Mit der Bestätigung durch die Stadtvertretung am 29. Juni 2026 ist die kommunale Wärmeplanung Schwerins zwei Jahre früher als gesetzlich vorgeschrieben abgeschlossen: Der Wärmeplan liefert Strategien und die dazu erforderlichen Maßnahmen, um Schwerins Wärmeversorgung bis spätestens 2045 klimaneutral, versorgungssicher und bezahlbar weiterzuentwickeln. Die Wärmeversorgung soll dazu schrittweise auf die Nutzung erneuerbarer Energien, nicht vermeidbarer Abwärme oder klimaneutrale Technologien umgestellt werden. Dafür wurden die aktuell bestehende Wärmeversorgung, der Wärmebedarf im Stadtgebiet sowie Potenziale für erneuerbare Energien, Abwärme, Energieeffizienz und Wärmenetze umfassend untersucht.
Die Bestands- und Potentialanalyse zeigen: Schwerin verfügt über sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wärmewende. Dazu zählen insbesondere die bereits weit verzweigte Fernwärmeinfrastruktur, Potenziale für erneuerbare Wärmequellen sowie die Möglichkeit, in vielen Stadtbereichen künftig dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen einzusetzen. Gleichzeitig macht der Wärmeplan deutlich, dass die Wärmewende erhebliche Investitionen der Stadt, Stadtwerke, Wohnungswirtschaft, Bürgerinnen und Bürger erfordert.
Mit der Gebietseinteilung zeigt die Wärmeplanung auf, wie die Wärmewende in den unterschiedlichen Quartieren umgesetzt werden soll. Sie zeigt, wo bereits heute Fernwärme angeboten wird, wie diese perspektivisch in Fünfjahresschritten ausgebaut werden soll und welche Gebiete dagegen bis 2045 durch eine individuelle Umstellung der Heizungsanlagen dezentral zu versorgen sind.
Dieses Ergebnis ist in enger Abstimmung mit den Stadtwerken Schwerin entstanden, deren Aufgabe es nun ist, die Fernwärme Schritt für Schritt auszubauen und die Wärmeerzeugung durch Einbindung regenerativer Energien und unvermeidbarer Abwärme zu dekarbonisieren.
In den weniger dicht bebauten Stadtbereichen sind dagegen die Bürgerinnen und Bürger gefragt, ihre Heizungsanlagen selbst umzustellen – einen sofortigen Handlungszwang gibt es hier nicht. Die Stadt wird über Möglichkeiten zur Gebäudesanierung und zum Heizungstausch weiter informieren, aktuell gibt es dafür attraktive Fördermittel vom Bund über das BAFA und die KfW.
„Mit der kommunalen Wärmeplanung schaffen wir Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Wohnungswirtschaft, Unternehmen, Stadtwerke und Verwaltung. Der Wärmeplan zeigt, welche Optionen in welchen Stadtbereichen voraussichtlich sinnvoll sind – und er macht deutlich, dass die Wärmewende nur gemeinsam gelingen kann“, erklärt Umweltdezernent Bernd Nottebaum. Die kommunale Wärmeplanung wurde unter Beteiligung von Verwaltung, Stadtwerken, Wohnungswirtschaft, Unternehmen und Öffentlichkeit erstellt. Gefördert wurde das Vorhaben aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds des Bundes.
Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung werden über die Webseite der Landeshauptstadt Schwerin unter www.schwerin.de/waermeplanung veröffentlicht. Neben den Kontaktdaten der Ansprechpartner in der Stadtverwaltung werden dort dauerhaft Informationen zu Beratungsangeboten, Fördermitteln und Informationsveranstaltungen bereitgestellt. Die Fortschritte kommunaler Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und kommunale Wärmeplanung sind fortan unter www.stadtklima.schwerin.de einsehbar. Kostenlose und unverbindliche Informationen zur Eignung Ihrer Dachflächen für die Installation von Solaranlagen hält das Solarkataster Schwerin unter www.solarkataster-schwerin.de bereit.
