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Jahresauftakt beim gemeinsamen Neujahrsempfang: Kunst- und Kulturpreis der Sparkassen-Stiftung 2025 vergeben 28.01.2026

Die Preisträger des Kunst- und Kulturpreises 2025: Tino Bittner (2.v.l), Sabine Klemm (Mitte) und Nado Kallweit (2.v.r.) © Landeshauptstadt Schwerin/Ulrike Auge

Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erlebten beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Landeshauptstadt im Theaterzelt am Franzosenweg einen spannenden Abend mit starken kulturellen Akzenten.

So gehört zur Tradition des Empfangs auch die Verleihung des Kunst- und Kulturpreises der Sparkassen-Stiftung. Ausgezeichnet werden jährlich sowohl professionelle als auch ehrenamtliche Akteure, die das kulturelle Leben in Schwerin prägen. Eine Fachjury wählt die Preisträger des mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preises aus.

Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Beiträge zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Insgesamt zehn Vorschläge lagen zur Entscheidung vor. Der Kunst- und Kulturpreis 2025 wurde in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Sabine Klemm, Initiatorin und Sprecherin der Stolperstein-Initiative Schwerin, den Bildhauer Nando Kallweit und den Künstler Tino Bittner vergeben.

Sabine Klemm für die Stolperstein-Initiative Schwerin

Die Stolperstein-Initiative Schwerin spielt seit vielen Jahren eine zentrale Rolle in der lokalen Erinnerungskultur. Durch das Verlegen von Stolpersteinen im öffentlichen Raum erinnert sie an die Menschen, die während der NS-Zeit aus Schwerin vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Diese dezenten Gedenkzeichen machen die Geschichte unmittelbar erfahrbar, denn sie befinden sich dort, wo die Opfer einst lebten und wirkten. So wird die Vergangenheit nicht in Museen oder Archiven eingeschlossen, sondern bleibt sichtbar und greifbar im Alltag der Stadtgesellschaft. Die Initiative trägt damit dazu bei, individuelle Schicksale zu bewahren und ein aktives Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

Heute gibt es in Schwerin insgesamt 98 Steine sowie eine Stolperschwelle. Diese erinnert an die Ermordung von mehr als 200 Patienten der damaligen „Anstalt für geistesschwache Kinder“ auf dem Schweriner Lewenberg. Die vor den letzten Wohnorten dieser Menschen verlegten Steine erinnern an NS-Opfer aus allen Bevölkerungsgruppen, Juden und Nichtjuden, Denunziationsopfer, Opfer des NS-Euthanasieprogramms, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Gewerkschafter und Christen.

Nando Kallweit, Bildhauer

Nando Kallweits Arbeiten im öffentlichen Raum befinden sich teils an prominenten Orten und sind im besten Sinne des Wortes Kunst für alle. Zu seinen Werken in Schwerin zählen die drei roten Frauenfiguren Stolz, Wehrhaftigkeit und Fruchtbarkeit“ am Ufer des Ostorfer Sees, die „Große Blumen“ als Markantes Willkommenssymbol der Bundesgartenschau 2009 am Ortseingang Schwerins, die Arbeit „Wasser“ im Kreisverkehr Schwerin-Neumühle als künstlerische Anspielung auf das benachbarte Wasserwerk der Stadt und der Drache „Nandolino“ am Südufer des Pfaffenteichs. 2011 wurde die Skulptur in Form eines Drachens zum 20-jährigen Jubiläum des Drachenbootfestivals am Pfaffenteich aufgestellt - und schnell gerade bei den Kindern beliebt. Inzwischen wurde in die Jahre gekommene Holzskulptur durch eine Statue aus Bronze ersetzt.

Tino Bittner, freier Künstler, für das Fassadenprojekt „Aller Hand“

Tino Bittner bringt als freier Künstler überraschende Impulse in den öffentlichen Raum: Mit kreativen Interventionen verwandelt er Fassaden und Plätze in lebendige Orte, die ganz neue Perspektiven eröffnen. Besonders das Projekt „Aller Hand“ zeigt, wie Kunst moderne und historische Elemente miteinander verbindet, das bekannte Schwerin erfrischend neu interpretiert und verjüngt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch – mit seinen Händen, die erschaffen, gestalten, erleben und ausdrücken. Tino Bittner nimmt sich – nicht nur für das Projekt „Aller Hand“ sondern auch für andere künstlerische Arbeiten – Teile des öffentlichen Raumes und formuliert diesen um. Das Projekt ist in seiner Wirkung weitreichend und vielschichtig. Über Monate kann die Öffentlichkeit den Entstehungsprozess verfolgen: Menschen bleiben stehen, schauen zu, kommen miteinander ins Gespräch – neue Verbindungen entstehen. Bittners Wandbilder wirken zudem als ästhetische Fixpunkte im Stadtraum: sorgfältig erarbeitet, aufwändig umgesetzt und hochwertig gestaltet. Sie laden dazu ein, tiefer in Beziehungen einzutauchen, können anregen, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu entdecken – oder ganz schlicht einfach gefallen.

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