Zum Tag für Entgeltgleichheit von Frauen und Männern haben der stellvertretende Oberbürgermeister, Bernd Nottebaum, und Gleichstellungs- und Familienbeauftragte Claudia Wendorf heute die entsprechende Aktionsfahne vor dem Rathaus in Schwerin gehisst.
Damit macht die Landeshauptstadt auf die noch immer bestehende Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam, die in Deutschland 16 Prozent beträgt. Rechnet man diesen Wert in Tage um, haben Frauen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen seit dem 1. Januar an 58 Tage lang unentgeltlich gearbeitet.
Frauen verdienen in vielen Branchen noch immer weitaus weniger Geld als Männer. Oft tragen sie die Hauptlast in der Sorgearbeit oder in der Pflege von Angehörigen oder sind alleinerziehend. Daher bekleiden sie auch seltener Führungspositionen, gründen seltener Unternehmen oder finden kaum Zeit für ehrenamtliches Engagement. Auch sind sie in der Regel weniger in technischen und öfter in sozialen Berufen sowie in Teilzeit beschäftigt, als Männer.
„Wir wünschen uns, dass sich Akteurinnen und Akteure aus der Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam für Lohngleichheit und Gleichberechtigung einsetzen und das nicht nur punktuell, sondern an jedem Tag", so Claudia Wendorf. Das diesjährige Motto der Equal Pay Day Kampagne lautet „Equal pay every day“. Es rückt in den Fokus, wie sich die geschlechterspezifische Lohnlücke im Laufe des Lebens entwickelt und auswirkt. Vom Erlernen von Rollenbildern in Kindheit und Jugend über die Berufswahl und die Familiengründung bis zur Rente und weiblichen Altersarmut: Anhand der verschiedenen Lebensabschnitte wird deutlich, wie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen Lohngleichheit immer wieder erschweren und mit welchen Stellschrauben es gelingen kann, das zu ändern und eine gleiche Bezahlung für Frauen und Männer Realität werden zu lassen - beispielsweise durch die Schaffung von flexiblen Arbeitsbedingungen sowie die partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit.
Wie die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, erhielten Frauen im Jahr 2025 durchschnittlich einen Bruttostundenlohn von 22,81 Euro, bei Männern waren es 27,05 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der unbereinigte Gender Pay Gap somit konstant. Der bereinigte Gender Pay Gap - also die Lohnlücke bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie - lag in Ostdeutschland im Jahr 2025 bei 5 %.