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© Landeshauptstadt Schwerin/Volker Janke

Mueß – heimatlich, historisch, idyllisch

 © Landeshauptstadt Schwerin/Volker Janke

Alte Bauernhäuser, blütenprächtige Obstgärten, uralte niederdeutsche Hallenhäuser und sogar eine alte Dorfschule: Das Freilichtmuseum Mueß zeigt sich als Fenster in die Vergangenheit und die Lebenswirklichkeit der Menschen vergangener Jahrhunderte.

Innerhalb des fast 7 Hektar umfassenden Dorfareals direkt am Südufer des Schweriner Sees können Sie als Besucher 17 museal eingerichtete Gebäude und Objekte besichtigen. Auf dem weitläufigen Gelände des Freilichtmuseums finden in der Saison Ausstellungen, Pflanzen- und Kunsthandwerkermärkte, Veranstaltungen mit traditioneller Musik, niederdeutsche Theatervorführungen, Märchenpuppenspiele, Seminare, Vorträge, Kinderfeste und vieles mehr statt.

Saisonabhängig können Sie bei uns auch Nutztiere wie Schafe, Bienen und Seidenraupen erleben. Verbringen Sie abwechslungsreiche Stunden mit ihrer ganzen Familie. Wir haben einen Spielplatz. Auf der Terrasse des Museumscafés können Sie zwischendurch neben Kaffeeduft auch das Zwitschern der Vögel und die Natur genießen. Es lohnt sich, einen ganzen Tag bei uns zu verweilen.

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Unsere Spezialgebiete:

Überliefertes bewahren und weiter geben
20.000 Bienen beziehen einen hohlen Baumstamm © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Wer weiß das noch?

Vieles, von dem, was die Menschen früher taten und wie sie es machten, ist heute kaum noch bekannt: die Mahd mit der Sense, das Buttern, altes Handwerk, das Herstellen von Gewebe, das Kultivieren von bestimmten Kräutern, Bäumen, Nutztieren usw. Heute kauft man Dinge im Laden oder erledigt etwas mit Maschinen. Früher wurde vieles selbst produziert und bearbeitet. Wenn etwas nicht mehr funktionierte oder kaputt ging, konnte man auf Alternativen ausweichen oder reparieren. Das Wertgefühl für das Entstehen und Nutzen von Alltäglichem scheint verloren. Oder etwa doch nicht?!

Wir bewahren und geben weiter

Im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß lagern die alten Handschriften und Bücher, die alte Erfahrungen und besonderes Wissen beinhalten. Dazu gehören z.B. alte heimatliche Hochzeits- und Frühlingsbräuche, Kochrezepte und Haushaltungsanweisungen.

Damit dieses Wissen nicht verloren geht, zeigen wir vieles davon in unseren pädagogischen Angeboten für Kinder und Jugendliche, erzählen darüber auf den Führungen oder pflegen selbst alte Traditionen auf dem Museumsgelände.

Auf unserer Streuobstwiese haben wir alte Obstsorten und am Rande einen Kräutergarten angepflanzt. Den Dorfschullehrergarten bearbeiten wir nach traditionellen Methoden, bauen dort die früher üblichen Gemüsesorten an und bereiten diese anschließend nach alter Art zu. Was von der Ernte übrig bleibt, trocknen wir oder wecken es für den Winter ein. Von den vielen schmackhaften Äpfeln lassen wir in einer Demeter-Mosterei in der Nähe Schwerins einen leckeren Saft pressen.

Saisonabhängig können Besucher unsere Seidenraupenzucht verfolgen und unsere Bienenvölker beobachten. Wir vermitteln dazu das Hintergrundwissen, z.B. zur Tuch- und Gewebeproduktion, Imkerei und auch der Fischerei.

Ferienkinder erleben bei uns die alten Spiele, probieren selbst aus, wie früher im Haushalt gewirtschaftet oder mit Naturmaterial gearbeitet und handwerklich umgegangen wurde.

Fast jeder der hier war, geht mit begeisterten Augen, Ohren, Händen, neuen Erfahrungen, Informationen und Emotionen nach Hause.

Volkskundliche Sammlungen - Richard Wossidlo
 © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Verborgene Schätze

Neben den vielfältigen Veranstaltungen, Ausstellungen und museumspädagogischen Angeboten gehören umfangreiche volkskundliche Sammlungen zum Freilichtmuseum für Volkskunde. Kaum ein Besucher ahnt, dass sich in verschiedenen Außenmagazinen der Einrichtung eine der bedeutendsten und vielschichtigsten Sammlungen ihrer Art in Mecklenburg-Vorpommern verbirgt.

Wossidlos Vermächtnis

Die eigentliche Sammlungsgeschichte ist untrennbar mit der unermüdlichen Sammeltätigkeit des mecklenburgischen Volkskundlers Richard Wossidlo (1859 – 1939) verbunden. Ihm verdankte die Sammlung im Jahre 1922 einen Zuwachs von 3263 Stück. Durch Schenkungen und Ankäufe vermehrten Wossidlo und seine Helfer in den folgenden Jahren ständig die Sammlungen. Bedauerlicher Weise kam es nach Kriegsende zu umfangreichen Verlusten, die insbesondere die Textilsammlungen in Mitleidenschaft zogen. Eine konsequente Trennung der volkskundlichen Bestände von den Kunstsammlungen – Anfang der 60er Jahre – gewährleistete ein zielgerichtetes Sammeln und Inventarisieren und trug dazu bei, Systematik in die Bestände zu bringen.

Verstärkte Sammeltätigkeit, Veröffentlichungen und die Zusammenarbeit mit anderen Museen und wissenschaftlichen Einrichtungen führten dazu, dass einzelne Sammlungsbestände kontinuierlich erweitert und wissenschaftlich aufgearbeitet wurden. Hervorzuheben sind hierbei insbesondere die Bestände Keramik, bäuerliches Mobiliar, Zunfthandwerk, ländlicher Schmuck, Trachten- und Uniformen, bäuerliches Arbeitsgerät, Haubenschachteln u.a. Insbesondere die ehemals bescheidene Glassammlung konnte in den letzten dreißig Jahren um nahezu 1000 Positionen erweitert werden. Diese überwiegend mecklenburgisches Waldglas umfassende Kollektion gehört heute zu den umfangreichsten in Mecklenburg-Vorpommern. Gern werden diese Bestände von anderen Museen und Glasexperten des In- und Auslandes für wissenschaftliche Arbeiten herangezogen.

Folkloregruppen und Einzelpersonen nutzen häufig die Gelegenheit, sich für die Nachgestaltung verschiedenster bäuerlicher Trachten Anregungen im Museum zu holen. Auch wenn sich keine vollständigen Trachten im Bestand befinden, geben Einzelteile sowie zahlreiche Bilddokumente Anregungen zum originalgetreuen Nacharbeiten.

Vielfältige Anfragen betreffen die wertvollen Zinngefäße der Zünfte sowie Innungsakten der Handwerker.

Mit zahlreichen Leihgaben unterstützt das Freilichtmuseum für Volkskunde Sonder- und Dauerausstellungen in anderen Museen. Regelmäßig werden im Kunstkaten thematische Ausstellungen gezeigt, die einzelne Bestände der Sammlung vorstellen.

Hinsichtlich der Sammlungstätigkeit konnten in den letzten Jahren umfangreiche Neuzugänge bei Leinen- und Weißwäsche, Trachtenzubehör, Spielzeug, Hausrat, Handwerksgeräten aus dem ländlichen und städtischen Bereich, Glas und Mobiliar verzeichnet werden. Häufig werden dem Museum haushaltstechnische Geräte aus jüngerer Zeit sowie Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände beispielsweise aus Kindergärten und Schulen angeboten. Die Sammlungsbestände umfassen gegenwärtig 20617 Positionen.

Für Interessenten mit speziellem Interesse sowie für Forschungsarbeiten unterschiedlichster Art besteht nach vorheriger Anmeldung die Möglichkeit, einzelne Bestände zu besichtigen.

 

Riesiges Bildarchiv - Fotos, Postkarten und Grafiken
1993: Bauernprotest vor dem Landtag © SVZ/Ernst Höhne

Goldgräberstimmung

Seit Mitte des Jahres 2016 gehört dem Volkskundemuseum das wohl größte Foto-Archiv des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Bisheriger Besitzer war das medienhaus: nord, das Verlagshaus der Schweriner Volkszeitung. Dies bedeutet, zu den bisherigen 70.000 Fotos kamen durch diese Übernahme 300.000 Aufnahmen zum Archiv-Bestand hinzu. „Das alles wird nun digitalisiert, inventarisiert und archiviert. Es ist wie ein Steinbruch mit einer Goldmine“ beschreibt Volker Janke, verantwortlicher Mitarbeiter, seine Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte: „Hier gibt es so viel zu entdecken, das uns neue Interpretationsspielräume auf die vergangenen 100 Jahre, vor allem bezogen auf die Region rings um Schwerin ermöglicht.“

 

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Der Entstehungszeitraum des SVZ-Archivs erstreckte sich über mehrere politische Systeme. Das macht es aus heutiger Sicht zu einem visuellen Gedächtnis der Geschichte dieser Region. Kontinuität und Wandel, Spektakuläres und Sinnliches, Politisches und Triviales wurde aus verschiedenen Blickwinkeln der jeweiligen Fotografen – zumeist auftragsgerecht – festgehalten. Aus dem Zeitverständnis heraus dienen die Aufnahmen nun dem Museum als kleine Rohdiamanten zu einer neuen Erklärung von Heimat.

Die feierliche Eröffnung der ersten Sonderausstellung unter dem Titel: „Der offizielle Blick – Bildjournalismus und sein regionalgeschichtlicher Wert“ im Mueßer Kunstkaten im Juli 2016 weckte großes Interesse. Die Aussteller präsentierten zwar nur einen kleinen aber sehr prägnanten Ausschnitt des Medienarchivs. Dieser sollte den Blick des Besuchers auf den des Bildjournalisten in seiner jeweiligen Zeit lenken.

Die Ausstellung konnte zeigen, dass Fotografie mehr als dokumentarischen Wert besitzt. Die Fragen nach den offensichtlichen Hauptmotiven der Fotografien lauten ja: Wer fotografierte wann, was und wo? Die Bildausschnitte oder auch die Auswahl der Motive sollten vor allem ästhetisch, politisch und auch manipulativ in die Zeit und zum Auftrag passen. Und sie zeigen halt immer auch den nicht ganz so offiziellen Blick: die subjektive Sicht des Fotografen. Warum ist gerade dieses Bild entstanden, ausgewählt, veröffentlicht und erhalten geblieben? Und wie hat der Fotograf seinen Auftrag erledigt?

Viele dieser Fragen finden erst eine Antwort, wenn mehrere Fotografien zu einem Thema, aus unterschiedlichen Zeiten und von verschiedenen Fotografen nebeneinander stehen. Im Idealfall ist auch der Zeitungsbericht überliefert, für den das Pressefoto benötigt wurde.

Das älteste Foto stammt aus dem Jahre 1890. Im Bestand sind also auch Aufnahmen der Vorgängerzeitungen und -verlage. Fotos aus der NS-Zeit gibt es fast keine. Und Negative gehören nicht zu dieser umfangreichen Sammlung.

Die Masse an Fotos zu bewältigen, ist die eine Sache. Die Bilder besitzen zum großen Teil auch eine enorme Vielfalt an Inhalten und möglichen Zeitsprüngen. Das macht die besondere Qualität dieses Fotobestandes aus. In diesem breiten Bilder-Spektrum steckt für das Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß ein großes Inspirationspotential, besonders für künftige spannende Themen- und Ausstellungsprojekte. Die Spurensuche hat begonnen…

 

Bildbenutzungsantrag für Fotoarchiv
Schweriner Stadtgeschichte und Sammlung
Schild einer alten Schweriner Brauerei © Landeshauptstadt Schwerin / Fred-Ingo Pahl

Stadtgeschichte ohne Museumsgebäude

Das Stadtgeschichtsmuseum Schwerin ging 1991 aus dem damaligen Historischen Museum Schwerin hervor. Es präsentierte bis zur Schließung im Jahre 2005 eindrucksvolle Sammlungsstücke in den Ausstellungen am Großen Moor 38. Danach wurde die stadtgeschichtliche Sammlung vollständig eingelagert. Das heißt nicht, dass sie stillgelegt ist. Nahezu täglich erweitert sie sich.

Die stadtgeschichtliche Kernsammlung bewahrt und dokumentiert Schweriner Alltagsleben, bauliche und strukturelle Entwicklungen sowie besondere Geschichtsereignisse. Für gegenwärtige und künftige Bildungs-, Forschungs- und Ausstellungsprojekte werden Sachgutbestände weiterhin gesammelt, fachkundlich bearbeitet und magaziniert. Eine Konzeption zur Neueinrichtung eines zukünftigen Museums für Schweriner Stadtgeschichte wurde zwar erarbeitet. Die Standortfrage ist jedoch noch offen.

Stadtgeschichtsmuseen bildeten sich zumeist in der Zeit der Aufklärung aus bürgerlichen Sammlungsbestrebungen heraus. In Schwerin vollzog sich die Sammlungsgeschichte anders. Seit 1882 besaß Schwerin ein attraktives Museumsgebäude. Darin präsentierte man die kunstgeschichtlichen Objekte der großherzoglichen Sammlerleidenschaften. Lokalgeschichte spielte hier keine Rolle. Damit fehlte auch die Basis für eine bürgerliche Sammlung.

1970 wurde in Schwerin das Historische Museum gegründet. Dieses war ein Museum des 1952 neu entstandenen Bezirkes Schwerin. Und so begründete und richtete sich die Sammlung auf die derzeit gesellschaftlich geforderten und regionalen Bedürfnisse und zeigte die historische Entwicklung des westlichen Teils von Mecklenburg.

Erst im Jahre 1985 wurde eine stadtgeschichtliche Abteilung fester Bestandteil des Sammlungsinhalts. 1991 erhielt das Stadtgeschichtliche Museum einen eigenen institutionellen Status und konnte den Sammlungsfokus verstärkt auf Dokumente und Sachzeugen aus Schweriner Betrieben und Einrichtungen, persönliche Gegenstände und Fotografien der Schweriner Bevölkerung und Objekte der Zeitgeschichte ausrichten.

Derzeit umfasst die Sammlung ca. 50.000 Objekte mit Fotoarchiv, Plakat- und Grafiksammlung als eigenständigen Gebieten. Bei der Erschließung werden die Objekte eingehend systematisiert. Gegenwärtig werden dafür 18 Bereiche mit 150 Sachgruppen und ca. 700 Untergruppen verwendet.

Alle Gegenstände, die ein Puzzleteil Schweriner Familien- oder Stadtgeschichte ausmachen, finden in der stadtgeschichtlichen Sammlung ganz sicher ihren richtigen Platz.

Hier erfahren Sie mehr zur Stadtchronik >>>
Traditionelle Musik
Ralf Gehler © Landeshauptstadt Schwerin/Fred-Ingo Pahl

Zentrum für Traditionelle Musik im Freilichtmuseum

Traditionelle Musik gehört zur Volkskultur. Unsere ethnische und regionale Identität ist also auch durch die Musik unserer Vorfahren geprägt. Das Zentrum für Traditionelle Musik unter der Leitung von Dr. Ralf Gehler möchte diesem kreativen und emotionalen Zugang zu unserer gewachsenen Kultur auf vielfältige Art nachspüren, möchte unterrichten, präsentieren, fördern, musizieren, tanzen... bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auch die Entwicklung von Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen der Welt wecken. Das Zentrum für Traditionelle Musik möchte Traditionelle Musik in das heutige alltägliche Leben holen und zu einem bedeutenden Bestandteil unserer musikalischer Öffentlichkeit werden lassen.

Das Zentrum bietet:

  • museumspädagogische Angebote im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß im Bereich der Traditionellen Musik
  • fachliche Unterstützung von Musikern, die sich Traditioneller Musik zuwenden
  • unterrichten in traditionellen Musizierpraktiken und Organisieren von Seminaren und Unterrichtseinheiten
  • publizieren und verbreiten von Studienmaterial und Literatur zur Traditionellen Musik
  • dokumentieren und erforschen historischer oder heute existierender traditioneller Musizierformen
  • schaffen und pflegen internationaler Beziehungen im Bereich der Traditionellen Musik
  • unterstützen und präsentieren unterschiedlicher in Deutschland existierender Musikkulturen
  • unterstützen von Studien zur Traditionellen Musik im universitären Bereich
  • mitorganisieren des Windros Festivals und weiterer Konzerte 

Weiterführende Links:

Bibliothek - Mecklenburgica

Geballtes Fachwissen zur Regionalgeschichte

Die umfangreiche Büchersammlung des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß beinhaltet viele Themen: Mecklenburgica, Bücher zu Kultur-, Kunst-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Volkskunde, Volkskunst, Kinder- und Schulbuchliteratur. Als Präsenzbibliothek erfüllt sie die Funktion eines wissenschaftlichen Handapparates für die Museumsmitarbeiter. Darüber hinaus ermöglicht die Bibliothek eine fachgerechte Besucherbetreuung, sei es zur Ausstellungsvorbereitung, zum Erarbeiten von Publikationen oder zur Durchführung von Veranstaltungen.

Am Anfang war es Sammelleidenschaft

Im Jahre 1922 kaufte das damalige Landesmuseum Schwerin (heute: Staatliches Museum Schwerin) die umfangreiche Privatsammlung des mecklenburgischen Volkskundlers Richard Wossidlo (1859-1939) auf. Das machte die Entwicklung einer volkskundlichen Fachbibliothek notwendig.

Mitte der dreißiger Jahre folgten Aufbau und Eröffnung eines selbstständigen Volkskundemuseums – dem Bauernmuseum Richard Wossidlo im Schweriner Schloss. Den Kern der Museumsbibliothek bildeten umfangreiche Buchbestände Wossidlos, die vor allem nach seinem Tode 1939 in den vorhandenen Bestand eingegliedert wurden.

Bei der Räumung des Schlosses im Jahre 1945 gingen 842 volkskundliche Bücher der Wossidlo-Bibliothek verloren. Auch wenn ein Schätzer die Wossidlo-Bibliothek als „völlig wertlos, wegen der vielen Anstreichungen und Kritzeleien“ einstufte, sind gerade diese Bücher mit die wertvollsten Autographen in der heutigen Museumsbibliothek.

Nach 1945 bildeten die volkskundlichen Sammlungen bis 1971 eine Abteilung des Staatlichen Museums mit eigener Fachbibliothek. Mit der Eröffnung des Freilichtmuseums in Schwerin-Mueß als Teil des Historischen Museums Schwerin zog die volkskundliche Bibliothek Anfang der 80er Jahre in das Freilichtmuseum nach Schwerin-Mueß um.

Seit etwa 1965 wurde die Fachbibliothek durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums betreut und mit einer hausinternen Systematik versehen. Entsprechend der Aufgabenstellung des Museums wurden umfangreiche Sondersammlungen, wie eine Schulbuchsammlung (ca. 2000 Titel), Spezialsammlungen zur mecklenburgischen Postgeschichte (ca. 1000 Titel), zur Geschichte des ersten Weltkrieges und der NS-Zeit u.v.a. angelegt. 1990 wurde eine weitgehend vollständige Gewerkschaftsbibliothek eines Schweriner Großbetriebes mit ca. 12.000 Büchern übernommen.

Heute setzen sich die Zugänge aus Stiftungen und Schenkungen (ca. 50%), aus Nachlässen (ca. 25%) und aus dem gezielten Ankauf bzw. aus Schriftentauschexemplaren zusammen.

Publikationen

Publikationen

» Janke, Volker, Der Kräutergarten im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß.- Bauern- und Kräutergärten in Mecklenburg. - Schwerin: Mecklenburgisches Volkskundemuseum Schwerin-Mueß, 1993. - 14 S., m. zahlr. farb. Abb., 1,50 EURO

» Kröhnert, Gesine, An de Klöndör, Mueßer Dorfgeschichten für Kinder, Schwerin 1997. - 64 S., m. zahlr. Abb. 6,10 EURO

» Wendt, Ralf, Bauernkultur in Mecklenburg III: Die Keramik. -Schwerin: Historisches Museum, 1988. - 96 S. m. 75 Abb., 2,60,- EURO

» Wendt, Ralf/ Lübeck, Karla-Kristine, Dorfschule und Schulscheune im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß. - Schwerin: Mecklenburgisches Volkskundemuseum, 1996. - (Faltblatt), 0,75 EURO

» Wendt, Ralf/ Kröhnert, Gesine: Bauernhaus und Scheune im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß. - Schwerin: Mecklenburgisches Volkskundemuseum, 1996. - (Faltblatt), 0,75 EURO

» Stier und Greif :Blätter zur Kultur- und Landesgeschichte in Mecklenburg, Bd. 1-10, 1991- 2002, 1995 Sonderheft "1000 Jahre Mecklenburg", je Bd. 4,00 EURO

» Mueßer Blätter: Nr. 1 Janke, Linke, Scholze: Der Dorfschullehrergarten, Schwerin 2000, 36 S., Ill., 4,90 EURO

» Mueßer Blätter: Nr. 2 Kröhnert, Gesine: Auf den Leib geschnitten. Schneiderhandwerk in Mecklenburg, Schwerin 2001, Ill., 4,90 EURO

» Mueßer Blätter: Nr. 3 Gehler, Ralf: "Dudel den dudel, wat hest in`n Sack?" Sackpfeifer in Mecklenburg, Schwerin 2002, Ill., 4,90 EURO

» Mueßer Blätter: Nr. 4 Lübeck, Karla-Kristine: Sammlungen mit Tradition. Zur Geschichte der volkskundlichen Sammlungsbestände in Schwerin, Schwerin 2003, 40 S., Ill., 4,90 EURO

» Mueßer Blätter: Nr. 5 Mecklenburger Spezialitäten. Regionale Gaumenfreuden von der Wiederentdeckung bis zur modernen Zubereitung. Schwerin 2003, 4,90 EURO

» Mueßer Blätter: Nr. 6 Franiel, Thomas: Der Obstfreund. Eine Anleitung für den erfolgreichen Obstbaumschnitt, Schwerin 2003, 32 S., Ill., 4,90 EURO.

Die Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten, gegen Rechnung.

Erleben Sie Wege in unsere Vergangenheit und Natur

Das Bauernhaus der Hufe I, Mitte des 17. Jahrhunderts © Landeshauptstadt Schwerin/Volker Janke

Das Freilichtmuseum liegt mitten im ehemaligen Fischer- und Bauerndorf Mueß. Seit 1936 gehört das Dorf als Ortsteil zu Schwerin.

Das Volkskundemuseum informiert über die Lebensweise der mecklenburgischen Landbevölkerung vom 17. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Fast alle, der auf dem Museumsgelände befindlichen, Bauten stammen aus dem alten - historisch gewachsenen - Dorfkern. Sie zeigen die bauliche Entwicklung eines Dorfes der letzten 300 Jahre.

Eines der wertvollsten Gebäude der hier erhaltenen ländlichen Volksarchitektur ist das Bauernhaus der Hufe I (siehe Artikelfoto).

Weitere sehenswerte Objekte sind eine Büdnerei, ein Hirtenkarten, eine Dorfschmiede, eine Häuslerei (die als Armenkaten genutzt wurde), eine Dorfschule (1836) mit einer Schulscheune einem Dorfschullehrergarten (1888). Darin befinden sich eine Ausstellung zur Schulgeschichte sowie eine Ausstellung zur ländlichen Produktion von Flachs und Leinen mit einer kleinen Seidenraupenzucht. Desweiteren finden Sie ein Spritzenhaus und einen Ausstellungsbereich zur Binnenfischerei. Im Kunstkaten präsentieren wir wechselnde Ausstellungen zu spannenden historischen und volkskundlichen Themen.

Die volkskundlichen Sammlungen gehen auf die Sammelleidenschaft Richard Wossidlos zurück und umfassen die gesamte Bandbreite der mecklenburgischen Volkskultur: Waldglas, Haubenschachteln, Trachten und Trachtenschmuck, Truhen, Arbeits-, Handwerks- und Alltagsgeräte.

Die Museumsmitarbeiter pflegen und erhalten auf dem Gelände viele Kräuter und früher bedeutende Nutzpflanzenarten, davon rund fünfzig verschiedene in Mecklenburg angebaute Obstsorten. Ein Imker siedelte 2016 mehrere Bienenvölker auf den Streuobstwiesen an. Auf einem Bienenpfad rings um die Schafweide können die Besucher Faszinierendes über die bedeutsamen Insekten und die Imkerei erfahren.

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Kontakt

Landeshauptstadt Schwerin
Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß
Alte Crivitzer Landstraße 13
19063 Schwerin
Tel.: 0385 208410
Fax.: 0385 20841-29
E-Mail: freilichtmuseum@schwerin.de
www.facebook.com/FreilichtmuseumSchwerin

Landeshauptstadt Schwerin

Gesine Kröhnert
Museumsleiterin

+49 385 20841-16
gkroehnert@schwerin.de

Landeshauptstadt Schwerin

Volker Janke
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

+49 385 20841-25
vjanke@schwerin.de

Landeshauptstadt Schwerin

Norbert Credé
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

+49 385 20841-28
ncrede@schwerin.de

Landeshauptstadt Schwerin

Dr. Ralf Gehler
Freier wissenschaftlicher Mitarbeiter
Traditionelle Musik

+49 173 5247793
E-Mail: ralf.gehler@freenet.de

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Kasse und Information (in der Saison):

Tel.: +49 385 20841-14

Reservierung im Museumscafé (in der Saison):

Tel.: +49 385 20841-12

Zur Zeit hat das Museum geschlossen

 Nächste Veranstaltung: wintersonnenWERKE

am 16./17. Dezember 2017, 10 bis 18 Uhr.

Öffnungszeiten 2018:

31. März bis 30. September 10 bis 18 Uhr
2. bis 31. Oktober 11 bis 17 Uhr

Geöffnet an allen Tagen außer montags.

Ab 1. November 2018 bis Ostern 2019 saisonbedingte Ruhezeit.

Winterimpressionen