§ORTSRECHT

Zeitreise in Mueß - Sommer 1910

© Landeshauptstadt Schwerin/Gesine Kröhnert

Damals... vor hundert Jahren - Veranstaltung fällt 2020 leider aus!

 © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Über 40 Darsteller bevölkern ein Wochenende lang die historischen Bauernhäuser im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß – auch Gebäude, die sonst nicht geöffnet sind.

Wir schreiben das Jahr 1910. Den „alten Fritz“ schätzen sie alle im Dorfe. Fritz Reuter den großen Dichter Mecklenburgs. Er schrieb ihre Geschichten, die Geschichten des Volkes, verfasst in der Sprache des Volkes – in Niederdeutsch. Die Mecklenburger liebten schon immer ihre heimatverbundenen Originale. Und da Fritz Reuter in diesen Tagen – anno 1910 – seinen 100. Geburtstag gehabt hätte, gibt es natürlich einen guten Grund zu feiern. Doch vor dem Vergnügen muss noch hart gearbeitet werden.

Heiß ist es in diesem Sommer. Die Ernte muss eingefahren werden. Schon früh am Morgen klingen die hohen Hammerschläge aus der Schmiede. Und der Tag beginnt mit harter Arbeit auf den Wiesen, in den Gärten, in den Ställen, an den Öfen und Herden. Der Dorfschullehrer Friedrich Beckmann treibt seine Schüler trotz Hitze und Erntezeit zu Höchstleistungen an den Schulbänken in seinem Heimatkundeunterricht. Im Kolonialwarenladen preist Anneliese Rehhagen duftende Seifen und köstliche Schokoladen aus fernen Ländern an. Der Mecklenburger an sich schnuppert mal dran und fragt sich: "wat dat woll soll!?" Aber zum Glück kommen auch Touristen aus der Stadt vorbei und schätzen ebenso die reizvollen Ansichtskarten und das Austbier, natürlich auch Kaffee und Kuchen gleich nebenan in der Dorfschenke der Wirtin Charlotte. Pfarrer Johann Fürchtegott Schütt hat allzeit ein Auge auf seine Schäfchen. Hier und da "kiekt hei in dat een or anner Huus in un hiert, wat de Lüüd up'n Harten hebb'n". Der Landmesser Frobenius misst die Fläche für das neue Haus der Hufe 4 neu ein. Das alte Gebäude brannte durch Blitzschlag bis auf die Grundmauern nieder. In der Büdnerei kochen und backen Karoline Beckmann, Tochter und Enkeltochter, damit „se ok all satt war’n“. Auch die beiden Wohnungen der Häuslerei gegenüber vom Museum sind zwei Tage lang von Familien bewohnt. In der Küche der Büdnerei kochen und backen die Familien für die Mahlzeiten. Auch Besucher können von der einen oder anderen Leckerei naschen.

Die Darstellergemeinschaft "Zeitreise Mueß" sind Freunde des Freilichtmuseums. Sie kommen aus Mueß, Schwerin und Umgebung, aber auch von weit her. Für zwei Tage – genauer am 18. und 19. Juli – ziehen sie wieder in die Bauernhäuser des Freilichtmuseums Schwerin-Mueß ein. Alles ist original aus der Zeit von damals: Gebäude, Alltagsgegenstände, Werkzeuge, Kleidung, Rezepte, Geschichten. Genauso lebten unsere Vorfahren auf dem Dorf: in einfachen Verhältnissen, verbunden mit schweißtreibender Arbeit und in gegenseitiger, nützlicher, familiärer und sozialer Gemeinschaft.

Die Darsteller setzen sich teilweise schon seit vielen Jahren mit dem Alltagsleben in der Zeit um 1900 auseinander, kennen sich also hervorragend aus. Gewinnen Sie in Gesprächen mit den Darstellern, beim Dorfschulunterricht und auf Führungen neue lebendige Einblicke in das Alltagsleben in einem Mecklenburger Dorf vor 100 Jahren! Spüren Sie auf dieser Zeitreise ganz unmittelbar und mit allen Sinnen das Leben von damals nach!

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Kontakt

Landeshauptstadt Schwerin
Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß
Alte Crivitzer Landstraße 13
19063 Schwerin
Tel.: 0385 208410
Fax.: 0385 20841-29
E-Mail: freilichtmuseum@schwerin.de
www.facebook.com/FreilichtmuseumSchwerin

Landeshauptstadt Schwerin

Gesine Kröhnert
Museumsleiterin

+49 385 20841-16

Öffnungszeiten Saison 2020:

19. Mai bis 30. September 10 bis 18 Uhr
1. bis 31. Oktober 10 bis 17 Uhr

Dienstags bis sonntags sowie an allen Feiertagen geöffnet.

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