Am 27. Mai 1946 nahm unter der Leitung von Ehm Welk die Volkshochschule in Schwerin den Programmbetrieb wieder auf – ein Meilenstein des kulturellen Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg. In diesem 90-Minuten-Vortrag beleuchten wir Hintergründe, Gründungsschritte und institutionelle Herausforderungen dieser Volksbildungsinitiative, die sich noch 80 Jahre später positiv auswirkt.
Ein zentrales Thema wird der literarisch-kulturelle Konflikt sein, der kurz darauf in der Stadt entbrannte: der sogenannte „Adam Scharrer-Welk-Streit“. Scharrer, der bekannte Arbeiterschriftsteller und nach Kriegsende in Schwerin aktiv, geriet 1947/48 in eine Auseinandersetzung mit Welk über das Verhältnis von „bürgerlicher“ Literatur und neuem sozialistischem Realismus. Bei einer Podiumsdiskussion im Umfeld des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands erlitt Scharrer einen Herzinfarkt – ein dramatisches Ende dieser Debatte.
Der Vortrag richtet sich an alle, die an der Geschichte der Erwachsenenbildung, an Literatur- und Kulturgeschichte sowie an den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen der Nachkriegszeit interessiert sind.
Wir laden Sie herzlich ein, mit uns in die spannende Gründungszeit der Volkshochschule Schwerin einzutauchen – ein Blick auf Aufbau-, Bildungs- und Debattengeschichte in einem außergewöhnlichen Jahr 1946.
Ehm Welk und die Volkshochschule 1946 - Zwischen Aufbau und Kontroverse
| Wann findet die Veranstaltung statt? | ||
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| am 27.05.2026 | um 18:00 Uhr | In Kalender eintragen |
