Natura 2000

© Landeshauptstadt Schwerin

Lebensraum- und Artenschutz in der Europäischen Union

 © Jürgen Brandt

Mit Natura 2000 besteht ein umfassendes, rechtliches Instrumentarium zum Lebensraum- und Artenschutz in der Europäischen Union.

An den Schweriner Seen bestehen Schutzgebiete aus verschiedenen Schutzgebietskategorien, die ihre aktuelle rechtliche Basis im
Landesnaturschutzgesetz (NatSchAG) M-V, im Bundesnaturschutzgesetz und entsprechenden EU-Richtlinien haben:

A. Europäische Natura-2000 Gebiete:
A.1 FFH-Gebiete und
A.2 Vogelschutzgebiete

B. Nationale Schutzgebiete:
B.1 Naturschutzgebiete
B.2 Landschaftsschutzgebiete
B.3 besonders geschützte Biotope

An den hier behandelten Schweriner Seen gilt darüber hinaus auch ein bis zu 50m (land- und gewässerwärts) breiter Gewässerschutzstreifen, innerhalb dessen grundsätzlich bauliche Anlagen nicht errichtet oder wesentlich geändert werden dürfen (§29 LNatSchAG MV). Konkrete Ausnahmen sind im LNatSchG MV geregelt.

Mit dem Inkrafttreten der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG), des Rates vom 21. Mai 1992 zur "Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" im Juni 1992 ist erstmals ein umfassendes rechtliches Instrumentarium zum Lebensraum- und Artenschutz in der Europäischen Union geschaffen worden.

Das Schutzgebietssystem Natura 2000 ist in Deutschland zusätzlich mit der Umsetzung in nationales Recht im April 1998 rechtsverbindlich und schließt auch die Gebiete nach der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 79/409/EWG) des Rates vom 2. April 1979 zur "Erhaltung der wildlebenden Vogelarten" mit ein. Auch das Landesnaturschutzgesetz MV regelt Verfahrensfragen zu diesen Gebieten.

Die "Special Area of Conservation" (SAC) der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) bilden zusammen mit den "Special Protected Area" (SPA) der Vogelschutz-Richtlinie das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000.

Inhaltliche Grundzüge dieser beiden europäischen Flächenschutzgebietskategorien werden auf zwei Internetseiten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) kurz vorgestellt:

Grundsätze der Natura2000 Schutzgebiete

Im Bereich des Schweriner Sees hat die Landesregierung MV mehrere FFH-Gebiete und ein Vogelschutzgebiet gemeldet, die weiteren Artikeln diese Internetauftrittes vorgestellt werden.

Natura-2000-Gebiete

Vogelschutzgebiet "Schweriner Seen"
 © Landeshauptstadt Schwerin

Im Jahr 2005 wurde das 18.570 ha große europäische Vogelschutzgebiet (SPA DE 2235-402 „Schweriner Seen“) als wichtiger Baustein des europaweiten Natura2000 Schutzgebietssystems ausgewiesen.

Kartenviewer des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)

wesentliche Bestandteile:

  • Schweriner Innensee und Außensee
  • Kaninchenwerder und Ziegelwerder
  • Reppin
  • Ziegelaußensee
  • Schelfwerder
  • Ackerflächen südlich Wickendorf
  • Uferflächen südlich Wendenhof
  • Wickendorfer Moor
  • Störtalniederung
  • Acker- und Waldflächen östlich
  • u. westl. des Schweriner Außensees

Die Auswahl dieses Gebietes erfolgte anhand eines landesweiten ornithologischen Fachkonzeptes des Umweltministeriums M.-V.. Folgende Vogel-Arten waren für die Auswahl dieses Vogelschutzgebietes am Schweriner See entscheidend:

  • Saatgans,
  • Blässgans,
  • Singschwan,
  • Zwergschwan,
  • Haubentaucher,
  • Kormoran,
  • Reiherente,
  • Blässhuhn
  • Seeadler, Wachtelkönig,
  • Kolbenente, Rohrdommel,
  • Schwarzmilan, Eisvogel,
  • Neuntöter, Weißstorch,
  • Wespenbussard, Rotmilan,
  • Rohrweihe, Kranich,
  • Schwarzspecht, Mittelspecht,
  • Sperbergrasmücke, Zwergschnäpper

Ab Mitte Juli 2004 begann in den betroffenen Kreisen Schwerin, Nordwestmecklenburg und Parchim die offizielle Offenlage der ersten Entwürfe von Landschaftschutzgebietsverordnungen (LSG) zur Untersetzung der geplanten Meldung eines EU-Vogelschutzgebietes (SPA) "Schweriner Seen".

Im Mai 2005 wurde die Landschaftsschutzgebiets-Verordnung "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee" veröffentlicht. Der städtische Anteil an diesem Schutzgebiet umfasst eine Fäche von ca. 3950 ha. Im Juli 2011 trat eine Landesverordnung für alle Vogelschutzgebiete in M.-V. in Kraft. Hier werden u.a. die maßgeblichen Gebietsanteile (Arten und Lebensraumelemente) für das Vogelschutzgebiet DE-2235-402 "Schweriner Seen" aufgelistet.

Für den Bereich des Schweriner See ist die Meldung des großen neuen EU-Vogelschutzgebietes (SPA) "Schweriner See" durch die Landesregierung  M.-V. an die EU erfolgt.

Aktuelle Daten zum Brut- und Rastvogelbestand des Schweriner Innen- und Ziegelaußensees (2010)

Die Brut- und Rastvögel auf dem Schweriner Innensee und Ziegelaußensee haben 2010 im Auftrag des Amtes für Umwelt der Landeshauptadt Schwerin Dr.W.Scheller, Dr.H.Zimmermann, A.Güttner und G.Köpke (SALIX-Kooperationsbüro für Umwelt und Landschaftsplanung, Teterow) kartiert.

Eine erste umfangreiche Wasservogelkartierung hat die Landeshauptstadt Schwerin mit finanzieller Förderung des Bundesamtes für Naturschutz im Rahmen des  F&E Vorhabens "Naturschutz u. Erholung auf den Bundeswasserstraßen-Gewässern der Schweriner Seen" (BfN-FKZ 801 87 100) von Dr. W. Scheller in Jahr 2002 durchführen lassen.

Über den Beginn der Arbeiten zum Managementplan für dieses EU Vogelschutzgebiet informiert am 9.10.2012 das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg auf einem öffentlichen Treffen in Cambs. Für das SPA "Schweriner Seen" wird nun unter Federführung des StALU WM die Bietergemeinschaft "Natur und Text in Brandenburg GmbH" aus Rangsdorf und die "Stadt und Land Planungsgesellschaft mbH" aus Hohenberg-Krusemark einen Managementplan erarbeiten. Der Planentwurf soll in ca. 2 Jahren vorliegen und nach seinem Abschluss als Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für die Naturschutzbehörden dienen. In diesem Planwerk werden nach der Kartierung und Bewertung der Vogelbestände und –habitate von insgesamt 29 im Gebiet vorkommenden Brut- und Rastvogelarten mit europäischer Bedeutung gutachterlich begründete Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

Die gutachterlich ermittelten Grundlagendaten wurden im April 2014 auf einer öffentlichen Sitzung vorgestellt und vom StALU WM im Internet veröffentlicht.

Dokumente des STALU WM zum Managementplan Vogelschutzgebiet Schweriner Seen

Die Landkreise Parchim und  Nordwestmecklenburg haben ebenfalls Ihren Anteil am EU-Vogelschutzgebiet "Schweriner Seen" per Landschaftsschutzgebiets-Verordnung gesichert.

LSG Verordnung Schweriner Seenlandschaft des Landkreises Ludwigslust-Parchim LSG Verordnung Schweriner Außensee des Landkreises Nordwestmecklenburg Hinweise des Bundesministeriums für Umwelt, Bau, Naturschutz und Reaktorsicherheit Grundsätze der EU - Vogelschutzrichtlinie (Bundesamt für Naturschutz, BfN) Schutzgebiete nach europäischem Recht (LUNG M.-V.) Landesverordnung Vogelschutzgebiete MV 2016 Dokumente StALU WM Managementplan Vogelschutzgebiet Schweriner Seen EU-Komission, GD Umwelt Schutzgebiete in Schwerin
Fauna-Flora-Habitat-Gebiete

Das Netz Natura 2000 besteht aus den Gebieten der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie, vom 21. Mai 1992, 92/43/EWG) und der Vogelschutzrichtlinie (vom 2. April 1979, 79/409/EWG). Der Fischotter ist eine besonders wichtige Zielarten vieler FFH-Gebiete am Schweriner See. Die FFH-Gebiete werden auch als Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) bzw. Special Areas of Conservation (SAC) bezeichnet. Am Schweriner See wurden im Rahmen des geplanten ökologischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000" von der Landesregierung M.-V. folgende FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU) gemeldet.

Stadtgebiet Schwerin

  • Wickendorfer Moor
  • Neumühler See
  • Halbinsel Reppin

Stadtrand 

  • Görslower Ufer
  • Pinnower See
  • Ramper Moor
  • Wald Willigrad
  • Wald Willigrad_Döpe
  • Schweriner Aussensee
  • Ackersölle nördl.Hansholz
Kurzbeschreibung von FFH-Gebieten im Bereich des Schweriner Sees
EU-Nummer Gebietsname Fläche in ha FFH-Lebensraumtypen FFH-Arten
2234-302 Wald- und
Kleingewässerlandschaft Dambecker Seen und Buchholz   - NWM -
1354

3150,3160,

7120,7140,

9130,91D0*

Kammmolch,

Rotbauchunke,

Fischotter

2234-304

Schweriner Außensee und
angrenzende Wälder und Moore (Wickendorfer
 Moor, Ramper Moor, Döpe, Wald Wiligrad)

- NWM, LUP -

4417

3140, 3150,

3160, 3260,

6410, 6510,

7140, 7230,

9130, 9180*,

91E0*

Schmale u. Bauchige Windelschnecke,

Große Moosjungfer,

Rotbauchunke,

Teichfledermaus,

Fischotter, Biber

2334-302

Görslower Ufer

- LUP -

48 3140,9130 Fischotter
2334-304

Neumühler See

- SN -

256

3140, 9130,

91E0*

Bauchige Windelschnecke,

Fischotter, Biber

2334-307

Halbinsel Reppin, Schwerin-Mueß

- SN -

12 3140,3150

Eremit*

2335-301

Pinnower See

- LUP-

376

3140,7140,

9130,91E0*

Biber, Fischotter

 

Grundsätze FFH-Richtlinie (BfN) Weitere Informationen zu FFH-Lebenstaumtypen (BfN)
Zurück Seite drucken

Kontakt

Landeshauptstadt Schwerin -
Fachdienst Umwelt

Herr Dr. Hauke Behr
Fachdienstleiter
Raum: 2.073

Am Packhof 2-6
19053 Schwerin
+49 385 545-2451
hbehr@schwerin.de

Landeshauptstadt Schwerin - Fachgruppe Naturschutz und Landschaftspflege

Herr Harald Fuchs
Sachbearbeiter
Raum: 2.045

Am Packhof 2-6
19053 Schwerin
+49 385 545-2461
+49 385 545-2479
hfuchs@schwerin.de

Öffnungszeiten
Montag: 08:00 - 16:00 Uhr
Dienstag:

08:00 - 18:00 Uhr

Donnerstag:

08:00 - 18:00 Uhr

sowie nach Vereinbarung.