Der Todestag von Marianne Grunthal jährt sich am Samstag, den 2. Mai 2026 zum 81. Mal. Stadtpräsident Sebastian Ehlers und der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum laden an diesem Tag um 10.00 Uhr zum stillen Gedenken an Marianne Grunthal auf den gleichnamigen Platz ein, um an die Lehrerin aus Zehdenick zu erinnern. Die Lebensgeschichte Marianne Grunthals (1896–1945) ist auf tragische Weise mit der Schweriner Stadtgeschichte verbunden. Am 27. April 1945 hatte sich die Lehrerin mit ihrer Freundin und deren Familie einem Flüchtlingstreck in Richtung Mecklenburg angeschlossen. In Zippendorf wurde sie von der Nachricht überrascht, Adolf Hitler sei tot. „Gott sei Dank, dann gibt es Frieden!“ – ihre Reaktion auf die Todesnachricht wurde ihr zum Verhängnis. Der Friedenswunsch erfüllte sich für sie nicht mehr. Marianne Grunthal wurde verhaftet und zusammengeschlagen, auf einem Lastwagen in die Stadt transportiert und dort von der NS-Kreisleitung zum Tode verurteilt. SS-Männer wollten sie auf dem Bahnhofsvorplatz an einem Leitungsmast der Straßenbahn mit einem Strick aufhängen. Doch der Strick riss. Erst mit einer Drahtschlinge gelang die grausige Tat, nur wenige Stunden vor dem Einzug der US-amerikanischen Truppen. Marianne Grunthal wurde ein letztes Opfer nationalsozialistischer Gewalt und Verblendung in Mecklenburgs Landeshauptstadt. Darauf verweist auch die Inschrift ihres Grabes in Zehdenick: „Ich wähnte schon den Frieden, doch mein Leben wurde ausgelöscht.“
Der Bahnhofsvorplatz in Schwerin, der Ort ihrer Hinrichtung, wurde bereits zwei Jahre nach dem gewaltsamen Tod mit einer Gedenktafel versehen und nach ihr benannt.
