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Kunst- und Kulturpreis

© LHS/Christina Lüdicke - Jugendsinfonieorchester

Über den Kunst- und Kulturpreis

 © Fotolia/Konradbak

Die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin vergibt in Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin jährlich einen Kunst- und Kulturpreis für besondere Leistungen auf den Gebieten der bildenden und darstellenden Kunst, des Films, der Fotografie, der Literatur, der Musik, der Denkmal- und Heimatpflege sowie der Volkskunst und der Archäologie. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Er kann auf maximal 4 Preisträger aufgeteilt werden. Vorschläge können jeweils bis zum 31. Oktober durch Vereine, Verbände, Institutionen und Einzelpersonen der Landeshauptstadt Schwerin eingereicht werden. Eine unabhängige Jury entscheidet bis Ende des Jahres über die Preisvergaben. Die Preisverleihung findet dann jeweils zu Beginn des Folgejahres statt.

Preisträger 2025

Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erlebten im Januar 2026 beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Landeshauptstadt im Theaterzelt am Franzosenweg einen spannenden Abend mit starken kulturellen Akzenten.

So wurde auf der Veranstaltung auch wieder traditionell der Kunst- und Kulturpreis der Sparkassen-Stiftung verliehen. Im Mittelpunkt standen Beiträge zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Insgesamt zehn Vorschläge lagen zur Entscheidung vor. Der Kunst- und Kulturpreis 2025 wurde zu gleichen Teilen an Sabine Klemm, Initiatorin und Sprecherin der Stolperstein-Initiative Schwerin, den Bildhauer Nando Kallweit und den Künstler Tino Bittner vergeben.

Neujahrsempfang und Preisverleihung (Video TV Schwerin)
 © Martin Klähn / Sabine Klemm mit Rabbi Wolff

Sabine Klemm für die Stolperstein-Initiative Schwerin

Die Stolperstein-Initiative Schwerin spielt seit vielen Jahren eine zentrale Rolle in der lokalen Erinnerungskultur. Durch das Verlegen von Stolpersteinen im öffentlichen Raum erinnert sie an die Menschen, die während der NS-Zeit aus Schwerin vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Diese dezenten Gedenkzeichen machen die Geschichte unmittelbar erfahrbar, denn sie befinden sich dort, wo die Opfer einst lebten und wirkten. So wird die Vergangenheit nicht in Museen oder Archiven eingeschlossen, sondern bleibt sichtbar und greifbar im Alltag der Stadtgesellschaft. Die Initiative trägt damit dazu bei, individuelle Schicksale zu bewahren und ein aktives Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

Heute gibt es in Schwerin insgesamt 98 Steine sowie eine Stolperschwelle. Diese erinnert an die Ermordung von mehr als 200 Patienten der damaligen „Anstalt für geistesschwache Kinder“ auf dem Schweriner Lewenberg. Die vor den letzten Wohnorten dieser Menschen verlegten Steine erinnern an NS-Opfer aus allen Bevölkerungsgruppen, Juden und Nichtjuden, Denunziationsopfer, Opfer des NS-Euthanasieprogramms, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Gewerkschafter und Christen.

Portrait Sabine Klemm
 © Nando Kallweit

Nando Kallweit, Bildhauer

Nando Kallweits Arbeiten im öffentlichen Raum befinden sich teils an prominenten Orten und sind im besten Sinne des Wortes Kunst für alle. Zu seinen Werken in Schwerin zählen die drei roten Frauenfiguren Stolz, Wehrhaftigkeit und Fruchtbarkeit“ am Ufer des Ostorfer Sees, die „Große Blumen“ als Markantes Willkommenssymbol der Bundesgartenschau 2009 am Ortseingang Schwerins, die Arbeit „Wasser“ im Kreisverkehr Schwerin-Neumühle als künstlerische Anspielung auf das benachbarte Wasserwerk der Stadt und der Drache „Nandolino“ am Südufer des Pfaffenteichs. 2011 wurde die Skulptur in Form eines Drachens zum 20-jährigen Jubiläum des Drachenbootfestivals am Pfaffenteich aufgestellt - und schnell gerade bei den Kindern beliebt. Inzwischen wurde in die Jahre gekommene Holzskulptur durch eine Statue aus Bronze ersetzt.

Portrait Nando Kallweit
 © Rainer Cordes / Künstler Tino Bittner

Tino Bittner, freier Künstler, für das Fassadenprojekt „Aller Hand“

Tino Bittner bringt als freier Künstler überraschende Impulse in den öffentlichen Raum: Mit kreativen Interventionen verwandelt er Fassaden und Plätze in lebendige Orte, die ganz neue Perspektiven eröffnen. Besonders das Projekt „Aller Hand“ zeigt, wie Kunst moderne und historische Elemente miteinander verbindet, das bekannte Schwerin erfrischend neu interpretiert und verjüngt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch – mit seinen Händen, die erschaffen, gestalten, erleben und ausdrücken. Tino Bittner nimmt sich – nicht nur für das Projekt „Aller Hand“ sondern auch für andere künstlerische Arbeiten – Teile des öffentlichen Raumes und formuliert diesen um. Das Projekt ist in seiner Wirkung weitreichend und vielschichtig. Über Monate kann die Öffentlichkeit den Entstehungsprozess verfolgen: Menschen bleiben stehen, schauen zu, kommen miteinander ins Gespräch – neue Verbindungen entstehen. Bittners Wandbilder wirken zudem als ästhetische Fixpunkte im Stadtraum: sorgfältig erarbeitet, aufwändig umgesetzt und hochwertig gestaltet. Sie laden dazu ein, tiefer in Beziehungen einzutauchen, können anregen, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu entdecken – oder ganz schlicht einfach gefallen.

Portrait Tino Bittner

Preisträger der letzten Jahre

2024
 © Sehl / Hans-Joachim Falk

Unter dem Motto "Botschafterinnen und Botschafter eines lebendigen Kulturerbes" wurde der Kunst- und Kulturpreis 2024 an Hans-Joachim Falk, Gästeführer und Chronist, an Karen Obenauf, Illustratorin und Art Direktor sowie an das Team Sophia Maeno, Mezzosopranistin, und Dr. Reinhard Wulfhorst, Verleger, vergeben.

Hans-Joachim Falk

Die Auszeichnung für sein Lebenswerk ging an den Gästeführer und Chronisten Hans-Joachim Falk. Als Gästeführer ist Hans-Joachim Falk vielen Schwerinern und Touristen bekannt. Mit seinem engagierten Einsatz bei der Verbreitung der Stadtgeschichte Schwerins bewahrt er sie vor dem Vergessen. Als Beispiele sind hier vor allem das Buch „Zu regem Besuche ladet höflichst ein…“ zur Geschichte der Schweriner Hotels und Restaurants oder auch der Prachtband zum 850-jährigen Stadtjubiläum „Schwerin – Altstadt bis Zippendorf“ zu nennen. Auch die Bewerbung Schwerins als Weltkulturerbe der UNESCO lag ihm besonders am Herzen. Seine Gäste hat er bei Führungen immer wieder auf die Einmaligkeit des Residenzensembles Schwerin in Deutschland hingewiesen. Hans-Joachim Falk verkörperte quasi den lebendigen Werbeträger für die Landeshauptstadt Schwerin. Der aktive und langjährige persönliche Einsatz von Hans-Joachim Falk für die Landeshauptstadt ist ein bewundernswertes Lebenswerk und verdiente diese Auszeichnung.

Karen Obenauf

Die Auszeichnung für ihr gesellschaftliches Engagement ging an die Illustratorin und Art Director Karen Obenauf. Karen Obenauf ist eine waschechte Schwerinerin und hat ihre beruflichen Grundlagen an der Designschule in Schwerin erworben. Sie ist in Schwerin verwurzelt, was sich auch in ihren Arbeiten und im persönlichen Engagement widerspiegelt. So gestaltet Karen Obenauf die Motive der Schlossfestspiele, sie ist mit Leinwänden in den Schulen, gibt Workshops in den Schulen oder übernimmt die CI-Gestaltung von gemeinnützigen Vereinen in Schwerin. Ein Projekt 2024 war das Magazin „Zustandsübergänge – Erinnerungen an 1989“, in dem sie O-Töne der Schweriner Stadtgesellschaft zum Thema „Mauerfall“ einfing, mit unaufdringlichen Bildern illustrierte und thematisch passend im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit mit dem Magazin veröffentlichte.

Sophia Maeno & Dr. Reinhard Wulfhorst

Die Mezzosopranistin Sophia Maeno und der Verleger Edition Massonneau Dr. Reinhard Wulfhorst sind künstlerisch gesehen ein Dream-Team. Dr. Reinhard Wulfhorst hat sich auf Noteneditionen von musikalischen Wieder- und Neuentdeckungen spezialisiert, die in einer besonderen Beziehung zu Mecklenburg-Vorpommern stehen. Er bereitet sozusagen einen musikalischen und intellektuellen Schatz wieder auf. Sophia Maeno wiederum gibt in ihrem Repertoire diesem regionalen musikalischen Kulturerbe einen festen Platz. In jüngster Zeit erinnerte sie beispielsweise sehr lebendig und eindrucksvoll an die am Hofe von Ludwigslust tätige Komponistin Sophie Westenholz (1759–1838) und den in Schwerin wirkenden Komponisten Friedrich Wilhelm Kücken (1810–1882). Sophia Maeno ist eine Projektentwicklerin. Sie lässt verschiedenste kulturelle Genres miteinander verschmelzen, verbindet diverse Akteure zu einem künstlerischen Ensemble und reaktiviert Kulturorte der Stadt. Die Musik und die Gesangsdarbietungen Maenos sind stets sinnliche, witzige und dramatische Höhepunkte. Mit den Wieder- und Neuentdeckungen von Noteneditionen durch Dr. Reinhard Wulfhorst nimmt Sophia Maeno das Publikum auf eine Reise durch alle Epochen mit. Den Zuhörern wird dabei ein kurzweiliger Einblick in das musikalische Kulturerbe dieser Region geboten. 

2023
 © Granitza

Der von der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin in Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin ausgelobte Kunst- und Kulturpreis ging 2023 erneut an vier Preisträger. Diesmal zu den Themen Inklusion und Lebenswerke. Mit dem Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro wurden das inklusive Ensemble „KONtegra“, Adalbert Strehlow, die inklusive Band „Kaktus“ und Xenia Kitschler ausgezeichnet. 

Ensemble „KONtegra“

Die Auszeichnung für Inklusion ging an das inklusive Ensemble „KONtegra“ des Konservatoriums Schwerin. Seit mehr als 20 Jahren steht das Ensemble unter der Leitung von Friederike Steinberg. Die hervorragende Arbeit des Instrumentalensembles spiegelt sich in den musikalischen Ergebnissen wider. Das Ensemble ist offen für alle, die gemeinsam musizieren wollen, unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache oder musikalischen Fähigkeiten. Für ihr Engagement bei der Inklusion im Bereich Musik erhielt das inklusive Ensemble „KONtegra“ die Ehrung.

Band „Kaktus“

Eine weitere Auszeichnung für Inklusion ging an die inklusive Band „Kaktus“ des Konservatoriums Schwerin. Unter der Leitung von Hannes Richter und Friederike Steinberg probt die Band eigene Titel und Titel anderer Musiker. Das Ergebnis überzeugt in musikalischer Hinsicht zu 100 Prozent. Ziel ist es, die Ensemblemitglieder zu immer mehr  musikalischer Selbständigkeit im gemeinsamen Musizieren zu führen und musikalisch  weiterzuentwickeln. Für das Engagement bei der Inklusion im Bereich Musik erhielt die inklusive Band „Kaktus“ die Ehrung.

Adalbert Strehlow

Die Auszeichnung für sein Lebenswerk ging an Adalbert Strehlow. Als Dirigent und künstlerischer Leiter des Orchesters Collegium musicum Schwerin e. V. hat er in besonderer Weise sein Leben der Musik gewidmet. Dies stellt sich nicht nur in einem langen, erfüllten Berufsleben dar, sondern in ganz ungewöhnlicher Weise im Wirken im Ehrenamt. Mit seinem  Orchester hat er den Bekanntheitsgrad Schwerins und des Landes Mecklenburg als Zentren einer anspruchsvollen Musikkultur und reichen Musiktradition weit über die regionalen Grenzen hinausgetragen. Für sein außergewöhnliches Engagement im Bereich Musik erhielt Albert Strehlow die Ehrung.

Xenia Kitschler

Die Auszeichnung für ihr Lebenswerk ging an Xenia Kitschler. In ihrem langjährigen Wirken als Erzieherin in der Kita „Rappelkiste“ in Schwerin hat sie unzähligen Kindern mit viel Freude und Engagement das Musizieren und das kreative Gestalten mit auf den Weg gegeben. Musik fördert die Entwicklung eines Kindes. Es lernt leichter sprechen, lernt sich rhythmisch zu bewegen oder auch vieles besser im Gedächtnis zu behalten. In diesen frühen Kindheitsjahren wurden die Grundlagen für die Kreativität der Kinder gelegt. Für ihr Engagement im Bereich der musikalischen Früherziehung erhielt Xenia Kitschler die Ehrung.

2022
 © Cordes / Preisträger 2022

Der Kunst- und Kulturpreis 2022 ging an vier Preisträger, die sich mit besonderer Initiative und Engagement verdient gemacht haben. Gewürdigt wurden die vielen kreativen Ideen, die Erzeugung einer großen Publikumsresonanz sowie die unverzichtbare Wirkung der künstlerischen und kulturellen Leistungen. Alle Akteure haben dazu beigetragen, die Vielfalt der kulturellen Landschaft in Schwerin zu erhalten.

Jugendsinfonieorchester Schwerin

Die Auszeichnung würdigte die eigenverantwortliche Ensemblearbeit. Hervorgehoben wurde die Eigeninitiative und die Verantwortung der jungen Musiker vom Konservatorium Schwerin und der Kunst- und Musikschule ATARAXIA e. V. In Kooperation mit dem Welterbe Schwerin Förderverein e. V. wurde das JSO zum Botschafter für das Schweriner Erbe bestellt. In dieser Funktion wird es den Schweriner Welterbe-Gedanken auf seinen Konzerten in Schwerin und auch überregional verbreiten.  

Manuela Kolditz-Hermelschmidt

In ihrem langjährigen Wirken hat die freiberuflich arbeitende Musikerin unzähligen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit viel Freude und Engagement einen Weg zum Musikmachen gezeigt. Aufgrund ihres Allround-Talents ist sie in vielen Gruppen und Bands aktiv. Manuela Kolditz-Hermelschmidt gehört aufgrund ihres Engagements vor allem im Kinder- und Jugendbereich genauso zum Stadtbild von Schwerin wie das Petermännchen. Für ihr Engagement im Bereich Musik erhielt Manuela Kolditz-Hermelschmidt die Ehrung.

Initiative musikKlub

Die Akteure des Open Air Projektes musikKlub erhielten die Auszeichnung insbesondere für die kulturelle (Wieder-)Belebung in der Innenstadt. Die Initiatoren sind der Musiker Carsten Stotco und der Schauspieler Martin Neuhaus (Konzeptentwicklung und Umsetzung) in Kooperation mit Gerit Kühl, Leiterin der Schweriner Musik- und Kunstschule ATARAXIA (Projektverantwortlichkeit). Mit ihrer Idee hat die Projektgruppe Künstlerinnen und Künstlern in einer schwierigen Zeit eine Bühne geboten. Gleichzeitig war der Dienstagabend auf dem Marktplatz über Monate ein fester Termin für viele Schweriner. Der musiKKlub verwandelte einen um diese Zeit relativ leeren Platz zum beliebten Treffpunkt für Einheimische und Touristen. 

Steffi Küchenmeister

Die Tanzlehrerin erhielt die Auszeichnung für ihr Einzelengagement in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit. Sie trainiert drei Schweriner Hip-Hop Turniergruppen mit den Namen „Shiny Steps“ (8-10 Jahre), „Sparky-Feet“ (10-12 Jahre) und „Funky Diamonds“ (13-16 Jahre) und feiert mit diesen seit vielen Jahren nicht nur deutschlandweit im Formationstanz große Erfolge. Die nachhaltige Arbeit wirkt sich positiv auf die gesamte Persönlichkeit der Kinder aus. Am Ende sind es nicht immer die Platzierungen, die wichtig waren, sondern viel mehr die Begeisterung für Tanz und Bewegung, ein besseres Sozialverhalten, Zusammenhalt und eine gesteigerte Teamfähigkeit. Für dieses Engagement erhält Steffi Küchenmeister die Ehrung.

2021
 © Landeshauptstadt Schwerin / Hendrik Grygas

Die 2021 ausgelobten Kunst- und Kulturpreise wurden für zwei Debüts und zwei Lebenswerke vergeben. Die Ehrungen der vier Preisträgerinnen und Preisträger wurden am 24. Februar 2022 in der historischen Kundenhalle der Sparkasse in der Wismarschen Straße von Sparkassenvorstand Kai Lorenzen und Oberbürgermeister Rico Badenschier vorgenommen.

 

Die Band Luna Soul

wurde für ihre Debüt-Arbeit ausgezeichnet, deren erstes Album „Hills of Time“ im Dezember 2019 erschien. Die Band versteht sich als musikalischer Zusammenschluss von Kulturen, Sprachen und Genres. Sie veröffentlichte im Oktober 2019 die Single-Auskopplung mit dem Titel „Higher“ und einem dazu produzierten Musik-Video. Drehort zum Video „Higher“ waren sehenswerte Plätze in der Landeshauptstadt Schwerin. Tänzerinnen und Tänzer des Ballett-Ensembles des Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin runden das Video mit einer eigenen Choreografie ab.

Der Autor Björn Stephan

ist bereits für seine Reportagen vielfach ausgezeichnet worden und erhält den Kunst- und Kulturpreis der Sparkassenstiftung für seinen ersten Roman „Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau“. Das wundervolle Werk ist sein literarisches Debüt. Es erzählt mit viel Einfühlungsvermögen, Witz und Melancholie von der ersten Liebe und dem Aufwachsen in den Ruinen eines verschwundenen Landes. „Der Held sucht nach besonderen Worten, sein Autor hat sie immer wieder gefunden“, lobt der Schriftsteller Benedict Wells den Autor.

Der Musiker Reinhard Lippert

gilt als ein Schweriner Wahrzeichen kreativen Musikgebarens. Er belebt seit vielen Jahrzehnten wie kaum ein anderer Musiker das kulturelle Leben in und um Schwerin. Reinhard Lippert engagiert sich in vielen Ensembles in den unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen. Dabei bewegt er sich zwischen zeitgenössischer Musik, Romantik und Filmmusik und lässt die Grenzen sogenannter U- und E-Musik spielerisch verschwimmen. Reinhard Lippert ist nicht nur Musiker, sondern auch Rhetoriker, Autor von Prosatexten und Gedichten sowie Maler. Sein Werk ist riesig, ungewöhnlich, einzigartig. Für dieses außergewöhnliche Engagement gebührt ihm die Ehrung.

Der Künstler Hans-Joachim Bruhn

wurde ebenfalls für sein Lebenswerk geehrt. Hanning Bruhn ist seit mehr als fünf Jahrzehnten in Schwerin als Künstler tätig. Ein Blick auf sein vielfältiges Werk – bestehend aus Malerei, baubezogener Kunst, Plastik und Installationen – zeigt, dass er eng mit der Stadt, ihrer Gesellschaft, ihren Gebäuden und der umliegenden Landschaft verbunden ist. In Würdigung seiner außergewöhnlichen Lebens- und Arbeitsleistung und seines unnachahmlichen Engagements erhielt er diese Ehrung.

2020
 © TV Schwerin / Preisübergabe Dr. Rico Badenschier, Oberbürgermeister und Gabriele Szymanski, Kunst-Wasser-Werk e. V.

Im Dezember 2020 kam die Jury zusammen und hat aus einer Vielzahl von Bewerbungen ohne Themenschwerpunkt vier Preisträger ermittelt. Die Preisverleihung fand, bedingt durch die Corona-Pandemie, nicht im Rahmen des gemeinsamen Neujahrsempfanges der Landeshauptstadt Schwerin und der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin statt. Aus diesem Grund wurden die Auszeichnungen vom Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier und vom Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin Kai Lorenzen persönlich vor Ort an die Preisträger übergeben.

Förderverein Alter Friedhof Schwerin e. V.

Ziel des Vereins ist es, dass der Friedhof nicht nur als historisches Gedächtnis der Stadt und des Landes wahrgenommen wird, sondern auch als ein Ort der lebendigen Begegnung und des Austausches über Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Die Restaurierung und der Erhalt kultur- und stadtgeschichtlicher Grabdenkmale ist neben der Erforschung und Vermittlung der damit verbundenen Personengeschichten der Kern der Vereinsarbeit.

Kunst-Wasser-Werk e. V.

Der 2008 gegründete Verein gehört spätestens seit 2015 zur anerkannten Kulturlandschaft Schwerins. Das Kunst-Wasser-Werk ist ein Ort der zeitgenössischen Kunst, der belebenden Ruhe, ein Ort der zum Schaffen anregt und durch seine Vernetzung Menschen trotz unterschiedlicher Charaktere und Kunstrichtungen zusammenführt. Der Verein sucht die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Ziel zum WIR.

Männerchor "ffortissibros"

Die 12 jungen Männer - alles gebürtige Schweriner - sind zwischen 20 und 24 Jahre alt und setzten sich für die Erhaltung und Verbreitung der klassischen Männerchorliteratur ein. Mit ihren Arrangements wollen sie der Chortradition neue Impulse geben und diese Musik auch für jüngere Sänger und Zuhörer zugänglich machen. Die Kompositionen von Friedrich Wilhelm Kücken, der sich im 19. Jahrhundert immer wieder in Schwerin aufhielt, spielen in ihren Programmen eine wichtige Rolle.

Freie Redaktionswerkstatt

Das ehrenamtliche Redaktionsteam erhielt die Auszeichnung für das Projekt „Worttagebau“ – Lyrik trifft Grafik, Fotografie und Malerei. Dahinter verbirgt sich ein kleines Heft mit bunten Fotos, idyllischen Malereien und spannenden Grafiken neben kleinen und größeren Stücken von Lyrik, Prosa und Liedtexten. Die Beiträge sind von Menschen aus Schwerin und dem Umland eingereicht. Es soll allen Menschen Mut machen, sich im kreativen Schreiben oder Malen auszuprobieren, und ihnen eine Plattform bieten. Inzwischen sind bereits 5 Hefte erschienen, die sogar schon in so manchen Berufsschulunterricht Einzug gehalten haben.

 

2019
 © Reinhard Klawitter

Mit dem Kunst- und Kulturpreis 2019 würdigte die Stiftung Projekte bzw. Einrichtungen zum Thema „Medien in der Kulturarbeit“. Es lagen insgesamt zehn Einreichungen zur Entscheidung vor. Diskutiert und bewertet wurden diese von einer Fachjury, in der unter anderem Antje Schunke, Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, Ulrike Auge, Fachgruppe Wirtschaft und Tourismus in der Landeshauptstadt Schwerin sowie Jörg Velten von der Medienanstalt M-V, mitwirkten.

Der 1. Preis ging an Manuela Koska und Felix Conradt für Ihre Dokumentation „Heimat – Ich bin ein Mensch“. Diese Dokumentation aus Fotografien und Gesprächen, wurde für eine umfangreiche Wanderausstellung und einen begleitenden Katalog zusammengestellt. Die Arbeit entstand unter Einbeziehung digitaler Fotografie, Webinhalten und Videos. Neben der Vermittlung von Medienkompetenz überzeugte das Projekt durch seine hohe soziale, gesellschaftliche und kulturelle Relevanz.

Der 2. Preis wurde dem Tanztheater Lysistrate am Goethe-Gymnasium Schwerin für ihr Tanztheater-Film-Projekt „Immerzu.Immerzu!*frei nach Büchners Woyzeck“ verliehen. Die Besonderheit dieser Inszenierung liegt in der Kombination von unterschiedlichen künstlerischen Mitteln. Neben der künstlerisch-ästhetischen Bildung umfasst das Projekt auch eine Auseinandersetzung mit einer gesellschaftlich brisanten, politischen Thematik – der Spaltung der Gesellschaft.

Der 3. Preis ging an das Mecklenburgische Förderzentrum für Körperbehinderte in Schwerin mit ihrem Animationsfilm in Anlehnung an Godzilla. Im Zeitalter der digitalen Welt lernen die Jugendlichen mit digitaler Technik umzugehen. Mit diesem Filmprojekt, welches mit der Stop-Motion-Technik gedreht wurde, wurde den Jugendlichen die frühere, analoge Zeit nähergebracht.

2018
 © MST Silke Winkler / Kooperationsprojekt Brundibàr

Mit dem Kunst- und Kulturpreis 2018 würdigte die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg Schwerin und die Landeshauptstadt Schwerin Projekte bzw. Einrichtungen zum Thema „Jugendkultur/Kulturvermittlung/Bildung“. Insgesamt lagen acht Vorschläge zur Entscheidung vor. Diskutiert und bewertet wurden diese von einer Fachjury, in der u. a. Antje Schunke, Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, Sophie Aniszewski, Projektleiterin Künstlerbund MV sowie Birgit Baumgart, Museumspädagogin mitwirkten. Es wurden drei Preisträger ermittelt:

Verein Schweriner Spielleute 1990 e. V.

Neben dem Spaß und der Freude am gemeinsamen Musizieren lernen die Jugendlichen Rücksichtnahme, Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und Disziplin. Die künstlerischen Ergebnisse sind auf Stadtfesten, Jubiläen oder Umzügen in der Stadt zu erleben. 

Schulzirkus „Waldionelli“ der Waldorfschule

Seit über 15 Jahren ist der Schulzirkus „Waldionelli“ im Einsatz. Die Schüler tragen stolz ihre akrobatischen Kunststücke u. a. bei Stadtfesten vor. Besonders beeindruckend ist die Beständigkeit dieser Schul-AG, welche vor allem auf die Motivationsfähigkeit und das Engagement der Lehrer zurückzuführen ist. 

Kooperationsprojekt „Brundibár“

Im Rahmen des Festivals „Verfemte Musik“ wurde das Projekt als Kinderoper mit 120 Kindern und Jugendlichen realisiert, die generationsübergreifend Geschichte hautnah erlebt haben.

2017
 © albert-art/Klaus-Joachim Albert

2018 würdigte die Stiftung herausragende Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Insgesamt lagen zwölf Vorschläge zur Entscheidung vor. Konstruktiv diskutiert und bewertet wurden diese von einer Fachjury, in der unter anderen die Kunsthistorikerinnen Antje Schunke, Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, und Dr. Christina May vom Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern mitwirkten. Der Kunst- und Kulturpreis wurde in drei Kategorien vergeben.

Kategorie Lebenswerk

Kunst- und Kulturpreisträger 2017 für sein Lebenswerk ist der Künstler Klaus-Joachim Albert. Die künstlerischen Arbeiten des namhaften Metallbildhauers haben nationale und internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren. Zu den herausragenden Aktivitäten des Künstlers gehören neben seinen bemerkenswerten Kunstwerken die Internationalen Bildhauersymposien in Wiligrad und Schwerin. Die vielfältigen künstlerischen Ergebnisse haben im Stadtbild der Landeshauptstadt ihren Platz gefunden und prägen es noch heute mit. Wichtige Akzente im Kunstleben von Mecklenburg-Vorpommern setzte Albert mit seiner Arbeit im Kunstverein Wiligrad. Beeindruckend ist sein Bemühen, Kunst und Kultur in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.  

Kategorie Moderne Kunst & Innovation

Preisträger in der Kategorie Moderne Kunst / Innovation ist der Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin. Mit der Ausstellung MADGERMANES / Mystery of Foreign Affairs  widmete sich der Verein einem bislang wenig bekannten Kapitel der DDR-Außenpolitik. Als „Madgermanes“ bezeichnen sich die ehemaligen Vertragsarbeiter aus Mosambik, die zwischen 1979 und 1991 in der ehemaligen DDR lebten und arbeiteten. Nach der Wende in ihre Heimatländer zurückgeschickt, kämpfen die „Madgermanes“ bis zum heutigen Tag, um die Auszahlung eines Großteils ihrer Gehälter und die Auszahlung ihrer Sozialversicherungsbeiträge. Die Ausstellung hat dazu beigetragen, diese Geschichte im öffentlichen Raum und somit in der öffentlichen Wahrnehmung zu aktualisieren. Es wurden Skulpturen und Fotografien, Malerei und Grafik, Videos und Installationen zeitgenössischer Künstler/innen im öffentlichen Raum Schwerins und in den Ausstellungsräumen des Kunstvereins gezeigt. Aufbereitetes Filmmaterial gab einen Einblick in die ambivalente Außenpolitik der ehemaligen DDR im postkolonialen Afrika, die in großen Teilen nahezu unbekannt ist – wenngleich sie bis heute auf vielfältige Weise soziokulturell und gesellschaftspolitisch nachwirkt.

Kategorie Bürgerschaftliches Engagement

Für bürgerschaftliches Engagement ist der Verein „Die Platte lebt“ mit seinem Projekt „Müll ist Mangel an Fantasie“ ausgezeichnet. Im Stadtteil Mueßer Holz wirkt dieses Kulturprojekt aktiv im öffentlichen Raum. So hat der Verein gemeinsam mit weiteren Vereinen und Bewohnern aus dem Stadtteil das Projekt „Plattenpark“ ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Gemeinsam den eigenen Lebensraum gestalten“ ist zwischen 2014 und 2017 auf einer Brachfläche im Mueßer Holz ein ungewöhnlicher Erlebnispark aus kreativen Objekten entstanden. Weitere Objekte sind geplant. Mit dem Preisgeld soll zukünftig ein Künstler in die Gestaltung der Fläche einbezogen werden und künstlerische Impulse vermitteln.

2016
 © Reinhard Klawitter / Künstler: Sander, Bittner, Dettmann

Der Kunst- und Kulturpreis 2016 würdigte Menschen und Projekte zum Thema Malerei. 22 Bewerbungen wurden von einer fachkundigen Jury, u. a. mit der Malerin Miro Zahra, konstruktiv diskutiert und bewertet.

Den ersten Preis erhielt  das Künstlerteam Tino Bittner, Udo Dettmann und Thomas Sander. Mit ihrem Projekt „Dezernat 5 – Galerie für aktuelle Kunst“ präsentieren sich die Künstler dem Schweriner Publikum seit über sieben Jahren mit aktuellen Arbeiten. In ihren Bildern, Objekten sowie mit ihrer Video- und Digitalkunst beschreiten sie stets neue Wege bei der Vermittlung von zeitgenössischer bildender Kunst. Ihre Ausstellungen sind mittlerweile aber nicht nur in Schwerin und Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Die Künstlerfreunde haben sich längst schon über die Landesgrenzen hinaus, in Deutschland und im europäischen Ausland einen Namen gemacht. Als Teilnehmer auf Kunstmessen und mit Ausstellungen in Schwerins Partnerstädten ist die Galerie zu dem zum Werbeträger für die Landeshauptstadt geworden. In der künstlerisch-kulturellen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zeigen die Künstler ein großes Engagement.

Mit dem zweiten Preis wurde Ute Laux ausgezeichnet. Sie ist seit 1987 freiberuflich als Malerin und Grafikerin in Schwerin tätig. Ihr Atelier und eine eigene Galerie hat die Künstlerin auf der Insel Hiddensee. Ihre Werke zeichnen sich durch Qualität und Anspruch aus. In zahlreichen Ausstellungen können die Bilder, Drucke und Skulpturen von Ute Laux besichtigt werden. Damit repräsentiert die Künstlerin die Landeshauptstadt in besonderer Weise. Neben der Malerei ist die Schweriner Künstlerin in vielfältigen Projekten in der Landeshauptstadt aktiv. So engagiert sich Ute Laux in der künstlerischen und kunsttherapeutischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie an der Musik- und Kunstschule „ATARAXIA“.

Dritter Preisträger wurde der Schweriner Maler Gerhard Reinisch für sein Lebenswerk. Seit Anfang der 70-er Jahre ist Schwerin die Heimat des gebürtigen Bernburgers. In seinem Atelier hat der freischaffende Maler und Grafiker viele Bilder mit Blick auf Mecklenburg und Vorpommern geschaffen. Die Breite seines Wirkens zeigen künstlerische Stadt- und Wandgestaltungen zum Beispiel in der Burgstraße, der Grünen Straße und den Schweriner Höfen. Dazu kommen Aktivitäten in der künstlerischen Ausbildung in der Volkshochschule, im Kulturbund und als Herausgeber von Büchern. Eindrücke seiner Reisen durch fremde Länder wie Mexiko, Thailand, Syrien oder Jordanien verarbeitet der 80-Jährige in seinen Kunstwerken. Kunstinteressierte hatten bereits vielfach die Möglichkeit, die Arbeiten von Gerhard Reinisch in Ausstellungen im In- und Ausland zu besichtigen.

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