Schwerin ist kein Ort für Neonazis Landeshauptstadt unterstützt Kampagne der Amadeu Antonio Stiftung 30.05.2013

Die Plakate, Aufkleber und Schilder sind knallgelb und erinnern an durchgestrichene Ortsschilder. Die Botschaft ist unmissverständlich und lautet: „Kein Ort für Neonazis in Schwerin“. Mit der Übergabe eines Kampagnenschildes durch die Amadeu Antonio Stiftung setzen die in der Schweriner Stadtvertretung vertretenen demokratischen Parteien im Vorfeld der für Sonntag angemeldeten und inzwischen von der Stadt untersagten NPD-Kundgebung ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.Vertreter der Stiftung, die den Namen des von rechten Jugendlichen 1990 im brandenburgischen Eberswalde zu Tode geprügelten Angolaners  Amadeu Antonio trägt, übergaben heute das Kampagnenschild an Stadtpräsident Stephan Nolte, Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sowie Vertreter der Fraktionen der Stadtvertretung.Im Anschluss brachten die Unterstützerinnen und Unterstützer der Kampagne Plakate an den Fenstern des Schweriner Rathauses an. Die gelben Plakate und Aufkleber sollen in der ganzen Stadt verteilt werden. „Damit unterstützen wir auch die Demonstrationen für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz, die Initiativen, Vereine und Parteien am Sonntag auf verschiedenen Plätzen Schwerins planen“, so Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.  „Weltoffenheit ist auch wichtig für ausländische Investoren. So baut in Schwerin ein durchaus internationales Team des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestle für 220 Millionen Euro ein neues Werk mit 450 Arbeitsplatzen auf“, meinte sie mit Blick auf die für Freitag geplante Grundsteinlegung des Werkes im Industriepark Schwerin, während  Stadtpräsident Stephan Nolte betonte: „Es reicht nicht aus, Gewalttaten zu verurteilen. Wir sind dazu aufgerufen, jeder Äußerung von Menschenfeindlichkeit mit Zivilcourage entschieden entgegenzutreten.“Wer die Kampagne unterstützen möchte, erhält die Aufkleber und Plakate auf Anfrage am Informationstresen im Foyer des Stadthauses.  


Amadeu Antonio Stiftung und die Kampagne „Kein Ort für Neonazis“
Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Dabei ist es der Stiftung ein wichtiges Anliegen, gleichermaßen gegen Antisemitismus und Rassismus zu arbeiten. Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio wurde 1990 von rechten Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde zu Tode geprügelt, weil er eine schwarze Hautfarbe hatte. Er war eines der ersten von heute 183 Todesopfern rechtsextremer Gewalt seit dem Fall der Mauer.
Die Kampagne „Kein Ort für Neonazis“ will Bürgerinnen und Bürger, zivilgesellschaftliche Initiativen und vor allem Jugendliche für demokratische Kultur gewinnen und dem Rechtsextrimismus vor Ort entgegenstehen. Ziel der Kampagne ist es, im Rahmen einer größeren Bewegung aller demokratischen Kräfte, die Verankerung der Neonazi-Szene in Bundesländern dauerhaft zu verhindern. Im Internet unter : www.kein-ort-fuer-neonazis.de


Stimmen aus Schwerin zur Kampagne

In Schwerin sind alle Menschen willkommen. Wir dulden keine Diskriminierung und keinen Rassismus, keine Ausgrenzung und keine
Gewalt. Weil Neonazis und nationalsozialistisches Denken aber für
all das stehen, ist Schwerin kein Ort für Neonazis!
Christoph Gagzow, SPD

Dass wir in Demokratie und Freiheit zusammenleben können, ist
Ergebnis unseres friedlichen Miteinanders und des Austausches der
vielfältigen Kulturen untereinander. Es liegt in unserer Verantwortung,
das zu bewahren. Deutschland soll ein lebenswertes Land
bleiben, voller Vielfalt und Toleranz. Das wünsche ich mir auch für
meine Stadt Schwerin.
Dorin Müthel-Brenncke, CDU

Nazis gehören einer schrecklichen Vergangenheit Deutschlands an.
Wer heute das alte Gedankengut pflegt, vergeht sich an der Jugend,
einer wirtschaftlichen Zukunft in Frieden und den europäischen
Werten für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Deshalb wählen
Sie, ihre Stimme uns demokratischen Parteien!
Sascha Priebe, FDP

Schwerin ist ein Ort der kulturellen Vielfalt. Bunt und lebendig. Demokratie
ist die Grundlage dieses friedlichen und freiheitlichen Zusammenlebens.
Gewalt und Hass haben in ihr eben sowenig Platz
wie Menschenfeindlichkeit und Intoleranz!
Frank Fiedler, Bündnis 90/Die Grünen

Neulich sah ich wieder ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Kein Sex mit
Nazis“. Schön! Unsere Wachsamkeit und Courage sind im Alltag
gefordert, damit Schwerin ein Ort der Vielfalt bleibt, bunt und liebenswert.
Eine Stadt, in der sich alle Menschen wohlfühlen. Nazis,
Hass und Gewalt haben da keinen Platz.
Peter Brill, Die Linke


Schwerin soll eine Stadt bleiben, in der Offenheit und gegenseitiger Respekt das friedliche Miteinander bestimmen Wir treten deswegen allen extremistischen Positionen entschieden entgegen. Jeder einzelne von uns sollte laut und deutlich STOPP sagen, wenn Neonazis ihre menschenverachtenden Positionen verbreiten wollen.Silvio Horn, Unabhängige Bürger

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