatus) Pp 7071 5 8317 85,0

 

Nennenswerte Flächenanteile erlangen weiterhin die Teichsimsenröhrichte (9,1%), die Bestönde des Schmalblöttrigen Rohrkolbens (7,4%) und weniger auch die Kalmusröhrichte (1,1%). Bemerkenswert ist der Anteil der erstgenannten Röhrichtgesellschaft (Teichsimsenröhricht, Schoenoplecto-Phragmitetum australis, Fazies von Schoenoplectus lacustris), die hier in den Inselbereichen mit insgesamt 68,3% ihres innerhalb des Projektgebietes kartierten Gesamtbestandes am häufigsten auftritt. Hervorzuhebende Wuchsorte großflächigerer Bestände der Teichsimse sind das Südost- und Nordostufer sowie das wind- und wellenexponierte Nordwestufer Kaninchenwerders.

Wesentliche Flächenanteile der innerhalb des Projektgebietes kartierten Kalmus- und Schwanenblumenröhrichte (Anteil am Gesamtprojektgebiet: 13,0% und 18,6%) sind ebenfalls im Inselbereich ausgebildet, wenngleich deren Flächenanteil bezogen auf die Flächenbilanz der Uferröhrichte im Inselbereich gering ausfällt (Kalmus: 1,1%; Schwanenblume: 0,2%). Ihre Wuchsorte liegen bevorzugt entlang der Ostufer der Inseln in ansonsten röhrichtfreien Uferabschnitten.

Ufervegetation am Ziegelaußensee
 © Landeshauptstadt Schwerin/Harald Fuchs
Die Tabelle zeigt, daß am Ziegel-Außensee insgesamt 13,7% aller im Projektgebiet kartierten Röhrichtbestäände liegen. Hauptbestandsbildner sind hier am Ziegel-Außensee die Schilfröhrichte (Schoenoplecto- Phragmitetum australis, Fazies von Phragmites australis) mit einem Anteil von insgesamt 89,2% (=14,9% aller im Projektgebiet kartierten Schilfröhrichte). Es handelt sich hierbei überwiegend um artenarme bis einartige Schilf-Seeröhrichte (ganzjährig überwiegend im Seewasser stehende Röhrichte, unterhalb der Mittelwasserlinie stockend). Sie sind bezeichnend für naturnahe und ungestörte Uferabschnitte, beispielsweise entlang des Ostufers des Ziegel-Außensees (Schelfwerder), wo sie uferbegleitend durchgängige, nur selten lückige Röhrichtsäume unterschiedlicher Breite ausbilden. Unterbrochen werden diese beispielsweise in Bereichen von Bootshäusern am Südostufer (Eichkoppel). Nennenswerte Flächenanteile am Aufbau der Verlandungsvegetation am Ziegel-Außensee erlangen weiterhin die Sumpfseggenriede (3,2%), die Röhrichte des Schmalblättrigen Rohrkolbens (2,5%) und die Kalmus-Röhrichte (2,3%).

Ergebnisse der speziellen Ufer- und Röhrichtkartierung am Ziegel-Außensee 1996

a) Vegetationstypen der Röhrichte und Rieder Code Fläche absolut (m²) rel. Flächenanteil (%) Anzahl Flächen + Punkte Anzahl Punkte Fläche Gesamtprojekt (m²) Anteil Gesamtprojekt (%)
Schilfröhrichte P 89458 89,2 148 3 602033 14,9
Sumpfseggen-Ried C 3161 3,2 240 2 25924 12,2
Röhrichte des Schmalblättrigen Rohrkolbens T 2508 2,5 28 6 52951 4,7
Kalmus-Röhrichte K 2337 2,3 41 10 6147 38,0
Epilobium hirsutum - Staudensäume unf -Röhrichte E 875 0,9 11 0 12098 7,2
Wasserschwaden-Röhrichte G 468 0,5 12 5 8969 5,2
Teichsimsen S 437 0,4 8 0 9728 4,5
Röhrichte des Aufrechten Igelkolbens A 318 0,3 15 6 2300 13,8
Sumpfziest-Staudensäume Z 162 0,2 3 0 1432 11,3
Röhrichte des Breitblättrigen Rohrkolbens L 134 0,1 5 1 4433 3,0
Wasserdost-Staudensäume D 113 0,1 4 0 1694 6,7
Brennessel-Fluren U 84 0,1 3 0 3361 2,5
Waldimsenbestände Y 78 0,1 1 0 78 100,0
Rohrglanzgras-Röhrichte R 76 0,1 1 0 287 26,5
Sonstige Vegetationsbestände B 62 0,0 2 1 346 17,9
Schwanenblumen B 0 0,0 7 7 732 0,07
Sumpfsimsen-Röhrichte V 0 0,0 1 1 70 0,0
gesamt   100271  100,0 314 42 734146 13,7

 

b) Vegetationstyp Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzengesellschaften Code Fläche absolut (m²) Anzahl Punkte Fläche Gesamtprojekt (m²) Anteil Gesamtprojekt (%)
Gesellschaft des Ähren-Tausendblattes (Myriophyllum spicatum) My 1423 5 19572 7,3
Teichrosen-Gesellschaft, Fazies von Nymphaea alba Na 119 2 23332 0,5
Teichrosen-Gesellschaft, Fazies von Niphar lutea NL 11305 9 61531 18,4
Gesellschaft des Wasser-Knöterichs (Polygonum amphibium) Py 44 1 158 28,2

Dominante Bestände von Arten der sogenannten Kleinröhrichte sind bevorzugt am Westufer des Ziegel-Außensees anzutreffen, insbesondere in Uferabschnitten, die ansonsten häufig frei von Schilfröhrichten sind. Diese Situation ist vornehmlich auf eine stärkere Beanspruchung dieser Uferpartien durch Freizeit- und Erholungsnutzung, Vertritt und auch auf eine früher erfolgte Beweidung von Uferabschnitten zurückzuführen. Zu den charakteristischen Arten zählen der schon erwähnte Kalmus (2,3% Flächenanteil) und der Aufrechte Igelkolben (0,3%), die hier am Ziegel-Außensee wesentliche Vorkommen ihrer innerhalb des Projektgebietes kartierten Bestände aufweisen (Kalmus: 38% Flächenanteil der innerhalb des Projektgebietes kartierten Kalmusbestände, Igelkolben: 13,8%)

Durch den o.g. Störungs-Faktorenkomplex werden ebenfalls Arten wie Behaartes Weidenröschen (Epilobium hirsutum), Wasserschwaden (Glyceria maxima), Sumpfziest (Stachys palustris), Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und Brennessel (Urtica dioica) im anquatschen und/oder terrestrischen Uferbereich gefördert.

Ufervegetation am Heidensee
Die Tabelle zeigt, daß die Schilfröhrichte (Schoenoplecto-Phragmitetum australis) auch vor dem Hintergrund des schlechten Gewässerzustandes gegenwärtig am Heidensee noch die dominante Röhrichtgesellschaft darstellt (77% Flächenanteil, = 1,6% aller im Projektgebiet kartierten Schilfröhrichte). Hinzuweisen ist jedoch in diesem Zusammenhang auch auf das Fehlen jeglicher Verlandungsröhrichte in weiten Uferabschnitten des Heidensees infolge Uferverbau, Bootshausanlagen und bis an die Uferlinie heranführende Nutzungen.

Ergebnisse der speziellen Ufer- und Röhrichtkartierung am Heidensee 1996

a) Vegetationstypen der Röhrichte und Rieder Code Fläche absolut (m²) rel. Flächenanteil (%) Anzahl Flächen + Punkte Anzahl Punkte Fläche Gesamtprojekt (m²) Anteil Gesamtprojekt (%)
Schilfröhrichte P 9742 77,0 48 10 602033 1,6
Röhrichte des Breitblättrigen Rohrkolbens L 796 6,3 5 1 443 18,0
Sumpfseggen-Ried C 725 5,7 26 15 25924 2,8
Epilobium hirsutum- Staudensäume und -Röhrichte E 443 3,5 6 0 12098 3,7

Zaunwinden-Säume

W 292 2,3 4 1 638 45,8
Röhrichte des Schmalblättrigen Rohrkolbens T 218 1,7 2 0 52951 0,4
Sumpfzeist-Staudensäume Z 190 1,5 2 0 1432 13,3
Brennessel-Fluren U 101 0,8 2 0 3361 3,0
Wasserdost-Staudensäume D 69 0,6 2 1 1694 4,1
Röhrichte des Aufrechten Igelkolbens A 32 0,3 6 5 2300 1,4
Kalmus-Röhrichte K 27 0,2 2 19 6147 0,4
Wasserschwaden-Röhrichte G 16 0,1 6 4 8969 0,2
Schwanenblumen-Röhrichte B 0 0,0 2 2 732 0,0
Schwertlinien-Röhrichte J 0 0,0 1 1 138 0,0
sonstige Vegetationsbestände X 0 0,0 1 1 346 0,0
gesamt   12651 100,0 115 42 734146 1,7

Hohe Flächenanteile (6,3%, = 18% aller im Projektgebiet kartierten Bestände des Breitblättrigen Rohrkolbens) erlangen Bestände des Breitblättrigen Rohrkolbens (Typha latifolia), deren Vorkommen bezeichnend sind für den Zustand und die hohe Trophie des Gewässers.

Nennenswerte Flächenanteile verzeichnen weiterhin die Sumpfseggenriede (Caricetum acutiformis, 5,7%), Röhrichte des Schmalblättrigen Rohrkolben (Typha angustifolia, 1,7%), Bestände des Behaarten Weidenröschens (Epilobium hirsutum, 3,5%), Zaunwinden-Säume (2,3%) und Sumpfziest-Staudensäume (Stachys palustris, 1,5%). Die drei letztgenannten Vegetationsbestände sind bezeichnend für Uferbereiche, die vielfältigen Störungen (Vertritt, Uferverbau, Lagerung von Gartenabfällen etc.) unterliegen und weisen z.T. auch auf eine veränderte Nährstoffsituation hin (Epilobium hirsutum gilt als Nitrifizierungszeiger).

Vergleichbares gilt für einige weitere Vegetationsbestände am Heidensee, so z.B. für Brennesselfluren (Urtica dioica, 0,8%).

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