Die beiden Europäischen Braunbärinnen „Magda“ und „Lena“ im Schweriner Zoo haben vor wenigen Tagen die Winterruhe beendet. Während der Wintermonate ruhten die beiden betagten Raubtiere im Stallgebäude. Mit den ersten wärmeren Tagen erkunden sie nun wieder ihre Außenanlage und sind ihrem mit 33 Jahren hohen Alter entsprechend aktiv und neugierig.
Nur wenige ältere Bären in Europa bekannt
Obwohl die Bären in den vergangenen Monaten kaum Nahrung und Flüssigkeit aufgenommen haben, benötigen sie nur kurze Zeit, bis sich ihr Organismus wieder an längere Aktivitätszeiten angepasst hat. Mit 33 Jahren zählen Magda und Lena zu den ältesten in menschlicher Obhut lebenden Bären in ganz Europa. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 30 Jahren, das bekannte Höchstalter bei 47 Jahren. Insgesamt zählt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) 134 Tiere.
Auch wenn der Zoo Schwerin nicht selbst züchtet, ist er am EEP beteiligt. In der Zukunft wäre eine Zucht mit Europäischen Braunbären – wenn Magda und Lena nicht mehr sind – aus Sicht des Zoos denkbar, wenn dies im Sinne des EEPs ist.
Rückgang der Braunbären aufgrund von Lebensraumverlust und Jagd
Der Europäische Braunbär ist in Deutschland seit langem verschwunden. Aufgrund intensiver Bejagung und des Verlusts geeigneter Lebensräume gilt die Art hierzulande als ausgestorben. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits seit dem 18. Jahrhundert keine Braunbären mehr in der Natur nachgewiesen. Heute kommen Braunbären in Ost- und Mitteleuropa nur noch in regional begrenzten Populationen vor, meist in bewaldeten Gebirgsregionen. Weltweit wird der Braunbär derzeit dennoch als „nicht gefährdet“ (LC – Least Concern) eingestuft. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Bestrebungen, verbleibende Populationen zu schützen und ihnen eine Rückkehr in geeignete Lebensräume zu ermöglichen.
Neue prominente Tierpaten aus Miltenberg
Pünktlich zum Erwachen der beiden Bärinnen haben sich für die Schweriner Bären neue Paten gemeldet: Der Spieleverlag „HeidelBÄR Games“ übernimmt eine Tierpatenschaft für die Europäischen Braunbären und unterstützt den Zoo damit bei der Versorgung der Tiere.
„Nachhaltigkeit und der Schutz unserer Umwelt sind uns als Verlag wichtig. Deshalb engagieren wir uns schon länger in verschiedenen Naturschutzprojekten. Als wir überlegt haben, was noch gut zu uns passen könnte, lag eine Idee eigentlich sofort auf der Hand: der Bär. Er gehört schließlich seit der Gründung zu unserem Namen und unserem Logo. Auf der Suche nach einem Partner sind wir auf den Zoo in Schwerin gestoßen. Besonders begeistert hat uns die Vision des Zoos, ein Ort zu sein, der Artenschutz aktiv voranbringt und gleichzeitig Menschen für Natur begeistert. Genau bei so einem Ansatz wollten wir gerne mit an Bord sein“, sagt HeidelBÄR Games Geschäftsführer Heiko Eller-Blitz.
Der Zoo Schwerin bedankt sich herzlich für die Unterstützung und freut sich auf viele weitere schöne Momente mit Magda und Lena.
Der Weltbärentag findet seit 1992 jährlich am 23. März statt und soll auf die Schutzbedürftigkeit aller acht Bärenarten weltweit aufmerksam machen.