Ehrenbürgerrecht für Dr. h.c. William Wolff 10.12.2013

Mit großer Mehrheit beschlossen die Mitglieder der Stadtvertretung auf ihrer gestrigen Sitzung, das Ehrenbürgerrecht an Landesrabbiner Dr. h. c. William Wolff zu verleihen. Er hat sich um die Landeshauptstadt Schwerin in besonders hohem Maße verdient gemacht.

Stadtpräsident Stephan Nolte würdigte im Namen der Mitglieder der Stadtvertretung Landesrabbiner Dr. h.c. William Wolff für sein Wirken in und um Schwerin. „Er bezeichnete den 87-jährigen als Brückenbauer zwischen Juden und Nichtjuden und hob sein außergewöhnliches Charisma hervor. Für sein großartiges Lebenswerk hat er die Ehrenbürgerschaft mehr als verdient“, so Nolte.

In der Begründung des gemeinsames Antrages in der Stadtvertretung heißt es: „Landesrabbiner Dr. h.c. William Wolff ist seit Beginn seiner Amtszeit im April 2002 sehr schnell zur prägenden Persönlichkeit jüdischen Lebens in Schwerin und ganz Mecklenburg-Vorpommern geworden. Besonders am Herzen liegt ihm, das reiche kulturelle, intellektuelle und spirituelle Erbe des alten, im Dritten Reich weitgehend zerstörten liberalen deutschen Judentums anzuknüpfen und den großen jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock, deren Mitglieder fast ausnahmslos aus der ehemaligen Sowjetunion stammen zu helfen, sich in die Traditionen des hiesigen Judentums und in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Insbesondere arbeitet er  unermüdlich daran, im Geiste der Toleranz Brücken zwischen Juden und Nichtjuden zu bauen. Er genießt dabei weit über die Grenzen der Landeshauptstadt Schwerin ein großes und breites Ansehen. Sein Wort und seine Auffassungen sind gefragt in Schulen genauso wie in Vorträgen, Kirchen oder in politischen Diskussionen.Landesrabbiner Dr. h.c. Wolff hat sich maßgeblich für den Wiederaufbau der Schweriner Synagoge eingesetzt. Jüdisches Leben konnte damit an den Ort in unserer Stadt zurückkehren, an dem es bis zum Jahr 1938 ein lebendiges Zuhause hatte, bevor die Nationalsozialisten die Synagoge verwüsten und zerstören ließen. Mit dem Bau der Synagoge erhielt die jüdische Gemeinde, weit mehr als nur ein Gebäude. Sie kehrt damit auch sichtbar ins öffentliche Bewusstsein der Stadt zurück.Landesrabbiner Dr. h.c. William Wolff steht in der Schweriner Rabbinatstradition, indem er intensiv an kulturellen und interreligiösen Dialogen und Diskursen in der Landeshauptstadt teilnimmt und wie kein anderer optimistisch und erfolgreich wirkt für einen aufgeschlossenen Umgang zwischen Juden und Nichtjuden im Geiste gegenseitiger Akzeptanz. Dadurch hat er sich in ganz besonderem Maße um die Landeshauptstadt Schwerin verdient gemacht.“

Dr. h.c. William Wolff wurde am 13. Februar 1927 in Berlin geboren. Er zog bereits in Kinderjahren nach Amsterdam (1933) und später nach London (1939).  Nach einem Studium der Wirtschaft arbeitete er in und um London als Journalist.

1979 begann er eine fünfjährige Ausbildung am Leo Baeck College in London und erhielt im Juli 1984 die S’micha (Ordination). Er arbeitete in verschiedenen Gemeinden in Großbritannien, bis er am 23. April 2002 in Schwerin in das Amt des Landesrabbiners von Mecklenburg-Vorpommern berufen wurde. Seit 2005 ist er außerdem stellvertretender Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz.

Dr. h.c. William Wolff ist aktiv im interreligiösen Gespräch. 2006 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 2007 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse sowie den Israel-Jacobson-Preis.

Die Ehrenbürgerschaft soll im neuen Jahr in einer feierlichen Sondersitzung der Stadtvertretung verliehen werden.
Zurück Seite drucken

Kontakt

Landeshauptstadt Schwerin - Pressestelle

Frau Michaela Christen
Pressesprecherin
Raum: 6027

Am Packhof 2-6
19053 Schwerin
+49 385 545-1010
+49 385 545-1019
mchristen@schwerin.de

Landeshauptstadt Schwerin - Pressestelle

Frau Mareike Diestel
Koordination
Raum: 5029

Am Packhof 2-6
19053 Schwerin
+49 385 545-1013
+49 385 545-1019
mdiestel@schwerin.de

Was sonst noch interessant ist