Suchterzeugende Online-Spiele, riskante Mediennutzung, legale und illegale Drogen – Kinder und Jugendliche werden heutzutage schon sehr früh mit zahlreichen Suchtrisiken konfrontiert. Den Umgang mit diesen Risiken kann und muss man lernen. In Schwerin ist das jetzt bereits ab der 4. Klasse in der Schule möglich.
„Seit einem Jahr verknüpfen wir bewährte und gut erprobte Präventionsprogramme gemeinsam mit der Polizei und dem Jugendhilfeträger VsP zu einem abgestimmten Präventionskonzept für die Schweriner Schulen. Wir behandeln die einzelnen Suchtphänomene altersgerecht und beginnen deutlich früher. So ist es möglich von der 4. bis zur 8. Klasse nach und nach alle relevanten Suchtbereiche zu behandeln,“ erklärt der Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Fachdienst Gesundheit Dr. Klaas Winter das ganzheitliche Präventionskonzept. Es steht allen Schulen zur Verfügung. Termine für das kostenlose Angebot können über den Fachdienst Gesundheit unter spdi@schwerin.de vereinbart werden.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Bereiche Mediennutzung, Alkohol und Cannabis, ergänzt durch grundlegende Aufklärung zu Suchtmechanismen, rechtlichen Aspekten und Risikoverhalten. Die Programme vermitteln sowohl Wissen als auch soziale Kompetenzen, stärken dabei Selbstreflexion ebenso wie Entscheidungsfähigkeit. Das Konzept wurde bereits in mehreren Schulen vorgestellt und trifft dort auf großes Interesse.
„Mit der nun geschaffenen Struktur und dem abgestimmten Vorgehen setzt Schwerin ein klares Zeichen: Suchtprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die bereits in der Grundschule beginnt und dauerhaft verankert werden muss, um Kindern und Jugendlichen echten Schutz und Orientierung zu bieten,“ sagt der 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters Bernd Nottebaum. Ziel ist eine langfristige und verlässliche Verankerung der Suchtprävention im schulischen Alltag. Gefördert wird das Konzept derzeit durch zusätzlich bereitgestellte Mittel des Bundes zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes nach der Corona-Pandemie. Die Mittel stehen bis Ende Dezember 2026 zur Verfügung.