Weiterführende Untersuchungen geben keine Entwarnung - Ursache für Grundwasserbelastung im Bereich der Jahnstraße weiter unklar 26.06.2015

Aufgrund der im Februar 2015 festgestellten Grundwasserbelastung mit Arsen im Bereich des Hinterhofes der Jahnstraße 11/13 erfolgte zur Überprüfung dieses Einzelwertes am 29. Mai 2015 eine erneute Beprobung des Grundwassers in diesem Bereich. Im betroffenen Grundwasserbereich wurde mit 197 µg/l weiterhin ein hoher Arsen-Wert festgestellt, der aber im Vergleich zum Wert im Februar 2015 (303 µg/l) um ca. 35 Prozent gesunken ist. Hieraus lässt sich ein möglicher abnehmender Trend ableiten. Bestätigen könnte sich dies durch die nächste Beprobung der Grundwassermessstelle, die planmäßig im August 2015 erfolgt.

Das  belastete Grundwasser wird durch eine mehr als 1 Meter mächtige Torfschicht im betroffenen Gebiet vom Oberboden getrennt. Zudem wurde gutachterlich nachgewiesen, dass der Torf bei einem hohen Grundwasserstand die Schadstoffe nahezu vollständig zurückhält. Bei der Beprobung im Mai 2015 wurde auch das Stauwasser oberhalb der Torfschicht untersucht und hier mit 21 µg/l in einem Teilbereich ein leicht erhöhter Arsen-Wert festgestellt. Dieser befindet sich zwar über dem Grenzwert für Trinkwasser (10 µg/l), aber weit unter dem Maßnahmenschwellenwert für das Grundwasser (60 µg/l). Bei der Untersuchung im Februar 2015 lag der Arsen-Wert im Stauwasserbereich bei 3 µg/l und somit noch unterhalb jeglicher Grenzwerte.

Nutzungseinschränkungen unter gesundheitlichem Aspekt sind aus Sicht des Fachdienstes Gesundheit derzeit nicht notwendig. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass bei Vermeidung des Kontakts mit dem belasteten Grundwasser keine Gefahr für die menschliche Gesundheit besteht. Auch das Trinkwasser ist nicht gefährdet, da dessen Gewinnung in einem Stadtgebiet mit anderen Boden- und Grundwasserverhältnissen erfolgt.  

Die Ursache für die Arsen-Belastung ist weiterhin unklar. Ein Zusammenhang mit der Grundwasserverunreinigung durch die ehemalige Galvanik gilt laut Fachgutachten (GIG, Stralendorf) als unwahrscheinlich. Gutachterlich favorisiert wird derzeit eine geologisch-bedingte Erhöhung der Arsen-Werte im Grundwasser durch ein natürlich erhöhtes Arsen-Vorkommen im Boden. Eine Verunreinigung durch lokale Verkippungen von arsenhaltigen Schadstoffen (z. B. Rattengift, Holzschutzmittel, Pestizide) kann aber weiterhin nicht ausgeschlossen werden.
Da die Arsen-Gehalte im Stauwasser nicht oder nur wenig auffällig sind, ergeben sich derzeit keine Hinweise auf relevante Arsen-Belastungen für den um die Messstellengruppe anstehenden Boden. Um aber Bodenbelastungen im weiteren Umfeld der betroffenen Grundwassermessstelle ausschließen zu können, sind durch das Umweltamt Untersuchungen der Oberböden im Juli 2015 geplant. Hierüber werden auch die Eigentümer der betroffenen Grundstücke in Kenntnis gesetzt.

Die Anwohner im Bereich zwischen Münzstraße/Schliemannstraße/Jahnstraße/Grüne Straße wurden brieflich über die neuesten Untersuchungsergebnisse informiert. Sollten sich durch die nachfolgenden Untersuchungen Anhaltspunkte für Bodenbelastungen ergeben, werden die Eigentümer und Nutzer der betroffenen Grundstücke wiederum unverzüglich und direkt durch das Umweltamt darüber in Kenntnis gesetzt.
Die entsprechenden Gutachten zur Arsen-Belastung im Grundwasser im Bereich Jahnstraße können bei Interesse im Umweltamt eingesehen bzw. auch digital zur Verfügung gestellt werden. Weitere Information sind auch im Internet unter www.schwerin.de zu finden. Dort finden Sie auch Antworten zu den wichtigsten Fragen. Bei weiteren Fragen zur Klärung von bestehenden Unsicherheiten stehen den Anwohnern auch die Mitarbeiter des Umweltamtes unter 545-2439 gern zur Verfügung.

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