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Ausstellungsarchiv Freilichtmuseum Schwerin-Mueß

© Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

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Vergangenes kann sich sehen lassen

 © Wilhelm Schröder (1903), Archiv: Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß

Im Jahre 2020 feierte das Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß sein 50jähriges Bestehen. Seit 1970 präsentieren die jeweiligen Museumsmitarbeiter volkskundliche Dauerausstellungen, die immer wieder aktualisiert werden.

Seit 1977 zeigt das Freilichtmuseum Sonderausstellungen im „Kunstkaten“, einer ursprünglichen Hallendielenscheune aus dem frühen 19. Jahrhundert. Viele weitere Sonderausstellungen präsentierte das Museum z.B. auch im Hirtenkaten, im ehemaligen Schweriner Stadtgeschichtsmuseum am Großen Moor und im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus.

Dargestellt werden altes Handwerk und Brauchtum, Alltagskultur der vergangenen Jahrhunderte und moderne Kunst, regionale Geschichte und Gegenwart in Mecklenburg.

Eine Vielzahl der Ausstellungen basiert auf Ergebnissen der volkskundlichen Forschungsarbeit und Sammlungstätigkeit der Mueßer Museumsmitarbeiter.

Auch Künstlerinnen und Künstler, vornehmlich aus Mecklenburg-Vorpommern, zeigen hier ihre Kunstprojekte, die zumeist mit regionaler Volkskunde und Kulturgeschichte verknüpft sind.

Das Volkskundemuseum beherbergt seit der Schließung des Schweriner Stadtgeschichtsmuseums auch die stadtgeschichtliche Sammlung. Deshalb zeigen wir hier auch Ausstellungen zur Schweriner Stadtgeschichte.

Besucher entdeckten in den Ausstellungen der vergangenen Jahre spannende Themen, sammelten exklusive Eindrücke und versprachen uns: "Wir kommen wieder."

Stöbern Sie in unserem Ausstellungsarchiv! Es lohnt sich. Wir werden es in nächster Zeit erweitern.

Archiv - Alle 177 Ausstellungen von 1970 bis 2020

Gesamtüberblick in Tabelle
Zeit Ort Ausstellung
2020
19.05.-31.10.
Kunstkaten Vergessene Dinge – zusammengetragen vom Volkskundemuseum Schwerin-Mueß,
beleuchtet von Walter Green. Fotoschau.
ab 19.05. Eingangsgebäude Freilichtmuseum Büdnereien und Häuslereien in der jüngeren Geschichte Mecklenburgs - Entwicklung von Büdnereien am Beispiel des Domanialdorfes Mueß bei Schwerin.
2019
19.05.-21.07.
Kunstkaten Küste, Meer und Binnenland – Landschaftsbilder aus Mecklenburg von Rosemarie Hoffmann. Acrylmalerei/Spachteltechnik.
27.07.-31.10. Kunstkaten Von der Forschung zum Festival – traditionelle Musik im Freilichtmuseum
Schwerin-Mueß
18.08.-29.09. +
01.-31.10
Säulengebäude +
Schleswig-Holstein-Haus
Sommermuseum – Schwerin im 19. Jahrhundert. 150 Exponate der stadtgeschichtlichen
Sammlung.
2018/19
09.12.-17.02.
Schleswig-Holstein-Haus „Ernst Höhne – Fotograf aus Leidenschaft“ – 40 Jahre Regionalgeschichte auf Fotos des
ehemaligen Bildredakteurs der Schweriner Volkszeitung.
2018
31.03.-24.06.
Kunstkaten Gläserne Geschichte – 1918 bis 2018. Deutsch-französische Ansichten der
Medienkünstlerin Daniela Melzig.
30.06.-31.10. Kunstkaten Brennpunkt Herd – die Geschichte der Küche mit Herden und Öfen der Sammlung
Hoffmeister
14.09. Schulhof der Volkshochschule Zweite Einweihung: Keramische Säule – Geschichtspanorama der Stadt Schwerin von Anni Jung (früher am Standort Großer Moor/Puschkinstraße) nach Restaurierung durch den Steinbildhauer Friedrich-Walter Beckmann
2017
15.04.-20.06.
Kunstkaten Die Lewitz – eine Naturperle in Mecklenburg-Vorpommern. Fotografische Lichtblicke von Ralf Ottmann & Jürgen Brandt
23.06. Kinningshus Neueröffnung des Zentrums für Traditionelle Musik nach Umzug vom Armenkaten ins Kinningshus mit neu gestalteter Dauerausstellung: Traditionelle Musikinstrumente und alte Notenhandschriften
24.06.-31.10. Kunstkaten „Leberwurst unterm Kameldornbaum“ – Sammlung der Familie des mecklenburgischen Landmessers Hugo Voss aus der Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika (1907 bis 1919)
2016
26.03.-03.07.
Kunstkaten „Natur im Augenblick“  - Naturwissenschaftliches Sammlungsgut. Der Präparator
Klaus-Dieter Jost
14.04. Dorfschule Eröffnung der neu gestalteten Dauerausstellung: Jawohl, Herr Lehrer! Die alte Mueßer
Dorfschule und das Landschulwesen in Mecklenburg
22.05. Gelände des Freilichtmuseums Eröffnung der neuen Dauerausstellung: Imkerei: früher – heute – morgen. Lehrpfad zum
Imkereiwesen mit fünf Stationen und mehreren Bienenvölkern
??.05. Schweriner Höfe Eröffnung der neuen Sonderausstellung: SCHWERIN – WIE ES WURDE, WAS ES IST –
Entwicklung Schwerins von den Anfängen in slawischer Zeit bis in die Gegenwart (ab 2017 Dauerausstellung)
09.07.-30.10. Kunstkaten Der offizielle Blick – Bildjournalismus und sein regionaler Wert
2015
04.04.-31.10.
Kunstkaten Folk in der DDR – Ausstellung des Lippmann-Rau-Musikarchivs und des Zentrums für
Traditionelle Musik am Freilichtmuseum
13.06. Hufe V Eröffnung der neuen Dauerausstellung Vom Fischer un sin Fang – zu Fischen und zur
Fischerei im und rings um den Schweriner See
2014
19.04.-06.07.
Kunstkaten „Naive Kunst aus Polen“, Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen Berlin
01.06.-31.08. Gelände des Freilichtmuseums Wilde Bilder – Cartoons mit kleinen und großen Tieren
19.07.-31.10. Kunstkaten Die beiden Mecklenburg in den Napoleonischen Kriegen 1806 bis 1815
2013
30.03.-19.05.
Kunstkaten NATUR ART – Naturmalerei, Wildlifeart von Jens Hamann
01.06.-31.10. Kunstkaten „Milch, Rahm, Butter - Käse, Quark und Futter“ – Zur Entwicklung der Milchwirtschaft in Mecklenburg
08.09. Armenkaten Historische Mueßansichten zum Tag des offenen Denkmals präsentiert vom Klöndör e.V.
2012
8./9.04.
Galerie am Tunnel Ostereierkunst von Ines und Norbert Höfs (Schwerin). Pastellkreidezeichnungen,
handbemalte Holzschachteln, Gänse- und Enteneier
14.04.-24.06. Kunstkaten Lichtspiele für die Heimat – Die städtischen Filmtheater im Krieg
15.07.-31.10. Kunstkaten Laterna Magica – Von magischen Kisten und faszinierenden Bildern
2011
24.04.-26.06.
Kunstkaten Vergessene Denkmäler der Liebe – Zeugnisse des Totenkronenbrauches in Mecklenburg-Vorpommern und der Mark Brandenburg
02.07.-30.10. Kunstkaten Margrits Welten – Poesie und Magie einer Puppenspielerin (Margrit Wischnewski, Schwerin)
2010
25.04.-05.09.
Kunstkaten „Hier wird angekurbelt“ Mechaniken des vergessenen Alltags
03.-30.06. Stadthaus Schwerin Ein Dorf macht Geschichte - 40 Jahre Freilichtmuseum – 15 großformatigen Schautafeln in Wort und Bild zeigen eindrucksvoll die Entwicklung des Museums von seinen Anfängen bis 2010
03.07.-31.10. Gelände des Freilichtmuseums Seenlandkunst – Johannes Mann Freilandobjekte – Holz, Feuer und Keramik symbolisieren das Schaffen des Künstlers aus Wessin
25.06.-29.08. Schleswig-Holstein-Haus Glas Kunst – von Einblicken in die bedeutenden Waldglas-Sammlungen Mecklenburgs,
über natürliche Gläser bis zur modernen und kunstvollen Glasgestaltung
12.09.-31.10. Kunstkaten Mit 80 Farben um die Seele. Petra Sentek: Zeichnungen/Grafiken
2009
11.04.-14.06.
Kunstkaten „Wer gärtnert da?“ Mecklenburger und ihre offenen Gärten – zur BUGA in Schwerin mit Beiträgen der Journalistin Beate Schötte-Penke und Bildern des Fotografen Christian Lehsten
21.06.-23.08. Kunstkaten „Vom Maulbeerblatt zum Seidenkleid“ zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Seidenbaus in Mecklenburg – Ausstellung eigener Bestände (danach Umzug der Sonderausstellung in die Dorfschullehrerscheune als Dauerausstellung); Aufzucht von Seidenraupen
30.08.-01.11. Kunstkaten „Regen aus der Kanne“ – kleine Kulturgeschichte der Gießkanne mit besonderen Regionalaspekten
  Kunstkaten „Berührungen“ Zdzislawa Worozanska-Sacher: Textilien/ Gobelins und Bernhard Petz (München) : Skulpturen
2008
26.04.-29.06.
Kunstkaten „Kurt Maltner - Mecklenburgische Bilder“ - Porträtbilder und Landschaften des
Mecklenburger Malers
06.07.-02.11. Kunstkaten Von Armreif bis Zylinder – volkstümlicher Schmuck und Accessoires aus
Sammlungsbeständen der Museen der Stadt Schwerin
31.07.-31.12. Schleswig-Holstein-Haus „Mecklenburg und der Erste Weltkrieg“ - Hurrapatriotismus, Heldenepos und der
Untergang der guten alten Welt – Mecklenburg während und nach dem Ersten Weltkrieg
2007
07.04.-20.05.
Kunstkaten Gefühlte Körper – Auswahl von Werken zu den Themen „Frau“ und „St. Pauli“ des
Künstlers Carlo Cazals (Parchim) Öl/Grafik
27.05.-19.08. Kunstkaten „Willi Schomann - sakrale Kunst in Mecklenburg“ – aus dem Nachlass des Künstlers Willi Schomann (1881 – 1917, Parchim)
26.08.-31.10. Kunstkaten „Der Diwan des Hühnereis“ – Eierbecher – skurrile Spielarten eines Alltagsgegenstandes, Objekte der Sammlung der Familie Hasenbeck
2006
15.04.-14.05.
Kunstkaten „Land unter Farbe“ - Ralf Wegerich (Cramonshagen): Ölbilder, Grafiken, Karikaturen zu Land und Leuten in Mecklenburg
21.05.-06.08. Kunstkaten „Die Frühzeit der Fotografie in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz“. Ausstellung mit eigenen Beständen
19.08.-29.10. Kunstkaten „Düwelkoem un Lümmelbier“ – volkskundliche Betrachtungen zur Traditionslinie des Alkohols in Mecklenburg. Ausstellung eigener Bestände. Eröffnung mit Bierfest.
2005
07.04.-26.06.
Kunstkaten „Motive zum niederdeutschen Volksmund“ - H.J. Seefeld (Schwerin) Holzplastik/Grafik
02.07.-30.10. Kunstkaten „Das vorgeführte Lichtbild“ – zur Geschichte der Dia-Projektion in Mecklenburg. Ausstellung eigener Bestände
2004 Kunstkaten „Seid ihr alle da?“ Auf der Suche nach den Enkeln von Hans Wurst – die Rolle des Kaspers in der Volkskunde
  Kunstkaten „Ländliches Schmiedehandwerk in Mecklenburg“ Ausstellung eigener Bestände
  Kunstkaten Alexander Lazarewitsch: Skulpturen/ Zeichnungen/Öl (Schwerin/Moskau) „Allegorien und Verwandlungen von Welten“ 
2003 Kunstkaten „Kopf kalt, füße warm, macht den besten Doktor arm“ – Volkskundliche Reflexionen zur inneren und äußeren Wärme im Lebensalltag vergangener Jahrhunderte
  Kunstkaten „Wo lütt witt Wolken trecken“ -  Einfluss des Wetters im Arbeitsalltag, Volksglauben und in Beobachtungen, illustriert durch Landschaftsbilder aus Mecklenburg von Inge Schrock. 
  Kunstkaten „Wenn de Kalk lacht, lacht ok de Meister, wenn he roort, geiht Koppheister“ – Sonderausstellung zur historischen Kalkverarbeitung in Mecklenburg
2002
27.04.-02.06.
Kunstkaten “Impressionen von  Mecklenburg, Teil II” - 2. Ausstellung der Malerin Lilian Bremer (Schwerin) mit Ölbildern, Aquarellen und Pastellen
09.06.-15.08. Kunstkaten „Jürn Jacob Swehn – der Amerikafahrer, Teil II“ - Geschichten von Mecklenburgern in der Zeit der Auswanderungswelle, historische Motive und Hintergründe
22.08.-03.11. Kunstkaten „Von Äpfeln und Birnen“ – zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte von Tafelobst in Mecklenburg, mit Malereien von Christine Becker
2001
14.04.-17.06.
Kunstkaten „Seidenkleider, Flechtwerk, Keramik, Holzbildhauer“ - Kunsthandwerk von Tine u. Wolfgang Schröter, Ute Dreist, Wolfgang de Vries 
14.04.-15.07. Hirtenkaten „Schäferstündchen“ - Kulturgeschichte der Schäfer in Mecklenburg
03.06. Hirtenkaten Eröffnung der neu gestalteten Dauerausstellung im Hirtenkaten: Hirtenwesen in Mecklenburg
21.06.-09.09. Kunstkaten „Musik ins Haus“ von der Hausmusik zum Radioknopf – Ausstellung eigener Bestände
18.07.-28.10. Hirtenkaten Sagen und Sagenbilder von der Insel Poel mit Aquarellen von Joachim Rozal
13.09.-28.10. Kunstkaten „Lichtkörper“ - Glasgestalterin Ute Stender und internationale Glaskünstler stellen neben historischen Beständen von Mecklenburgischem Waldglas aus.
  Großer Moor 38 „Streiflichter“ – Porträts und volkskundliche Studien zur Schweriner Punkszene
2000
22.04.-21.05.
Kunstkaten „Feuer – Erde – Holz“ - Kunsthandwerk von Johannes Mann (Keramik) und Silke Krempien (Holzbildhauerei)
22.04.-04.06. Hirtenkaten „Mecklenburgische Landschaften auf Spanschachteln“ - bemalt von Joachim John
25.05.-03.09. Kunstkaten „Auf den Leib geschnitten“  Zunft, Tradition, Handwerksmethoden und Arbeitsgeräte des Schneiderhandwerks in Mecklenburg. 
10.06. Garten Feierliche Eröffnung des neuen Ausstellungsbereichs Dorfschullehrergarten anno 1888 mit einem Pflanzen- und Samenmarkt
10.06.-20.08. Hirtenkaten „Oh, wie klöddert dat in mien Botterfatt..“ Zum Buttern und zur Käseherstellung in Mecklenburg. Ausstellung eigener Bestände
24.08.-29.10. Hirtenkaten Vergiss mein nicht – Scherz- und Glückwunschkarten von einst
09.09.-29.10. Kunstkaten Jubiläums-Ausstellung: „30 Jahre Freilichtmuseum Mueß“ 
  Großer Moor 38 „Arm, schwach und sündig“ – Sonderausstellung zu gesellschaftlichen Randgruppen in
der Geschichte Mecklenburgs
  Großer Moor 38 „Ohne Hoffnung ist man nie“ – Porträts und volkskundliche Studien zu Schweriner
Obdachlosen
1999 Kunstkaten Aus der Sammlung von Richard Wossidlo
  Hirtenkaten „Wenn du den Lehm bäter kennst, denn ward`du Pötter“ Lehmbau: Tradition und Novationen
  Kunstkaten „Von geraden Zapfen und schrägen Balken“. Zunft, Tradition, Handwerksmethoden und Arbeitsgeräte des Zimmerergewerbes in Mecklenburg. Ausstellung eigener Bestände
1998 Kunstkaten „Als in Mecklenburg und Vorpommern das Licht angeknipst wurde.“ Alltagsgeschichte zur Elektrizität in Mecklenburg
  Hirtenkaten „Wo dunkle Gestalten als Glücksbringer walten“ volkskundliche Aspekte zum Schornsteinfeger-Handwerk in Mecklenburg
  Kunstkaten „Agricultur(a)“ Dinge des landwirtschaftlichen Alltags mit Zeichnungen von Ulrich Koch und Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten 1848er Bewegung in Mecklenburg – zeitgenössische Reflexionen – Ausstellung eigener Bestände und Archivquellen
  Kunstkaten Karlheinz Effenberger : Grafiken/ Plakate/Kuriositäten. Personalausstellung zum 70.
Geburtstag
  Hirtenkaten „Kontra – Re und Schwarzer Peter“ historische Spielkarten und überlieferte Spielvariationen
  Großer Moor 38 „Advent, Advent, die Hausfrau rennt.“ Kulturgeschichtliche Aspekte zur Rolle der
Frau während der Weihnachtszeit.
1997 Kunstkaten „Mecklenburgische Lichtbildkunst um 1930“ Mit Beständen des Mecklenburgischen
Volkskundemuseums
  Hirtenkaten „Die Not mit der Notdurft“ zur Kulturgeschichte des Abortes
  Kunstkaten Lisa Jürß: versch. Techniken (Schwerin) „Impressionen in Farbe“
  Hirtenkaten Alte Haustierrassen und gefährdete Haustierarten
  Kunstkaten Sabine Wegener: Fotografie (Schwerin) „Mecklenburgische Landschaften“
  Kunstkaten Fotowettbewerb: „Mecklenburg – wie es war und was daraus wurde“
1996 Kunstkaten „Naßkalt, waterig, kläterig“ eine volkskundlich- kulturgeschichtliche Ausstellung zum Thema: Wasser
  Hirtenkaten „Was steckt in einem Steckenpferd?“ Holzspielzeug für Kinder u.a. mit Objekten von Harald Weise
  Kunstkaten Volkskunde in Schweden und Mecklenburg. Sondersausstellung zur schwedischen Woche. Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten Hausschlachtung auf dem Lande. Ausstellung eigener Bestände
  Kunstkaten Henning Zeuch: verschied. Techniken: Rückkehr nach Mecklenburg
1995 Kunstkaten „Mecklenburgisches Waldglas“ Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten „Fritz Reuter – Kein Hüsung.“ Eine Sonderausstellung zu den historischen Hintergründen 
  Kunstkaten „Volkskultur und Volksleben in Mecklenburg im 16. und 17. Jahrhundert“ Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten Parazs – Die Glut. Ungarische Keramiken in alter Raku-Technik 
  Kunstkaten 1000 Jahre Mecklenburg – Kinder entdecken ihr Land. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Schule der Künste e.V. Schwerin
  Kunstkaten „In die Ferne getrieben – Überseeische Auswanderung aus Mecklenburg“ Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Kunstkaten Präsentation der Sommerseminare im Mueßer Freilichtmuseum
1994 Kunstkaten „Mecklenburgische Uniformen“ 
  Hirtenkaten Braun- und Bunttöpferei (Jens Frommhold aus Königsbrück i. Sachsen)
  Kunstkaten „Der Drachen in der mecklenburgischen Kulturgeschichte und Volkskunde“
  Hirtenkaten Der Dudelsack in Mecklenburg. Ein fast vergessenes Musikinstrument der Region
  Kunstkaten „Mecklenburgische Kleinstädte, Dörfer und Gutshäuser in alten Ansichten und Fotografien“ Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Kunstkaten Mecklenburgische Uniformen in zwei Jahrhunderten. Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit der Historienmalerien Erika Keubke (Schwerin)
  Kunstkaten Wolfgang Muchow: versch. Techniken (Plau)   „Bilder von Mecklenburg“ 
1993 Kunstkaten „Geheimnisse unter Rock und Weste“ Zur Kulturgeschichte der Unterwäsche. Mit
Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten „Textiles aus Mecklenburg in Miniatur und Original“ Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Kunstkaten Iskra Krempel-May und Oreste May: Keramik  (Elba/ Italien)
  Kunstkaten Lilian Bremer: Malerei (Schwerin) “Impressionen von  Mecklenburg I”
1992 Kunstkaten „Unsere liebe Kinderschar“ Zur Kindervolkskunde in Mecklenburg. Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten „Rund um das Licht“ Eine Ausstellung zur Beleuchtungsgeschichte, mit Beständen des
Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Kunstkaten „Der Lübecker Martensmann“ eine historisch-volksundliche Ausstellung zum Martensmannbrauch
  Hirtenkaten „Arbeit, die mehr ist als ARBEIT“. Sonderausstellung der Dreescher Werkstätten für Behinderte GmbH Schwerin
  Kunstkaten Detlef Kempgens: Malerei/Grafik/Plastik (Schwerin) Personalausstellung
1991 Kunstkaten “Land und Leute” Karl Eschenburg: Fotografie (Rostock)
  Hirtenkaten Korbwaren- Gestaltung und Fertigungstechniken. Mit Renate Lindner (Grabow)
1990 Kunstkaten Blaudruck aus Pulsnitz und Rostock. Mit Beständen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten Legende einer Landschaft. Oel-Pastelle von Elke Braun (Schwerin)
  Kunstkaten Die Prillwitzer Idole. Eine spektakuläre Kunst- und Geschichtsfälschung des 18. Jahrhunderts in Mecklenburg. 
1989 Schulscheune Eröffnung der neuen Dauerausstellung in der Schulscheune: Vom Flachs zum Leinen. Zur Gewebeherstellung und Weiterverarbeitung.
  Bienenschauer Errichtung eines Bienenschauers mit Dokumentation: Geschichte der Bienenzucht in Mecklenburg
  Kunstkaten Richard Wossidlo. 130 Geburtstag 
  Kunstkaten Neuerwerbungen als Sachzeugen (II) Zur wissenschaftlichen Sammeltätigkeit des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
1988 Kunstkaten Aus dem Leben der mecklenburgischen Landfrau. Ausstellung eigener Bestände
  Hirtenkaten Zur Geschichte des Postwesens in Mecklenburg
  Kunstkaten Hannes Meier – Aquarelle und mehr (Schwerin)
1987 Hufe V Eröffnung einer neuen Dauerausstellung im Wohnteil des Hallenhauses der Hufe V:
Geschichte der Binnenfischerei auf dem Schweriner See
  Kunstkaten „Bei uns auf dem Lande“ Volkskunstschaffende des Bezirkes Schwerin
1986 Kunstkaten „Zinnfiguren erzählen Geschichte“. Historische Dioramen aus den Sammlungen des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten Napoleonische Fremdherrschaft und Befreiungskriege im Herzogtum Mecklenburg-Schwerin 1806-1815
  Kunstkaten Johannes Gillhoff – Sonderausstellung zum 125. Geburtstag
  Kunstkaten Wismarer Sagen in Sagenbildern
  Kunstkaten Mecklenburgische Folklore in der modernen Textilgestaltung. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Mueßer Modegruppe
  Kunstkaten Ruth Beyer (Grabow), Helmut Bluhm (Balow), Rudolf Matz (Boizenburg)
1985 Spritzenhaus Eröffnung des Nachbaus eines Spritzenhauses mit Dauerausstellung: Darstellung des dörflichen Feuerlöschwesens im ehemaligen Bereich Mecklenburg-Schwerin mit Gerätschaften aus der Zeit Ende 19./ Anfang 20. Jahrhundert
  Kunstkaten „Junkerland in Bauernhand - 40 Jahre demokratische Bodenreform“ Ausstellung eigener Bestände
  Hirtenkaten Leben und Werk Richard Wossidlos
  Kunstkaten „Erhaltung und Restaurierung von Denkmalen“ – 7 Jahre Denkmalpflege in Schwerin
  Kunstkaten Traditionelle Handweberei und volkskünstlerisches Weben. Ausstellung mit dem
Webzirkel unter Leitung von Christiane Dreyer (Schwerin)
  Hirtenkaten Mecklenburg – Leben und Landschaft. Grafik von Volkskünstlern aus dem Kreis Ludwigslust
1984 Kunstkaten Neuerwerbungen als Sachzeugen (I) – zur wissenschaftlichen Sammeltätigkeit des Mecklenburgischen Volkskundemuseums
  Hirtenkaten „Denk an mich“ Scherz- und Glückwunschkarten von anno dunnemals. Ausstellung eigener Bestände
  Kunstkaten Thomas Ziegler – Personalausstellung eines Schweriner Künstlers
  Kunstkaten Detlef Kempgens: Malerei/ Grafik/Plastik; Petra Gühlsdorf: Grafik (Schwerin) Personalausstellung
1983 Kunstkaten Das alte Schwerin in Bildpostkarten. Ausstellung eigener Bestände
  Hirtenkaten Hinterglasmalerei von fünf Weimarer Künstlern
1982 Büdnerei Eröffnung des 1977 erworbenen Gebäudes Büdnerei Nr. 11 mit Dauerausstellung: Arbeits- und Lebenswelt eines mecklenburgischen Kleinbauern um 1910. Verlegung des Museumseingangs von Hufe 1 in die Büdnerei.
  Kunstkaten Die Haubenschachtel. Ausstellung eigener Bestände
  Hirtenkaten Druckgrafiken von Horst Schmedemann
  Kunstkaten Hermann Schepler: Malerei/ Grafik (Techentin): Mecklenburg – Land und Leute
1981 Kunstkaten Traditionelle Volkskunst in Mecklenburg – Ornamente auf Holz – Ausstellung eigener Bestände
  Hirtenkaten Volkskünstlerische Scherenschnitte. Ausstellung mit Arbeiten von Horst Goehren (Bad Berka)
  Kunstkaten Das Zunftwesen in Mecklenburg. Ausstellung eigener Bestände
  Kunstkaten Hartmut Musewald, Wolfried Pätzold: Fotografie  (Schwerin) Mecklenburger
Impressionen
1980 Kunstkaten Karl-Hermann Kluge: Ölgemälde/Aquarelle und  Henry Witt/ Fotos (Greifswald): Vietnam – Impressionen und Erinnerungen 
  Kunstkaten Jochen Helbig  (Dresden) Bauten im Dorf – Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen im Dienste volkskundlicher Dokumentation
  Kunstkaten Carl Hinrichs: Öl/ Aquarelle/Grafik: Mecklenburg – Menschen und Landschaft
1979 Agrarscheune Eröffnung der Agrarscheune (18. Jh.) der Hufe 4: Dauerausstellung von Geräten der Bodenbearbeitung und der Getreidewirtschaft in Mecklenburg
  Hufe I Errichtung eines Pferdegöpel im Museumshof der Hufe I
  Kunstkaten Aus der Welt des Kindes – Ausstellung eigener Bestände
  Kunstkaten Regina Buch: Malerei/ Grafik (Schwerin), Wolfgang Muchow: Malerei/ Grafik/ Plastik
(Plau): Sonderausstellung anlässlich des 30. Jahrestages der DDR
1978 Dorfschule Eröffnung der Dorfschule mit Dauerausstellung: Darstellung des rückständigen mecklenburgischen Landschulwesens
  Kunstkaten Ornamente überlieferter textiler Volkskunst in Mecklenburg. Ausstellung
eigener Bestände
  Kunstkaten Hans-Jürgen Wolter: Malerei/ Grafik (ehem. Schweriner) Mechthild und Jürgen Goldberg:
Keramik  (Brühl): Personalausstellung
  Kunstkaten Elisabeth Hohensee (Warin), Manfried Scheithauer (Mühlengeez)
1977 Kunstkaten Eröffnung des Kunstkatens (Bauernscheune, 19. Jh.) mit der Sonderausstellung: „Die Gewalt soll gegeben werden dem gemeinen Volk. Der deutsche Bauernkrieg 1524/25“
  Kunstkaten Ausstellung von in der DDR lebenden Künstlern aus Chile
1976 Dorfschmiede Eröffnung der Dorfschmiede (18. Jh., ursprünglich aus Stove): Dauerausstellung von Arbeitsgeräten und Ausstattung einer historischen Schmiede
  Wagenschauer Eröffnung des Wagenschauers neben der Schmiede: Dauerausstellung von landwirtschaftlichen Maschinen und Traktoren
  Hirtenkaten Eröffnung des Hirtenkatens (18. Jh.): Dauerausstellung von bäuerlichen Alltagsgegenständen und Arbeitsgerät
  Backofen Inbetriebnahme des bäuerlichen Backofens (19. Jh.)
1970
18.07.
Hufe 1 Eröffnung des Museumshofs auf der Hufe 1 mit Bauernhaus (17. Jh.), Scheune (18. Jh.) und Ziehbrunnen: Dauerausstellung von bäuerlichen Alltagsgegenständen und Arbeitsgerät Mitte des 19. Jahrhunderts

Artikel zu den Ausstellungen 2020 bis 2017

2020 - Vergessene Dinge - Fotografien von Walter Green
 © Walter Green

Vergessene Dinge

Entdeckt im Volkskundemuseum Schwerin-Mueß, beleuchtet und fotografiert von Walter Green

Walter Green: „Schließt sich hinter mir die Tür der Schmiede oder die Klöndör des Hirtenkatens, im Freilichtmuseum in Schwerin-Mueß, stehe ich den vergessenen Dingen still und staunend gegenüber. Alle sind sie älter als ich und geadelt durch tägliche Benutzung. In diesem Moment des sich Gegenüberstehens, des Betrachtens, ergreifen sie mich, verwandeln mich, nehmen mich mit in ihr gelebtes, arbeitsreiches Leben.

Wie gestaltet sich ein fotografischer Zugriff, diese Anverwandlung? Ich gestehe, dass ich zunächst versuchte, die verstaubten Schmiedehämmer mit einem weichen Ziegenhaarpinsel zu säubern. Aber der Anblick ist nicht echt, sondern mein persönlicher, unmaßgeblicher Wunsch. Die vergessenen Dinge selbst sind nun einmal verstaubt und versponnen. Ich bin nicht hier als Produktfotograf, um sie in aseptischer Beleuchtung maximal aufdringlich darzustellen, weshalb sich die Dinge nicht vollständig im Bild befinden, sondern nur in grafischen Momenten - beleuchtet mit einem sanften Streiflicht des Verstehens.“

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 11. April bis 31. Oktober 2020

2020 - Büdnereien und Häuslereien in Mecklenburg - neue Dauerausstellung
Häuslerei mit Milchtrinkstube in Mueß © Archiv/Freilichtmuseum Schwerin-Mueß

Das ehemalige Domanialdorf Mueß hat seine historische Siedlungsstruktur im Kern bewahrt. Neben den erhaltenen Bauernhöfen sind die später entstandenen Büdneransiedlungen an den Ausfallstraßen heute noch gut erkennbar. Während erste Büdnereien in Fachwerk mit Reetdach gebaut wurden, entstanden später die kleineren Häuslereien grundsätzlich in massiver Bauweise. So wie in Mueß lassen sich in zahlreichen Dörfern Mecklenburgs verborgene Spuren der Siedlungsgeschichte finden.

Forcierte Neuansiedlungen gab es erstmals ab 1753 durch das Ansiedlungsedikt des Herzogs Christian Ludwig, das die Einrichtung von Büdnereien im Domanium regelte. Ziel war es, geeignete Existenzmöglichkeiten im eigenen Land zu schaffen. Diese waren durch das Erbrecht arg eingeschränkt. In der Regel übernahm der älteste Sohn den vom Grund- bzw. Landesherrn zur Bewirtschaftung erhaltenen Hof. Nachgeborene suchten daher eine Existenz in benachbarten Reichsstädten, beim Militär oder im 19. Jahrhundert vermehrt durch Auswanderung. Die Ansiedlung von Büdnern ab Mitte des 18. Jahrhunderts und von Häuslern ab Mitte des 19. Jahrhunderts war eine gezielte Siedlungspolitik, um der zunehmenden Landflucht entgegenzuwirken.

Bezeichnend für einen Büdner war das Hauseigentum, einer „Bude“, daher vermutlich die Bezeichnung „Büdner“. Eine geringe Wirtschaftsfläche und etwas Vieh dienten der Eigenversorgung. Zudem waren Büdner als Handwerker, Lohnarbeiter oder im Gewerbe tätig.

Die Ausstellung im Eingangsbereich des Freilichtmuseums für Volkskunde veranschaulicht die Entwicklung von Büdnereien am Beispiel des Domanialdorfes Mueß bei Schwerin mit anschaulichen großformatigen Tafeln, mit interessanten Zeitdokumenten, reichhaltig bebildert und mit Alltagsgegenständen der damaligen Zeit.

Dauerausstellung im Eingangsgebäude des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß seit dem 19. Mai 2020

2019 - Von der Forschung zum Festival – Traditionelle Musik im Freilichtmuseum Mueß
 © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Von der Forschung zum Festival

Traditionelle Musik im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß

Dr. Ralf Gehler leitet das Zentrum für Traditionelle Musik am Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß. Er erforscht, vermittelt und präsentiert seit vielen Jahren die Musik, die aus unserem volkskulturellen Erbe erwuchs – also die Musik, zu der zu verschiedenen Anlässen gespielt, gesungen und getanzt wurde. Es entstanden Ausstellungen, Seminare und Vorträge an Universitäten, Konzerte, Tanzabende, Musikworkshops, pädagogische Angebote für Kinder u.v.m. Das Windros-Festival lädt zum jährlichen Höhepunkt im September viele Musikanten aus der ganzen Welt ein.

Diese Sonderausstellung zeigte einen Querschnitt durch viele dieser Aktivitäten des Zentrums für Traditionelle Musik. Dazu gehören Forschungsresultate mit Auszügen der Ausstellungen „Folk in der DDR“ – gezeigt 2015 im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß –, „Tanzmusikhandschriften“ – dargestellt während des Rudolstadt-Festivals 2017 – und „Musikinstrumente in musealen Sammlungen“ – präsentiert 2018 in der Universität Rostock. Fotografien mit Eindrücken vom Windros-Festival der Jahre 2013 bis 2018 und Musikinstrumente aus der volkskundlichen Sammlung des Freilichtmuseums ergänzten die Schau.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 27. Juli bis 31. Oktober 2019

2019 - Sommermuseum – Ausstellung zur Stadtgeschichte Schwerins
 © Landeshauptstadt Schwerin/Philipp Seemann

Sommermuseum - Schweriner Exponate aus dem 19. Jahrhundert

Organisiert durch Dr. Jakob Schwichtenberg, Stadtgeschichltliche Sammlung Schwerin

Etwa 9000 Besucher strömten in nur wenigen Wochen des Sommers 2019 in die spontan zusammengestellte Sonderausstellung zur Stadtgeschichte Schwerins in das Säulengebäude am Markt. Viele Besucher waren überzeugt: Das war ein riesiger Erfolg. Wir brauchen wieder ein Museum für Stadtgeschichte in Schwerin.

Organisiert durch das Kulturbüro und die Museen der Landeshauptstadt Schwerin widmete sich die Ausstellung thematisch dem 19. Jahrhundert. Dieses Jahrhundert prägte die Stadt entscheidend, sodass der bedeutende Stadtchronist Wilhelm Jesse Schwerin sogar einst als „die Stadt des 19. Jahrhunderts“ bezeichnete.

„Neben der sehr erfolgreichen Stadtgeschichtsausstellung in den Schweriner Höfen bieten wir den Schweriner*innen und Gästen der Landeshauptstadt mit dem Sommermuseum eine weitere Gelegenheit, die Schätze der ansonsten im Depot verborgenen stadtgeschichtlichen Sammlung in Augenschein zu nehmen“, freut sich der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum.

Neben Stadtansichten und dem gerade erst restaurierten Gemälde der großherzoglichen Jacht „Alexandrine“ waren u. a. Silberschmiedearbeiten, eine wertvolle Hofuniform sowie das vielen noch aus dem Polytechnischen Museum bekannte Modell der Eisenbahn „Friedrich Franz“ zu sehen. Zusammen konnten ca. 150 Exponate aus den Depots der stadtgeschichtlichen Sammlung bis zum 29. September 2019 besichtigt werden.

Die Idee zum Sommermuseum entstand ganz spontan, weil plötzlich das Säulengebäude durch einen nicht vorhersehbaren Leerstand mitten im Sommer für Ausstellungszwecke zur Verfügung stand. Doch neben der Idee war eine Menge Enthusiasmus nötig, um das Projekt in Rekordzeit umzusetzen: Mehr als 60 Freiwillige wirkten mit.

Sechs Wochen standen die Türen des Säulengebäudes von Montag bis Sonntag für alle Interessierten offen. Der Eintritt war frei. Spendengelder flossen in die Restauration einzigartiger Raumausstattungen aus dem 18. Jahrhundert, die zum Teil auch in der Ausstellung zu sehen waren. Im Oktober wurde die Ausstellung noch einmal ins Schleswig-Holstein-Haus verlegt, wo sie dann auch barrierefrei und mit Sonderführungen für Sehbehinderte angeboten wurde. Das „Sommermuseum“ war zwar noch nicht der Beginn eines neuen Stadtgeschichtsmuseums – doch sie war ein weiterer Schritt in Richtung einer dauerhaften Ausstellung.

Sonderausstellung im Säulengebäude am Markt, Schwerin, vom 18. August bis 29. September 2019 mit Verlängerung im Schleswig-Holstein-Haus, Schwerin, im Oktober 2019 

2019 - Küste, Meer und Binnenland - Bilder von Rosemarie Hoffmann
 © Rosemarie Hoffmann

Küste, Meer und Binnenland

Landschaftsbilder aus Mecklenburg von Rosemarie Hoffmann

Erlebte Landschaften – blühend, weit und knorrig Rosemarie Hoffmann ist küstennah in Zierow, westlich von Wismar, zu Hause. Direkt vor der Haustür findet sie zu jeder Jahreszeit Anregungen und Anlässe zum Malen, ob beim Wandern entlang der Ostseeküste oder durch die mecklenburgische Landschaft. Zu ihren Lieblingsmotiven gehören blühende Rapsfelder, Wege über Wiesen und Äcker und verschiedene Perspektiven ins Land mit weitem Himmel, knorrigen Weiden und vor allem der Naturküste mit ihren verwehten Dünen, alten Buhnen und farbigen Wellenspielen. Spannend findet die Künstlerin, wie die Bilder des Sommers grandiose Kontraste zu kalten
Winterlandschaften erzeugen können.
Meist trägt die Malerin Acrylfarben gespachtelt und pastos auf. Durch diese Technik wirken die Kolorierungen kräftiger und differenzierter. Mit Hilfe des lockeren Farbauftrags entsteht eine impressionistische Wirkung, die häufig durch Licht und Schatten geprägt ist. Obwohl sich die Landschaften abstrahiert und subjektiv darstellen, bleiben sie realistisch und zeigen – mal ruhig, mal lebendig, mal dramatisch – erlebte Landschaften. Rosemarie Hoffmann wünscht sich, dass ihre Bilder dazu anregen, diese facettenreichen Landstriche entlang der Küsten Mecklenburgs selbst zu erkunden.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 19. Mai bis 21. Juli 2019

2018/19 - Ernst Höhne - Fotograf aus Leidenschaft
 © Ernst Höhne/Archiv des Freilichtmuseums Schwerin-Mueß

Ernst Höhne - Fotograf aus Leidenschaft

Fotografien aus 40 Jahren Tätigkeit bei der Schweriner Volkszeitung

40 Kilometer Film hat der Bildreporter Ernst Höhne in seiner Schaffenszeit belichtet. Etwa eine Million Klein-Bild- und Mittelformatnegative sind so entstanden. Unzählige Filmstreifen in kleinen, sorgsam beschrifteten und klug sortierten Tüten bilden ein enormes Fotoarchiv, das nun in das Freilichtmuseum für Volkskunde nach Schwerin-Mueß umgezogen ist. Ein Glücksfall, denn es dokumentiert nahezu ein halbes Jahrhundert
Regional- und Landesgeschichte.
Die Bilder belegen eindrucksvoll, was fast vergessen schien. Schon 1960 leitete Höhne die Bildredaktion der Schweriner Volkszeitung. Die Fotografentätigkeit führte ihn bis 1995 an die spannendsten Orte seiner Zeit. Viele seiner Fotografien wurden veröffentlicht. Andere haben unveröffentlicht ihren Weg in das Archiv gefunden. Den Wert der Sammlung machen dabei nicht die bereits veröffentlichten „Ikonen“ der Zeitgeschichte aus. Es sind die zahllosen Bilder, die nur im Ernst-Höhne-Foto-Archiv überlebt haben und dort auf ihre Wiederentdeckung warten. Für die große Personalausstellung wurden aus dem Archiv sieben Bild- Reportagen aufbereitet, die eindringlich die Entwicklung der Stadt Schwerin und der Region von 1956 bis 1996 widerspiegeln.

Sonderausstellung im Schleswig-Holstein-Haus Schwerin vom 9. Dezember 2018 bis 17. Februar 2019

2018 - Keramische Säule von Anni Jung (Einweihung nach Restaurierung von Walter Beckmann)
 © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Aus der Keramischen Säule der Künstlerin Anni Jung ist nach der Restaurierung durch den Steinbildhauer Friedrich-Walter Beckmann wieder ein plastisches Geschichtspanorama geworden. Es wirkt, als hätte der Restaurator die Schweriner Stadtgeschichte damit im Hof der Volkshochschule neu entrollt. Am 14. September 2018 wurde das Kunstwerk 32 Jahre nach seiner ersten Enthüllung im Beisein von Oberbürgermeister Rico Badenschier zum zweiten Mal eingeweiht.

Bis 1993 stand die Keramische Säule zur Stadtgeschichte am Großen Moor, Ecke Puschkinstraße. Dort wurde sie durch einen Lastkraftwagen schwer beschädigt. Seitdem lagen die Tafeln im Depot der Stadtgeschichtlichen Sammlung. Und immer wieder erkundigten sich seither Schwerinerinnen und Schweriner, ob und wann denn das Kunstwerk wieder zu sehen sein wird.

Das als „Keramischen Säule“ bekannte Kunstwerk entstand im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Altstadtviertels Großer Moor zwischen 1978 und 1985. Nach dem Flächenabriss, bei dem auch ein Stück des alten Schwerins unwiederbringlich verschwand, sollten bei der bildkünstlerischen Gestaltung des Neubaugebiets „Altschweriner Motive“ einen Blick in die Schweriner Historie ermöglichen, so das Ziel des Auftraggebers.

„Mittlerweile ist die Säule selbst ein Stück Stadtgeschichte, das vom Spannungsverhältnis zwischen Geschichte, Geschichtsbild und kollektivem Gedächtnis kündet. Ich wünsche mir, dass auch in Zukunft vor dieser Säule Geschichte und Gegenwart Schwerins im offenen Austausch diskutiert werden können“, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier zur Wiedereinweihung am neuen Standort im Hof der Volkshochschule.

Der alte Schulhof hat auch einen direkten inhaltlichen Bezug zur Säule. Denn auf ihr ist auch das Gesicht des Namenspatrons und Neugründers der Volkshochschule „Ehm Welk“ verewigt. Am Kunstwerk wurde eine ausführliche Dokumentation angebracht, die die Relief-Tafeln erläutert.  Am Kunstwerk wurde eine ausführliche Dokumentation angebracht, die jede der 27 Keramik-Relief-Tafeln beschreibt und erläutert.

Hintergrund:

Historie der Keramischen Säule

1981 erhielt die Meißener Künstlerin Anni Jung den Auftrag von der Stadt Schwerin, eine bildliche Darstellung zur Geschichte der Stadt zu erarbeiten. Ein Jahr später legte sie erste Entwürfe vor. Die einzelnen Tafeln stellen Ereignisse und Persönlichkeiten der Schweriner Geschichte dar, verwoben mit solchen der allgemeinen deutschen Geschichte.

Zwischen 1983 und 1985 gestaltete Anni Jung die 27 Tafeln der Säule. Die Episoden spiegeln in weiten Teilen das offizielle Geschichtsbild der DDR wider, das die sozialistische Gesellschaft im Staat der Arbeiter und Bauern als Vollendung der Lehren aus der Geschichte verstand.

Doch ist die 1986 am Großen Moor aufgestellte Keramische Säule auch heute eine bemerkenswerte und einzigartige künstlerische Arbeit, die mit der ausdrucksstarken Gestaltung der Figuren und Gesichter ebenso wie mit ihrer üppigen Farbigkeit Geschichtsbilder und deren politische Instrumentalisierung lebendig vermittelt.

7. Juni 1986: feierliche Enthüllung

bis 1993: Standort Großer Moor, Ecke Puschkinstraße

1993 bis 2018: Einlagerung im Depot der Stadtgeschichtlichen Sammlung Schwerin nach Beschädigung mehrerer Tafeln durch einen Lastwagen

2017/18: Restaurierung durch den Schweriner Steinbildhauer Friedrich-Walter Beckmann

Juli 2018: Neuaufstellung im Hof der Volkshochschule, Puschkinstraße 13

14. September 2018: zweite Einweihung

2018 - Brennpunkt Herd - eine Sammlung zur Geschichte der Küche
 © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Brennpunkt Herd - eine Sammlung zur Geschichte der Küche

Herde und Öfen im Wandel der Zeit

Der Herd ist das Zentrum einer jeden Wohnung. Seine Funktion, sein exponierter Platz und seine Ausstrahlung prägten zu allen Zeiten das Alltagsleben und die Esskultur. In puncto Herd war gerade das 19. Jahrhundert eine spannende Epoche mit erstaunlichen Innovationen. Kochte man zunächst noch traditionell auf offenem Feuer in der sogenannten „schwarzen Küche“, kamen nach 1860 bereits in Serien hergestellte geschlossene
„Sparherde“ und „Kochmaschinen“ auf. Statt Holz und Torf konnte nun auch Steinkohle verwendet werden. Brennstoffe ließen sich wesentlich sparsamer einsetzen. Rund 100 Jahre später verschwand das Anfeuern ganz aus den Küchen und es wurde auf Gas- und Elektroherden gekocht.
Mit diesen technischen Neuerungen gingen Veränderungen in der Ernährung, der Wohnweise und der Nutzung von Heizmaterialien einher. Fasziniert von der Entwicklung moderner Herde und Feuerstätten, sammelte das Ehepaar Carmen und Hans Hoffmeister aus Metelen/Münsterland Heiz-,Koch- und Alltagsgegenstände aus unterschiedlichen Epochen des 19. und 20. Jahrhunderts und betrieb dort ein deutschlandweit fast einmaliges Museum.
Nach mehr als vier Jahrzehnten des Aufspürens, Sammelns, Ordnens und Restaurierens von Objekten umfasst die Sammlung heute mehr als 850 Sachgüter, darunter 150 historische Herde, Brennstellen und gusseiserne Öfen, sowie ca. 700 themenbezogene Sachgüter zur Hauswirtschaft, zum Wohnen, zur Schulgeschichte, zu Not- und Kriegszeiten, zum Handwerk, zur Schifffahrt und zur Hygiene.
Am 20. September 2016 übereigneten Carmen und Hans Hoffmeister ihre ebenso ambitionierte wie hochwertige Sammlung der Landeshauptstadt Schwerin. Ausgewählte Objekte dieser Sammlung zeigte das Mueßer Museum hier erstmals in Schwerin.
Finanziell unterstützt wurde die Ausstellung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft
und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 30. Juni bis 31. Oktober 2018

2018 - Gläserne Geschichte 1918-2018 - Foto- und Glaskunst von Daniela Melzig
 © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Gläserne Geschichte 1918 - 2018 - deutsch-französische Ansichten der Medienkünstlerin Daniela Melzig

Historische, cholorierte Fotodrucke auf Glas

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gestaltet die Medienkünstlerin Daniela Melzig sensible Erinnerungsräume, geknüpft an die Ereignisse, die Geschichte prägten und eine Epoche beendeten.

Sie nutzt zeitbezogene Fotografien und Grafiken, um ihnen durch eigene, künstlerische Interpretation neue Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Bildmotive stammen vorwiegend aus dem fotografischen Fundus des Freilichtmuseums für Volkskunde. In der Sonderschau zu sehen waren bearbeitete Aufnahmen des mecklenburgischen Pioniers der Kinematografie:Wilhelm Schröder, sowie Kameradenbilder von der Front, Fotografien aus der Heimat, wie auch Sehnsuchtsbilder unbekleideter Schönheiten.

Ansichten aus dem Nachbarland Frankreich fanden gleichermaßen ihren Gedenkwert in der Ausstellung. Die Fotografien stammten aus einem Lexikon des Jahres 1914, gefunden in der Bibliothek der alten Abtei von Marney sur Seine, France. Durch Motivsymbiosen und Bildanalogien schaffte Daniela Melzig eine berührende Verbindung, und das kriegsgeprägte Feindverhältnis zwischen Deutschland und Frankreich schien in der Feinheit der Transparenz zu schwinden. Symbolisch ließ die Künstlerin „Une rose en décembre“ wachsen, als Hoffnungsbotin der Gemeinsamkeiten.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 31. März bis 24. Juni 2018

2017 - Leberwurst unterm Kameldornbaum - ein Mecklenburger in Südwestafrika (1907-1919)
 © Nachlass Hugo Voss (Klaus-Dieter Gralow)

Der im Jahr 1875 in Lübz (Mecklenburg) geborene Hugo Voss war von 1907 bis 1919 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) als Kaiserlicher Landmesser tätig. Er vermaß das Land der neuen Siedler – der deutschen Kolonialherren. Jährlich neun Monate war er mit seiner Frau Gertrud und den vier Kindern auf einem Ochsenwagen mit einem Trupp eingeborener Helfer in den Distrikten Gibeon und Gobabis unterwegs.

Voss war Hobbyfotograf und sammelte neben seiner beruflichen Tätigkeit eifrig Alltagsgegenstände der einheimischen afrikanischen Bevölkerung und als leidenschaftlicher Jäger auch Tierpräparate. Nach dem Krieg musste er im Jahre 1919 die berufliche Tätigkeit aufgeben und kehrte mit vielen vollen Koffern und Kisten in seine Heimat zurück.

Ihre in dieser Zeit verfassten Tagebücher und der Briefwechsel mit ihren Eltern in Friedland bildeten die inhaltliche Grundlage für die Ausstellung. Sie beschrieben das Alltagsleben einer ausgewanderten deutschen Familie mit all ihren Problemen in einem fremden Land. Originale Gebrauchsgengenstände der einheimischen afrikanischen Bevölkerung, koloniale Sachzeugen und Tierpräparate illustrierten diese nicht alltägliche Ausstellung.

Seit 1990 bereiste der Kurator dieser Sonderausstellung, der Namibia-Experte, Autor und Filmemacher Klaus-Dieter Gralow aus Bad Kleinen, mehr als 50 Mal den faszinierenden Wüstenstaat. Dabei erlebte er manch spannende Abenteuer und beeindruckende Menschen. Mit geschultem Blick und Gespür für die Geschichte und Menschen dieses Landes entdeckte Gralow dort viele Spuren und Schicksale mecklenburgischer und pommerscher Glücksritter und hoffnungsvoller Auswanderer mit ihren Familien.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 24. Juni bis 31. Oktober 2017

 

2017 - Neueröffnung: Zentrum für Traditionelle Musik im Kinningshus mit Ausstellung
Ralf Gehler (2.v.l.) mit Freunden im Kinningshus © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Am 23. Juni 2017 zog das Zentrum für Traditionelle Musik am Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß vom vorherigen Standort - dem Armenkaten - in sein neues Domizil - in das sogenannte Kinningshus (ein alter Büdnerkaten etwas außerhalb des Museumsgeländes).

Der Begründer und Leiter des Zentrums, Musikforscher und Musikant, Instrumentenbauer und Autor Dr. Ralf Gehler sagt: "Über die Musik der Bauern, Handwerker oder Hirten des späten Mittelalters und der Neuzeit ist weit weniger bekannt, als über die niedergeschriebene Musik der Komponisten der gesellschaftlichen Oberschicht. Dennoch lässt sich viel zur Volksmusikkultur jener Zeit aussagen. Kennt man doch Abbildungen von Musikanten und Musikinstrumenten, Beschreibungen von Musiziersituationen oder erhaltene Musikinstrumente. Man weiß um die Funktionen von Volksmusik, aus Gerichtsprozessen, Briefen oder literarischen Schriften. Notenhandschriften der Gebrauchsmusik in Stadt und Land eröffnen musikalische Quellen, die noch weitestgehend unbekannt sind. So führte die Entdeckung der Dahlhoff-Handschrift aus Westfalen durch Wolfgang Meyering und Simon Wascher zu einem ersten kleinen „Boom“ der Nutzung historischen Handschriftenmaterials in der Traditionellen Musik."

Einen Teil dieser wenigen erhalten gebliebenen Instrumente und Handschriften, Notenblätter, Darstellungen und Quellen zeigt eine kleine Ausstellung im Kinningshus.

Zu Ralf Gehler und zur Arbeit des Zentrums für Traditionelle Musik

Ralf Gehler spielt viele Instrumente, verschiedene Dudelsäcke, Flöten und Saiteninstrumente bis hin zur guten alten Treckfidel. Es sind vor allem die traditionellen Musikinstrumente. Im Freilichtmuseum für Volkskunde in Schwerin-Mueß lebt seit einigen Jahren dank Ralf Gehler mit dem Spielen dieser Musik an diesem Ort die Tradition des Bauerntanzes, wie in früheren Jahrhunderten üblich, z.B. bei Dorf-, Ernte- oder Hochzeitsfesten, wieder auf. Im Bauernhaus der Hufe 5 tanzen alljährlich im Sommer Menschen aus der Region gemeinsam mit Urlaubern die traditionellen Kreis- und Gassentänze, die Quadrillen und Reigentänze und natürlich die alte Schwof-Tänze wie Polka, Walzer, Schottisch und Mazurka. Die derbe Tanzdiele bebt und viele der Tanzenden strahlen vor Lebensfreude.

Vielleicht spüren die Menschen in solchen Momenten unbewusst, dass diese Art der Musik ja irgendwie zu ihnen gehört, mit ihnen zu tun hat, mit ihrer Vergangenheit, mit ihren Vorfahren. Ralf Gehler sagt: „Traditionelle Musik stellt ein bedeutendes Element der Volkskultur dar.“ Und so treibt ihn zeitlebens der Gedanke, so etwas wie regionale Identität mit Hilfe der Musik für Menschen greifbar und miterlebbar zu machen. Dazu benötigt traditionelle Musik, so wie sie z.B. früher in Mecklenburg und anderen norddeutschen Regionen üblich war, eine ganze Menge Lobby-Arbeit. Das Zentrum für Traditionelle Musik und mit ihm Ralf Gehler wollen diesen Prozess voran treiben.

Das Mueßer Freilichtmuseum unterstützt die Anliegen und die Arbeit des Volkskundlers. Schon vor vielen Jahren gründete Ralf Gehler an diesem Ort das Zentrum für Traditionelle Musik. Es ist aktuell im Kinningshus beheimatet. Und es ist Ausgangspunkt / Basislager für viele seiner unzähligen Ideen und Projekte. Dies sind:

  • verschiedene museumspädagogische Angebote für Schülergruppen im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß im Bereich der traditionellen Musik
  • Wandelkonzerte durch das Freilichtmuseum zur Geschichte volksmusikalischer Traditionen und zur Entwicklung der Volksmusikinstrumente
  • Nachmittage zum gemeinsamen Volksliedersingen
  • Tanzabende auf Hufe V
  • fachliche Unterstützung von Musikern, die sich traditioneller Musik zuwenden
  • Unterrichtung in traditionellen Musizierpraktiken und Organisation von Seminaren, Workshops und Sessionrunden
  • Reparatur und Nachbau von historischen Instrumenten für Museen und Forschung
  • Publizierung und Verbreitung von Studienmaterial und Literatur zur traditionellen Musik
  • Dokumentation und Erforschung historischer oder heute existierender traditioneller Musizierformen
  • Vorträge
  • Schaffen und Pflegen internationaler Beziehungen im Bereich der traditionellen Musik
  • Unterstützung und Präsentation unterschiedlicher in Deutschland existierender Musikkulturen
  • Unterstützung von Studien zur traditionellen Musik im universitären Bereich
  • eigene musikalische Projekte mit Bands wie z.B. Kwart, Pipenbock-Orchester, Malbrook usw.
  • Mitorganisation des Windros-Festivals und vieler Konzerte

Als Wissenschaftler und Musiker, als Autor und Vortragsredner, als Instrumentenbauer und Festivalorganisator leistet Ralf Gehler einen unschätzbaren Beitrag zur Erinnerung und Stärkung des geistigen und vor allem musikalischen Erbes unserer Vorfahren. Ralf Gehler ist einer, der die Menschen ermutigt. Er ermutigt nicht nur die Musiker, auch die, die Musik lieben, die Tanzenden, die Singenden. Und er hofft, dass sie alle darin nicht nur Traditionen erkennen, sondern auch sich selbst im schöpferischen Umgang mit diesen musikalischen Wurzeln. Eigene regionale musikalische Identität ist also auch eine Aufgabe für die Zukunft und sie verträgt sich gut mit Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen der Welt. Als Beweis dafür steht das inzwischen landesweit anerkannte Windros-Festival auf dem Museumsgelände, das genau diese Verbindungen zur Begeisterung der vielen Besucher mithilfe der vielen verschiedenen Musiktraditionen entfachen kann.

2017 - Die Lewitz - Fotografische Lichtblicke von Ralf Ottmann und Jürgen Brandt
Eisvogel auf dem Ansitz © Ralf Ottmann

Schilf wiegt sich im Wiesenstrom, Baumriesen knarren im Wind, Nebelschwaden legen sich schwer und mystisch in die Landschaft. Die Lewitz im Südwesten Mecklenburgs ist ein Naturereignis. Ralf Ottmann, Lewitzranger und -fotograf und Jürgen Brandt, Natur- und Luftbildfotograf, streifen fast täglich und nahezu lautlos durch das Terrain. Mit dabei immer die Kamera. „Pssst“… ein Eisvogel flattert tropfnass vorbei, glitzert im Gegenlicht wie ein Diamant, krallt sich an einen Ast. Klick! Klick! – Auch die Kamera kann beinahe geräuschlos knipsen.
Wo einst Urwälder standen, liegt heute die größte, zusammenhängende Wiesenlandschaft im nordöstlichen Teil Deutschlands, eine Naturperle in Mecklenburg. Die ansässigen Bauern nutzten die Flächen hauptsächlich für das Ernten von Tierfutter. Außerdem verteilen sich 32 Fischteiche auf ca. 800 Hektar und bilden die größte zusammenhängende Teichlandschaft Europas, ein großes blaues Mosaik, in dem Karpfen gezüchtet werden. Flüsse wie Elde und Stör bauten die Menschen zur Müritz-Elde-Wasserstraße und zum Störkanal aus. Zusammen mit weiteren Kanälen entstand ein über 900 km langes, weit verzweigtes Gewässernetz.
Eine artenreiche Vogelwelt profitierte von der sumpfigen Niederungslandschaft. Sie dient einigen Vogelarten als Rast- und Überwinterungsterritorium. 256 Vogel-, 450 Schmetterlings-, 13 Amphibien-, 30 Libellen- und mehr als 100 Pilzarten zeugen von lokal intakten Ökosystemen innerhalb der Lewitz, die es – auch in Zukunft – zu schützen gilt.
Die renommierten Lewitzfotografen luden mit ihrer Fotoschau zu Streifzügen durch die einzigartige Landschaft ein. Mit ihrer Ausstellung warben die Fotografen auch für einen verbesserten, nachhaltigen Schutz der Lewitz.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 15. April bis 20. Juni 2017

Artikel zu den Ausstellungen 2016 bis 2015

2016 - Der offizielle Blick – Bildjournalismus und sein regionalgeschichtlicher Wert
Bauernprotest vor dem Landwirtschaftsministerium MV (8. Oktober 1993) © Ernst Höhne/Archiv des Freilichtmuseums Schwerin-Mueß

Das medienhaus:nord, der Zeitungsverlag für die Schweriner Volkszeitung, bewahrt ein einzigartiges Fotoarchiv aus nahezu 100 Jahren Verlagsgeschichte. Etwa 300.000 Fotografien erhielten sich dort. Der Archivbestand wurde nunmehr dem Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin Mueß zur ständigen Aufbewahrung sowie zur Aufbereitung überlassen. Die Erschließung und Archivierung des gesamten Archivs ist für die Museumsmitarbeiter eine spannende Herausforderung, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Dabei gilt es nicht allein die Quantität zu bewältigen, sondern vielmehr die Vielfalt der Inhalte und Zeitfenster. Darin steckt für das Schweriner Volkskundemuseum ein großes Inspirationspotential, besonders auch für künftige Themen- und Ausstellungsprojekte.

Am 9. Juli 2016 öffnete sich das SVZ-Archiv erstmalig für eine eigene Sonderausstellung unter dem Titel: „Der offizielle Blick - Bildjournalismus und sein regionalgeschichtlicher Wert“. Gezeigt werden konnte bis zum 30. Oktober 2016 nur ein kleiner, aber prägnanter Ausschnitt des Medienarchivs, der den Blick des Besuchers auf den des Bildjournalisten hinlenken sollte.

Der Entstehungszeitraum des SVZ-Archivs erstreckte sich über mehrere politische Systeme, was es aus heutiger Sicht zu einem visuellen Gedächtnis der Regionalgeschichte macht. Kontinuität und Wandel, Spektakuläres und Sinnliches, Politisches und Triviales wurde aus verschiedenen Blickwinkeln der jeweiligen Fotografen, zumeist auftragskonform, festgehalten. Aus dem Zeitverständnis heraus dienen die Aufnahmen nun dem Museum als Versatzstücke zur Erklärung von Heimat.

Im Ergebnis der Ausstellung konnte gezeigt werden, dass Fotografie mehr als dokumentarischen Wert besitzt. Fotografien sind nicht nur hinsichtlich ihres offensichtlichen Hauptmotivs zu befragen: Wer fotografierte wann, was und wo? Ihre Ausschnitthaftigkeit hat – neben motivischen, zeitlichen und ästhetischen – auch politische und manipulative Bezüge. Warum ist gerade dieses Bild entstanden, ausgewählt, veröffentlicht und erhalten geblieben und wie hat der Fotograf seinen Auftrag erledigt?

Viele dieser Fragen finden erst eine Antwort, wenn mehrere Fotografien zu einem Thema, aus unterschiedlichen Zeiten und von verschiedenen Fotografen nebeneinander analysiert werden können. Im Idealfall ist auch der Zeitungsbericht überliefert, für den das Pressefoto benötigt wurde. Diese Chancen bietet eines der größten Bildarchive des Landes Mecklenburg-Vorpommern, dass aktuell durch das Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß aufgearbeitet und digitalisiert wird, auf seine ganz besondere Weise.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 9. Juli bis 30. Oktober 2016

2016 - Schwerin - wie es wurde, was es ist - Dauerausstellung zur Stadtgeschichte
Schwerin - wie es wurde, was es ist © Norbert Credé

Seit Mai 2016 ist diese - zunächst als befristete Sonderausstellung gedachte - Ausstellung zur historischen Entwicklung Schwerins im Brunnenhof des Einkaufs- und Erlebnisquartiers Schweriner Höfe direkt im Zentrum der Landeshauptstadt zu sehen. Auf Initiative der Schweriner Höfe gestaltete der Historische Verein Schwerin e.V. die Ausstellung mit Gegenständen aus der städtischen Sammlung zur Stadtgeschichte Schwerin.

Rund um das große Stadtmodell von 1985 erzählen ausgewählte Stadt- und Hausmodelle sowie informative Schautafeln mit vielen historischen Ansichten die Entwicklung Schwerins von den Anfängen in slawischer Zeit bis in die Gegenwart.

Im Zentrum stehen die Bedeutung Schwerins als Residenzstadt der Herzöge und Großherzöge Mecklenburgs und deren Einflüsse auf die Schweriner Stadtentwicklung.

Anfang 2017 übernahm die Landeshauptstadt Schwerin die erfolgreiche Ausstellung und präsentiert sie seitdem als Dauerausstellung. Die 1000. Wiederkehr der Ersterwähnung Schwerins als slawische Burg im Jahr 1018 veranlasste 2018 die Überarbeitung und Ergänzung der Ausstellung, die sich seither in aufgefrischtem Gewand und umfangreicher präsentiert.

Dauerausstellung in den Schweriner Höfen im Zentrum Schwerins seit 2016

2016 - Imkerei: früher – heute – morgen. 1 Lehrpfad, 5 Stationen und 10 Bienenvölker
Junge Bienen in Mueß © Landeshauptstadt Schwerin/Volker Janke

Einem der ältesten Nutztiere des Menschen - der Honigbiene Apis mellifera - solles schlecht gehen – aber warum? Liegt es am Klima? Sind es die Eingriffe des Menschen in die Natur, oder haben wir den kleinen Geschöpfen doch zu viel abverlangt?

Honig schmeckt gut, er ist gesund und Honig ist vor allem ein reines Naturprodukt. Das macht ihn wertvoll und seit frühester Zeit für den Menschen begehrenswert. Ganze Berufsgruppen – vom Zeidler bis zum Kerzenzieher – haben sich aus dem Umgang mit der Honigbiene entwickelt. Berufsimker konnten sich und ihre Familien aus den Wachs- und Honigerträgen ernähren. Anderen diente die Imkerei als lukrativer Nebenerwerb oder einfach zur Selbstversorgung in der Hauswirtschaft. Wieder andere hielten Bienen einfach aus Freude an abendlichen Betrachtungen am Flugloch.

Heute sieht man nur noch selten Bienenschwärme. Kostendeckende Imkerei lässt sich in Deutschland eigentlich nur noch industriell betreiben. Ist der Imker ein Fall für das Museum geworden?

An fünf verschiedenen Stationen können die Besucher des Freilichtmuseums Schwerin-Mueß die Entwicklung des Imkereiwesens in Mecklenburg erleben. Vom besiedelten hohlen Baumstamm über die Korbimkerei bis zu den verschiedenen Beutentypen aus Holz oder Kunststoff ist viel über die Vor- und Nachteile traditioneller, herkömmlicher und moderner Imkerei zu erfahren.

Vielleicht bekommt der/die eine oder andere ja sogar Lust, ein eigenes Bienenvolk zu hegen und zu pflegen. Lassen Sie sich anregen! Sie werden Erstaunliches beobachten und die Welt danach mit anderen Augen sehen!

Dauerausstellung und Lehrpfad auf dem Gelände des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß seit dem 22. Mai 2016

2016 - Die domaniale Landschule in Mueß - Dauerausstellung in der alten Dorfschule
Klassenzimmer der alten Dorfschule in Schwerin-Mueß © Landeshauptstadt Schwerin/Volker Janke

„Am Sonntag ist es Organist, am Montag gräbt es Hühnermist, am Dienstag füttert es die Schwein: das arme Dorfschulmeisterlein.“

Die Vorstellungen über den alten Dorfschullehrer gehen weit auseinander: die einen verachteten ihn, die anderen liebten ihn und alle spielten sie ihre Streiche mit ihm. Dabei hatte er es gar nicht so einfach. Die Wohnung im Schulhaus war zwar mietfrei, aber ansonsten lebte er von dem ihm zugesprochenen Land, das er neben dem Schulbetrieb bewirtschaftete, von dem wenigen Schulgeld und den geringen Abgaben der Dorfbewohner. Kein Wunder, dass der Dorflehrer in alten Darstellungen und Erinnerungen häufig schlecht wegkommt: hager, griesgrämig, streng, bemitleidenswert.

Über einen langen Zeitraum entwickelte sich das Landschulwesen in Mecklenburg sehr gemächlich. Zunächst unterwiesen Pastoren, Küster oder Handwerker die Kinder des Dorfes im Katechismus und monotonen Lesen, Singen und Abfragen von Bibeltexten. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es ausgebildete Dorfschullehrer. Durch sie verbesserte sich allmählich der Bildungsstand der Dorfbevölkerung. Mehr Augenmerk bekamen nun das Rechnen und die Vermittlung von Grundlagen in Natur, Geografie und Geschichte. Anschauungsobjekte, Wandkarten und ausgestopfte Tiere hielten Einzug in die meist überfüllten Klassenzimmer. Häufig wurden mehrere Jahrgänge gleichzeitig unterrichtet.

Nach langwierigen Verhandlungen mit dem herzoglichen Amt erhielten die Mueßer Domanialbauern um 1863 die Einwilligung zum Bau eines massiven Schulgebäudes mit dazugehöriger Scheune. Neben den beiden Klassenräumen beherbergte das Schulhaus die Wohnung für die Lehrerschaft. Da den Dorfschullehrern zu ihrem Unterhalt auch Schulländereien zustanden, betrieben sie nebenher Land- und Gartenwirtschaft. In der Scheune befanden sich Räume für Feuerung, Vieh und Futter. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde die Mueßer Dorfschule 1976 geschlossen. Seit 1978 befindet sich hier, innerhalb des original erhaltenen Schulensembles, ein Landschulmuseum. In der neu gestalteten Ausstellung sind historische Schulobjekte wie Schiefertafeln, Griffelkästen, Ranzen oder Tintenfässer zu sehen. Besonders interessant ist das Lehrmittelkabinett mit alten Schulkarten, Modellen, Schaukästen, einer DDR-Wandzeitung und vielen Büchern.

Im Klassenzimmer - eingerichtet wie in der Kaiserzeit - können Besucher die knarrenden Schulbänke drücken, mit dem Finger über die alte Palästina-Karte wandern, vor dem Porträt des Großherzogs strammstehen, selbst noch einmal Schüler sein. Natürlich darf sich nun jeder auch mal wie der Dorflehrer fühlen: Lehrerpult, Rechenmaschine, Globus, Geige, Stock und Spucknapf stehen bereit. Kann noch jemand die alte deutsche Kurrentschrift? Versuchen Sie den Satz an der Tafel zu lesen!

Themen der Ausstellung:

  • Erste Dorfschulen in Mecklenburg
  • Mecklenburgische Strukturen im Schulwesen
  • Die neue Schule in Mueß
  • Schulzeit und Schulpflicht
  • Der Dorfschulmeister
  • Der Unterricht
  • Von der Einklassenschule zum Schulmuseum
  • Lehrmittelkabinette

Neu gestaltete Dauerausstellung in der alten Dorfschule im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß seit dem 14. April 2016

2016 - Natur im Augenblick - Objekte und Arbeit des Präparators Klaus-Dieter Jost
 © Landeshauptstadt Schwerin

Der Beruf des Präparators ist selten geworden und durchaus mit Vorurteilen behaftet. Dabei hat die Kunst des Konservierens eine sehr alte Tradition, die bis in die Kulturen des alte Ägyptens zurück reichen. Viele biologische, naturwissenschaftliche und anatomische Erkenntnisse verdanken wir den handwerklichen Unikaten der Präparatoren. Was diesen Beruf ausmacht, der sich zwischen Medizin, Kunst und Handwerk bewegt, vermittelte der Tierpräparator Klaus-Dieter Jost aus Wismar in einer Sonderausstellung.

Die Herstellung eines künstlichen Körpers, einer sogenannten Demoplastik, erfordert Geduld und eine ruhige Hand. Unverzichtbar sind dabei Sachverstand und Erfahrungen in Tieranatomie, zoologischer Geografie, Zeichnen, Modellieren, Materialkunde und Verarbeitungstechniken.

Aufwändige Arbeitsmethoden und ungewöhnliche Materialien wurden in der Ausstellung ebenso spannend präsentiert, wie eine kleine zoologische Galerie ausgewählter Exponate.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 26. März bis 3. Juli 2016

2015 - Vom Fischer un sin Fang. Dauerausstellung zur Binnenfischerei in Mecklenburg
 © Museen der Stadt Schwerin/Freilichtmuseum Schwerin-Mueß

Der nahe gelegene Schweriner See macht den Ort Mueß seit Jahrtausenden zum Ausgangspunkt für einen erfolgreichen Fischfang. Zeitweise hat man in der Mueßer Bucht sogar Forellen gemästet. Gegenwärtig werden in Mueß jährlich vier Tonnen Fisch angelandet und erfolgreich vermarktet. Somit ist der Schweriner See nicht nur einer der größten Seen Deutschlands, sondern zugleich einer der Artenreichsten. Im Schweriner See konnten bisher 34 verschiedene Fischarten nachgewiesen werden. Barsche, Aale, Hechte, Zander und Maränen sind beliebte Speisefische. Bitterlinge, Steinbeißer und Schlammpeitzger haben eine besondere ökologische Bedeutung. Aaland, Rapfen und Döbel wiederum sind nur gelegentlich als Gäste anzutreffen. Sie alle sind aber vor allem ein Indikator für die Vielfalt unserer gesunden Umwelt. Diese zu erhalten, ist seit je her eine der beachtenswerten Aufgaben der Fischer. Die neue Ausstellung zur Geschichte der Binnenfischerei berichtet vor allem von den Fischern und ihren Fangmethoden, aber auch vom entbehrungsreichen Alltag einer selten gewordenen Zunft. Ganz nebenbei enthüllt die Ausstellung, warum ein „Kurrpietsch“ gerne im Glas gehalten wurde, was es mit dem Hechtkreuz auf sich hat und wie man einen schmackhaften Fischtopf zubereitet.

Das älteste Ausstellungsstück ist fast 300 Millionen Jahre alt und zeigt eindrucksvoll, welche lange Evolutionsgeschichte die Fische auf unserer Erde hinter sich haben. Zu den bemerkenswerten Fischfanggeräten Mecklenburgs gehören zweifelsohne die steinzeitlichen Rindenstücke und Knochenharpunen, die bereits in den 1960er Jahren von dem berühmten mecklenburgischen Archäologen Ewald Schuld in Hohen Viecheln ausgegraben wurden. Hechteisen, Krebskörbe und Wolfsangeln sind schon lange nicht mehr im Gebrauch und auch die traditionelle Eisfischerei gehört vergangenen Zeiten an. Sie alle sind inzwischen zum Forschungsfeld für das Museum geworden und künden vom Erfindungsreichtum der Betreiber eines uralten Wirtschaftszweiges.

Nach einer einjährigen Umbauphase, wurde am 13. Juni 2015 die Ausstellung im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß wiedereröffnet.

Dauerausstellung zur Binnenfischerei in Mecklenburg seit dem 13. Juni 2015 im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß im ehemaligen Wohnteil des Bauernhauses der Hufe V

2015 - Folk in der DDR - Sonderausstellung des Zentrums für Traditionelle Musik
Peter Kingerske / Akkordeon & Ralf Gehler / Dudelsack (80er Jahre, Schwerin) © Petra Kingerske

Die Ausstellung „Folk in der DDR” im Freilichtmuseum für Volkskunde in Schwerin-Mueß beabsichtigte, Umrisse der Folkszene der DDR zu skizzieren. Unter dem Dach der Lippmann+Rau-Stiftung für Musikforschung in Eisenach, in der die Grundlagen für die Ausstellung geschaffen wurden, entstand im letzten Jahrzehnt eines der weltweit interessantesten und relevanten Musikarchive. Die international renommierten Konzertveranstalter Horst Lippmann und Fritz Rau standen von Anbeginn der 60er Jahre für einen neuen Umgang mit den Stil- und Spielarten der populären Musik. Das Spektrum der durch sie vertretenen Künstler reichte von Oscar Peterson, Emil und Albert Mangelsdorf bis hin zur Eric Clapton, Jimi Hendrix, Bob Dylan, Arlo Guthrie und Joan Baez. Kurzum – von Jazz bis Rock und Folk.

Unter Mitarbeit von Wolfgang Leyn (Gründungsmitglied der «Folkländer»), Ines und Jörg Andraczek und Dr. Ralf Gehler (Zentrum für Traditionelle Musik am Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß) sowie mit fachlicher Beratung durch Manfred Wagenbreth (Musikredakteur von mdr-figaro und ehemaliger Folkländer) entstanden interessante Einblicke in ein Musikgenre der DDR.

Folk als musikalisches Genre der DDR entstand Mitte der 1970er Jahre. Die kreative Auseinandersetzung mit musikalischen Traditionen der Volksmusik und des Volksliedes ist essenzieller Bestandteil der Folkmusik. Nach amerikanischen, irischen und auch westdeutschen Vorbildern eifernd, entwickelten sich schnell eigene Stile und die Hinwendung zum deutschen Liedgut, das bald ebenso lebendig und zeitnah klang, wie seine westeuropäischen Verwandten. Die Szene suchte nach historischen Quellen, baute längst vergessene Musikinstrumente nach und entdeckte das Tanzen in den Stilen der ungarischen Tanzhäuser.

Auch politisch war Folk brisant. Die aufsässigen Gesellenlieder und die Auswandererlieder des 19. Jahrhunderts wurden auf die DDR-Realität übertragen. Der „Hans im Schnakeloch“ war der kleine DDR-Bürger – „und was er darf, das will er nicht und was er will, das darf er nicht“. Neben Clubs und Tanzsälen war auch die Straße ein Austragungsort des Folks – nicht immer gelitten von aufmerksamen Beamten.

Die Ausstellung im Mueßer Kunstkaten zeigte unterschiedliche Aspekte der Folkmusik in der DDR: den Alltag der Musiker mit „Auftrittspappe“ (Spielerlaubnis) und desolaten Automobilen, die Folkfestivals, Folkwerkstätten und Treffen des Ostens oder die Entstehung des „neuen Mittelalters“ mit seinen Mittelaltermärkten. Die erweiterte Ausstellung in Schwerin-Mueß stellte das Wirken von Bands im DDR-Norden heraus, deren Vertreter mannigfache Artefakte der Vergangenheit zur Verfügung stellten. Instrumente der Szene, Kleidung, Schallplatten und Bilder vervollständigten diesen einmaligen Rückblick in den „Folk in der DDR“.

Sonderausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß vom 4. April bis 31. Oktober 2015

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