Der Tourismus wird auch in der Landeshauptstadt immer mehr zum Wirtschaftsmotor: Im zurückliegenden Jahr 2025 wurden in Schwerin erstmals die Übernachtungsrekorde des bislang erfolgreichsten Jahres - der Bundesgartenschau 2009 - übertroffen. Insgesamt zählte Schwerin 2025 von Januar bis Dezember 236.399 Gästeankünfte und 443.245 Übernachtungen (2009: 442.910) gezählt. Das geht aus der amtlichen Tourismusstatistik des Statistischen Landesamtes MV hervor. Der Zuwachs lag damit gegenüber 2024 bei 3,6 Prozent bei den Übernachtungen und 2 Prozent bei den Ankünften.
Gezählt werden in der amtlichen Statistik nur Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Schlafgelegenheiten bzw. Stellplätzen. Nach den Erhebungen der Landeshauptstadt gab es 2025 in Schwerin noch 158 weitere Ferienunterkünfte wie Ferienwohnungen, Apartments und kleinere Pensionen, die über weniger als 10 Betten verfügten. Diese Übernachtungen gehen nicht in die amtliche Statistik ein.
„Wenn man bedenkt, dass wir unser Potential in Schwerin aufgrund der begrenzten Hotel- und Übernachtungskapazitäten noch gar nicht voll ausschöpfen, ist auch in den kommenden Jahren damit zu rechnen, dass die Anziehungskraft Schwerins und des Welterbe-Titels unseren Tourismus weiter ankurbeln werden“, bewertet Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum die aktuellen Zahlen. Umso mehr freut er sich, dass heute in Schwerin der Spatenstich für einen Hotelneubau gefeiert wurde: „Am Slüterufer errichtet die B&B-Gruppe jetzt ihr zweites Haus mit 130 Zimmern in der Landeshauptstadt. Die zusätzlichen Übernachtungsmöglichkeiten werden bereits in der Hochsaison 2027 zur Verfügung stehen“, so Nottebaum.
Immer mehr Touristen in Schwerin geben auch immer mehr Geld in der Stadt aus. Die hierzu vorliegenden Zahlen sind zwar schon etwas älter, dafür aber nicht weniger beeindruckend: So haben Tages- und Übernachtungsgäste 2022 in Schwerin insgesamt 321,8 Millionen Euro in der Landeshauptstadt ausgegeben. Das meiste Geld entfällt dabei mit 264 Millionen Euro auf die Tagesgäste. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 hatte die Landeshauptstadt im Finanzhaushalt etwa ein Volumen von 357 Millionen Euro für sämtliche Leistungen der Kommune ausgegeben.
Den Kaufkrafterhebungen für die Schwerin-Besucher liegt eine Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) zugrunde. „Wir aktualisieren diesen Wert gerade im Rahmen der neuen Tourismus- und Freizeitentwicklungskonzeption für die Landeshauptstadt Schwerin“, kündigt die Fachgruppenleiterin für Stadtmarketing Martina Müller an.
Neue Hotelprojekte entscheidend für die künftige touristische Entwicklung
Nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern verfügte Schwerin im vergangenen Jahr über 44 Beherbergungsbetriebe mit insgesamt 3.178 Schlafgelegenheiten. Dazu zählen 34 Hotels, Gasthöfe und Pensionen mit 2.360 Betten sowie weitere touristische Unterkünfte wie Ferienwohnungen oder Campingangebote mit 818 Schlafgelegenheiten.
Die maximal verfügbare Bettenzahl in Schwerin ist damit seit der BUGA 2009 angestiegen. Seinerzeit waren 2.861 Betten verfügbar. „Gerade in den Sommermonaten gibt es deutlich mehr Nachfrage nach Übernachtungen als Betten verfügbar sind. Die Kapazitäten sind ausgereizt. Neue Hotelprojekte sind daher entscheidend für die künftige touristische Entwicklung Schwerins“, sagt Nottebaum.
Dass 2026 ein neues Rekordjahr wird, ist noch nicht absehbar: „Uns belasten die laufenden Baumaßnahmen der Deutschen Bahn auf dem Korridor Hamburg–Berlin. Damit ist die Zug-Anbindung Schwerins weiterhin eingeschränkt. In der ersten Jahreshälfte rechnen wir daher mit einer eher verhaltenen Entwicklung der Gästezahlen. Denn gerade Tagesgäste sind auf eine funktionierende Verkehrsanbindung angewiesen“, dämpft Martina Müller diesbezügliche Erwartungen.